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Werwölfe: Artefakte Erweiterung
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 07.01.2014, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Ted Alspach, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2012, Preis: 14,95 EUR


Anfang des Jahrtausends erschien mit Asmodees "Die Werwölfe von Düsterwald" eine Mischung aus Rollen- und Gesellschaftsspiel, die wie eine Bombe einschlug. Keine Jugendgruppe kommt mehr auf ihren Freizeiten ohne dieses oder ähnliche Spiele aus. Selbst auf Schul-Klassenfahrten ist das Spiel bei Schülern und Lehrern gleichmaßen beliebt. Neben dem hohen Maß an Freiheit und der Möglichkeit, mit in der Leistung sehr heterogenen Gruppen zu spielen, punktet das Spiel vor allem mit der großen Menge an möglichen Mitspielern. Waren es in der ersten Version noch acht bis 18 Spieler, legte Pegasus Spiele mit seiner Variante Werwölfe die Messlatte gehörig nach oben. Spiele mit fünf bis zu sagenhaften 68 Spielern sind möglich.

Pegasus hat für Werwölfe jetzt das neue Set Werwölfe Artefakte herausgebracht, das dem Spiel eine Vielzahl neuer Möglichkeiten beschert. Insgesamt 80 Artefaktkarten (jede Karte kommt zweimal vor) können an die Spieler ausgegeben werden. Dabei lässt sich die Art und Weise der Ausgabe nach eigenem Belieben anpassen, zum Beispiel eine Artefaktkarte an jeden Spieler oder nur an die Sieger der Vorrunde oder nur ausgewählte Artefaktkarten an alle... .

Ein Artefakt kann man im Spiel nach eigenem Gutdünken ausspielen. Es gibt keinen festgelegten Zeitpunkt und auch keinen Zwang zum Ausspielen. Dabei gewähren die Artefaktkarten verschiedenartige Vorteile, die teils sogar mit den Spezialfertigkeiten einzelner Charaktere übereinfallen. Der Unterschied: Karten werden immer offen - also für jeden sichtbar - ausgespielt und bleiben danach auch sichtbar. Ihre Auswirkungen können oft sehr heftig sein. So führt der ausgespielte "Fluch des Dorfbewohners" zum Verlust der Spezialfähigkeit eines ausgewählten Spielers. Ist das Ziel der Karte zufällig ein Werwolf, verliert dieser die Fähigkeit, mit den anderen Wölfen aufzuwachen, kann also niemanden mehr töten. Er bleibt aber ein Wolf, ist aber nur noch schwer zu identifizieren. Der "Atem des alten Mannes" hingegen führt zum Tod eines ausgewählten Spielers in der Nacht des nächsten Tages.

Zielgruppe der neuen Erweiterung ist erklärtermaßen der erfahrene Spieler, der den Grundmechanismus sicher beherrscht. Verständlich, kann man sich doch leicht vorstellen, um wie viel unkalkulierbarer und spontaner die Runde mit den Artefaktkarten plötzlich wird. Neulinge dürften da schnell den Überblick und damit die Lust am Spiel verlieren, während sich der Kenner an den zahlreichen neuen taktischen Varianten freuen kann.

Ebenfalls in der Box befindet sich neben der Anleitung, die anschaulich alle Artefakte und ihre allgemeine Eingliederung in das Spiel beschreibt, ein Block mit Notizzetteln. Dort kann man in vier Spalten die Rollen notieren, die man bei den anderen Spielern meint, identifiziert zu haben - ein praktischer Luxus.

An der Gestaltung der Box und vor allem der stabilen Karten gibt es nichts auszusetzen. Dunkle Farbtöne dominieren passend zum Thema und fördern die Stimmung.

Fazit: Für alle erfahrenen Spieler der Werwölfe, die noch mehr Dynamik in ihr Spiel bringen wollen, ist das Set Werwölfe Artefakte ein sinnvolles Zubehör. Neulinge sollten, wie der Verlag selbst rät, eher Abstand nehmen, um sich nicht zu überfordern. Wer noch die ältere Variante des Spiel von Asmodee/proludo besitzt, kann dieses Set mit etwas Improvisation übrigens auch sehr gut nutzen.




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