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Aventurischer Bote #162 (PDF)
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 20.01.2014, Serie: Zeitschriften, Autor(en): , Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: 48, Erschienen: 2013, Preis: 3,90 EUR (PDF: 2,90 EUR)


Endlich tut sich was im Bornland. Schon vor Jahren hatte die DSA-Redaktion einen Handlungsstrang angekündigt, in dem es um das "Erwachen" des Landes gehen sollte: Eine Art Erhebung der gesamten Natur zu einem gemeinsamen Bewusstsein. Entsprechende Veröffentlichungen wurden immer wieder verschoben, und so schien der spannende Ansatz verloren gegangen zu sein. Nun kommt immerhin im Aventurischen Boten 162 Bewegung in die Sache: Der Aufmacherartikel im inneraventurischen Teil befasst sich mit einem groß angelegten Pilgergang, in dessen Verlauf die Teilnehmer in Berührung mit den neuen Kräften des Bornlands kommen. Riesen und sprechende Bäume scheinen dabei ebenso eine Rolle zu spielen wie Pläne der Zwölfgötter. Der zweite besonders interessante Botenartikel stammt aus den Schattenlanden. Dort sind wirre Prophezeiungen aufgetaucht, von denen der Aventurische Bote auch einige abdruckt. Im Stil von Nostradamus-Versen gehalten, bieten sie unzählige Ansatzpunkte, um sowohl aventurisch als auch irdisch nach Herzenslust über die Pläne der Götter und der Ulisses-Redaktion zu spekulieren.

Interessant zu werden verspricht auch eine Adelsfehde in Nostria, die sich fast schon zum Bürgerkrieg ausweitet. Eher mysteriös verschleiert bleiben dagegen die Hintergründe zweier weiterer Botenartikel: Eine ziemlich blutrünstige Konklave des Kor-Kults, die irgendetwas mit bevorstehenden Auseinandersetzungen an der Piratenküste zu tun hat, und die Eroberung einer Provinz der Fürstkomturei auf Maraskan durch Rebellen. Kirchenpolitisches vermeldet der Bote mit der Neubesetzung des hesindianischen Schlangenrats. Neubesetzungen gibt es auch an der Spitze des Ordo Defensores Lecturia, dem kämpfenden Arm der grauen Magiergilde. Allerdings fallen diese wegen eines tödlichen Unfalls bei einer Ordensversammlung umfangreicher aus als geplant.

Auch der Aventurische Bote 162 bietet nicht nur Ingame-Informationen aus Aventurien, sondern auch "Zubehör", mit dem Spielleiter ihre Runden unterhalten können. Größter Beitrag ist ein neunseitiges Abenteuer, in dem Helden zunächst in dem neu entdeckten Südkontinent Uthuria einige der ebenso exotischen wie blutrünstigen Raubtiere einfangen müssen. Zurück in Aventurien gilt es, mit deren Ausbruch inmitten einer Stadt klarzukommen. Die erste Hälfte des Abenteuers nimmt eher den Charakter eines Brettspiels an, bei dem nach und nach Quadrate einer Karte nach Monstern abgesucht werden müssen. Im zweiten Teil wird es etwas rollenspielerischer, weil die Helden mit Charakteren interagieren können, die Hinweise auf den Verbleib der geflohenen Tiere geben.

Ein achtseitiger Block eröffnet, genauso wie im vorherigen Aventurischen Boten, Ausblicke auf das zukünftige DSA5. Kürzere Artikel liefern drei alchimistische Substanzen mit elementarmagischen Wirkungen, zwei weitere Feenwesen für südaventurische Umgebungen und den Abschluss der myranische Kyrbluthaven-Kampagne, der wie alle Vorgängerteile recht kampflastig ausfällt. Interessant liest sich die zweite Auswertung der DSA-Spielerbefragung, die unter anderem de beliebtesten Charakterklassen und die Bücher enthüllt, die bei der Spielerschaft am besten ankamen. Auch ein gewohnt eher langatmiger Teil der Botanik-Serie ist vertreten, dieses Mal zu einer gefährlichen Wasserpflanze. Nach der Kurzgeschichte im Aventurischen Boten 161 über die Überlegungen von Kaiserin Rohaja über ihre baldige Vermählung gibt es nun auch eine Ein-Seiten-Betrachtung aus Sicht ihres Zukünftigen, den Markgrafen Rondrigan Paligan, die dessen Gewissensnöte deutlich macht.

Anmerkung: Dieser Rezension liegt die elektronische Ausgabe als pdf-Dokument zu Grunde.

Fazit: Herausragend sind im Aventurischen Boten 162 sicher die herrlich wirren und weiträumig auslegbaren Prophezeiungen. Erfreulich auch, dass das Erwachen des Bornlands nun doch umgesetzt wird. Das Abenteuer ist für Boten-Verhältnisse sehr lang und vor allem für Freunde südlicher Gefilde interessant.




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