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Aventurischer Bote #163 (PDF)
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 17.06.2014, Serie: Zeitschriften, Autor(en): , Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: , Erschienen: 2012, Preis: 3,90 EUR (PDF: 2,90 EUR)


Die Dämonenreiche im Osten sind im Zusammenbruch begriffen, an allen anderen Außengrenzen herrscht Frieden und der Bürgerkriegs im Westen gerät langsam in Vergessenheit. Dennoch brauchen sich die Bewohner des aventurischen Mittelreiches nicht über Langeweile zu beklagen.

Schließlich ist gerade erst der Herzog der Nordmarken und damit einer der wichtigsten Würdenträger ermordet worden. Außerdem steht Kaiserin Rohaja kurz vor ihrer Hochzeit und damit vor der Fortführung der mächtigsten Dynastie Aventuriens. Beide Ereignisse nehmen im Aventurischen Boten 163 viel Raum ein.

Im Abenteuerszenario "Der Erbe der Nordmarken" können die Helden den Drahtzieher des Mordes am Herzog enttarnen. Die Geschichte ist als detektivische Nachforschung mit Intrigen und gelegentlichen Angriffen aus der Dunkelheit angelegt. Am Ende erhalten die Helden Belastungsmaterial gegen eine weitere hochstehende Persönlichkeit, das allerdings nicht unmittelbar genutzt werden kann. Das Abenteuer weist einiges Potenzial auf, allerdings auch einige logische Schwächen. So will nicht ganz einleuchten, warum der zum Teil mit magischen Mitteln ermöglichte Mord ausgerechnet in einer vom magiekritischen Praiosglauben dominierten Stadt wie Elenvina glückte. Außerdem ist eher unwahrscheinlich, dass sich die zum Teil gesellschaftlich hochstehenden Beschuldigten und Informanten von einer mehr oder minder dahergelaufenen Heldengruppe ins Kreuzverhör nehmen lassen.

Die kaiserliche Hochzeit leitet den inneraventurischen Teil ein. Vordergründig geht es in bester "Bunte"-Manier um das Kleid, das Rohaja tragen wird. Allerdings verbirgt sich dahinter eine spannendes Detail: Die vermeintliche Kaiserin, die heimlich zur Anprobe gehuscht sein soll, war in Wirklichkeit deren Zwillingsschwester Yppolita. Die ist jedoch nach einem Usurpationsversuch vor einigen Jahren verbannt. Was das erneute Auftauchen, nun offenbar im Einvernehmen mit Rohaja, zu bedeuten hat, enthüllt der Aventurische Bote jedoch nicht.

Darüber hinaus gibt es Kirchenpolitisches zu vermelden: In seinem Machtzentrum rund um die Reichshauptstadt Gareth erhält der Praioskult eine neue regionale Kirchenfürstin. In der gleichen Region brodelt aber auch handfesten Ärger: Es kommt zum offenen Schlagabtausch zwischen den für ihre demokratischen Ideen bekannten Nandusgeweihten und dem Adel. Der Streit endet mit der Verbannung der Geweihtenschaft und einer ernsten Verstimmung auch anderer Kirchen. Sogar aus der Fürstkomturei, wo Dämonen- und Götterverehrung miteinander konkurrieren, kommt eine Nachricht mit religiösem Hintergrund: Die Hesindegeweihte Jasina Melenaar ist gestorben. Als Gefangene war es ihr gelungen, das Gehör des Herrschers und Reichsverräters Helme Haffax zu gewinnen. Was ihr Tod für Haffax und seinen angekündigten Angriff auf das Mittelreich bedeutet, wird sich wohl bald zeigen.

Der Einsturz eines Monuments in der Stadt Drôl, verbunden mit seltsamen Halluzinationen, eine winterliche Schlacht in Nostria und Auseinandersetzungen innerhalb der Goldenen Allianz in Südaventurien komplettieren mit einigen kleineren Meldungen den inneraventurischen Teil des Magazins.

Der irdische Teil enthält ebenfalls einen ausführlichen Text zur Religion. Es geht um den Heiligengang, eine alte Tradition im Bornland. Der Artikel liefert Informationen über die Hintergründe, Szenariovorschläge für Erlebnisse rund um den Heiligengang sowie einige Handreichungen zum Pilgerwesen auch in anderen Gegenden der DSA-Spielwelt.

Dazu kommt ein zweites Abenteuer. Auch dabei geht es um ein Spurensuche, allerdings dieses Mal in einer Stadt im Horasreich. Dort gilt es, möglichst viele Menschen ausfindig zu machen, die von einer seltsamen Krankheit befallen sind.

Fortgesetzt werden die Serie zu südaventurischen Feenwesen mit einer Dryade und dem Kolibri-Tierkönig, die Vorstellung von DSA 5 mit einem Überblick über die Gliederung des Regelwerks und die Serie über aventurische Pflanzen mit dem giftigen Merach-Strauch.

Fazit: Der Aventurischen Boten 163 ist klar auf die zentralen Regionen der Spielwelt ausgerichtet und weist in diesem Rahmen einen Schwerpunkt bei den zwölfgöttlichen Kirchen auf. Die beiden Abenteuerszenarien scheinen trotz leichter Schwächen sehr spielenswert und eignen sich vor allem, wenn man Spaß am Detektiv-Genre hat. Insgesamt ist das Heft für Freunde des Mittelreichs und seiner Weiterentwicklung im Metaplot rundum lesenswert.




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