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Downton Abbey - The Board Game
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.09.2014, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): -, Verlag: Destination Board Games, Seiten: -, Erschienen: 2013, Preis: 44,99€


Die meisten Fernsehserien, die schlussendlich auch irgendwann in Deutschland ankommen, werden in den USA produziert. Nicht zu verachten sind aber die Serien aus Großbritannien. Die laufen zwar, wenn sie in Deutschland ausgestrahlt werden, meistens nicht in den Privaten sondern in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Das bedeutet nicht, dass diese Serien nicht gut sind, es heißt schlicht, dass unsere "Zwangsabgaben" manchmal sinnvoll umgesetzt werden.

Eine der Serien, die es aus England zu uns geschafft hat, ist die Historienserie Downton Abbey des Senders ITV. Die Serie handelt von einer Adelsfamilie und ihrem Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Serie gewann schon einige Preise und war 2011 die von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie. Mit Downton Abbey - The Board Game von Destination Board Games, können sich zwei bis sechs Fans der Serie das Anwesen der Familie Crawley nach Hause holen und als Bedienstete die Wünsche der Arbeitgeber erfüllen.

Wie immer gilt der erste Blick der Ausstattung, nach einem wirklich tollen Spielplan, der mit vielen Details die Räume in Downton Abbey zeigt und diese mit Feldern verbindet.
Was genau es damit auf sich hat, erfahren wir in der 4-seitigen Anleitung in DinA5 Größe. Das spricht für ein einfaches Spiel und die Lektüre der Anleitung zeigt auch genau das.
Bevor wir jedoch dazu kommen der Blick auf die restlichen Materialien. Unter Spielplan und Anleitung finden wir acht Spielfiguren aus Pappe mit Aufsteller (vier Butler und vier Dienstmädchen in verschiedenen Farben), einen Stapel Karten, zwei Würfel und jede Menge dünnere Karten mit Glocke darauf, die Downton Bells. Letzteres sind die Punkte, die man benötigt, um das Spiel zu gewinnen. Glocken machen Sinn, da die Bediensteten durch ein Glockengeläut zu ihren Aufgaben gerufen werden. Aufträge erhalten sie durch die Zielkarten, von denen Sie zu Beginn des Spiels drei haben. Jede Karte fordert die Spieler auf, mit ihrer Figur einen Raum aufzusuchen, um dort etwas zu erledigen, zum Beispiel den Tisch decken oder das Bett machen. Ist der Raum erreicht, gilt die Aufgabe als erledigt, der Spieler erhält zwischen 1 und 4 Downton Bells und darf eine neue Zielkarte ziehen. Um die Räume zu erreichen, muss man mit den beiden Würfeln würfeln und kann anschließend so viele Felder gehen, wie die Anzahl der gewürfelten Augen war. Würfelt man einen Pasch darf man nochmals würfeln.
Wäre das alles, dann würde das Spiel nicht wirklich Spaß machen und nun kommen die besonderen Bewegungsfelder und die anderen beiden Kartenarten ins Spiel. Zum einen gibt es die Carson-Felder, auf denen man dem Butler Charles Carson begegnet. Bleibt man auf einem solchen Feld stehen, zieht man eine Carson-Karte, so etwas wie eine Ereigniskarte, hier kann einem gutes aber auch schlechtes widerfahren. Mal erhält man einige Downton Bells, mal verliert man welche, mal wird man zum nächsten Zielort geschickt und mal muss man eine Runde aussetzen. Mit diesen Karten kommt der Spielspaß erst richtig auf. Genau so ist es mit den Brief-Feldern. Auf denen erhält man eine Briefkarte mit einigem Fluff aber auch spielbeeinflussenden Elementen. So erhält man zum Beispiel eine Erbschaft oder muss einen speziellen Auftrag erfüllen, der natürlich Zeit kostet. Auch diese Karten sind wirklich gelungen und lassen einen tief in die Serie eintauchen.
Ziel des Spiels ist es, nachdem alle Zielkarten im Spiel sind, zurück in die Halle der Bediensteten zu gehen, anders als bei den anderen Räumen, muss man diesmal genau die Zahl würfeln, um den Raum zu erreichen und nicht darüber. Der erste Spieler erhält 10 Downton Bells. Anschließend wird gezählt und der Spieler mit den meisten Downton Bells gewinnt das Spiel.

Das klingt sehr einfach und es ist es auch. Die Elemente passen perfekt zusammen und man hat sofort Spaß. Dafür sorgen der wirklich detaillierte Spielplan, die Karten und vor allen Dingen der Fluff. Letzterer führt auch dazu, dass man wirklich das Gefühl hat, in Downton Abbey zu sein und eine wichtige Aufgabe zum Funktionieren des Systems Haushalt zu haben. Ich hatte das nicht erwartet und nur ein angelehntes Spiel erwartet, umso überraschter war ich, als ich während des Spiels tatsächlich an einzelne Folgen dachte und meine Figur als einen der Protagonisten der Serie ansah. Hier wurde wirklich alles richtig gemacht und ich hoffe auf einige Erweiterungen beziehungsweise Umsetzungen anderer britischer Serien.

Fazit: Downton Abbey - The Board Game entführt die Spieler mit tollem Spielplan und tollen Karten in die Welt der britischen Fernsehserie und lässt das Anwesen und die Figuren durch die Ausstattung und die Regeln zum Leben erwachen. Das Spiel ist sehr leicht zu lernen und sehr kurzweilig. Wer die Serie mag, der kann mit dem Kauf nichts falsch machen.




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