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Gesichter des Schreckens
Von Ingo Schulze

Rezension erschienen: 09.06.2003, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Cermak, Andrew, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 62, Erschienen: 2003, Preis: 22,95 €


Ergänzend zum Ravenloft-Regelwerk ist nun Gesichter des Schreckens erschienen, die mehr als eine einfache NSC-Ansammlung darstellen soll.

Auf gut 62 Seiten finden sich die insgesamt 24 unterschiedlichen Domänenherrscher von Ravenloft, die alle ihre eigene Tragik und Boshaftigkeit mit nach Ravenloft einfließen lassen. Neben dem stumpfen d20-Werten und den meist gelungen Porträts besteht die Beschreibung aus einer allgemeinen Einleitung mit Aussehen und den wichtigsten Charakteristika, Hintergrund. In dem "Hier und heute" wird die Vergangenheit der NSCs beschrieben, warum sie in die Nebel gezogen wurden und schlussendlich wie ihre heutige Position im Land ist. Dabei ist die Geschichte nach der "Großen Konjunktion" angesiedelt, einem Ereignis, welches das Angesicht Ravenlofts veränderte. Dazu noch das D&D-typische Kapitel Kampf, welches die besonderen Fähigkeiten der potentiellen Gegner auflistet sowie ihre speziellen Taktiken. In diesem Fall ist positiv zu erwähnen, dass nahezu jeder den indirekten Kampf bevorzugt – schließlich ist Ravenloft keine Hack & Slay-Kampagne, sondern lebte schon immer von Horror und Atmosphäre. Hinter "Hort" verbirgt sich ihr persönlicher Besitz und "Die Grenzen schließen" beschreibt ihre individuelle Art, die Schotten dicht zu machen, den Nebel unpassierbar und den Helden damit die besten Gründe in die Hand zu geben, das Abenteuer doch noch zu lösen...

Einige Charaktere sind dabei durchaus gelungen, wie Graf Strahd von Zarowitsch, der sicherlich über die Grenzen hinaus bekannt ist, andere erreichen gerade mal das Durchschnittsniveau und wirken als Teil einer simplen Auflistung. Es wäre auch schöner gewesen auf ein paar NSC’s zu verzichten und dafür mehr Infos über Land und Leute der jeweiligen Domäne einzubringen.

Ergänzt wird der Band von einer eingedruckten Karte der Kernlande, die noch mal zeigt, wer wo herrscht. Dazu kommt die Prestigeklasse des Hexenjägers, welche mehr an einen gepuschten Waldläufer mit Priesterfertigkeiten erinnert.
Der Ravenloft-Spielleiterschirm konnte mich da schon mehr überzeugen, im Vergleich zum Standard-D&D-Schirm von Amigo. Vierblättrig werden drei Porträts Graf Strahds gezeigt, die schonmal richtig in die Atmosphäre einstimmen. Im Inneren doppelseitig eine Fertigkeitstabelle mit Mindestwurfbeispielen, etwas, dass gerade jungen SL die nötige Standsicherheit gibt. Dazu Waffen, Gottheiten, speziellere RL-Regelungen wie Modifikatoren für Macht-, Horror- und Furchtwürfe. Der Schirm ist also insgesamt gut gelungen.

Wer jedoch noch die alte Ravenloft-Box hat, kann jedoch getrost nicht zugreifen, da er 75% der Inhalte schon hat: nämlich die meisten NSCs mit Beschreibungen vor der Konjunktion sowie den alten Schirm, der Preis der damaligen Box entsprach etwa dem jetzigen Werk. Auch wenn das Layout nochmals gesteigert wurde – Ravenloft hatte schon früher eine Aufmachung gesteigerter Qualität – ist damit schlussendlich klar, dass die Zielgruppe in den solventen, eher älteren Spielern steht als in jungen Neueinsteigern.




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