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Morgenstern #01 - Leben und Sterben
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 06.08.2014, Serie: Auditorium, Autor(en): Raimon Weber, Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 6,99 EUR


Raimon Webers Morgenstern erzählt von den Fällen des Privatdetektivs Christian (Chris) Morgernstern. Seit einer Nahtoderfahrung hat der Potsdamer seinen ursprünglichen Job als Polizist an den Nagel gehängt. Was geblieben ist, sind alte Kontakte. Insofern ist Chris ein typischer moderner Detektiv mit Draht zur Polizei, einer Lieblingskneipe, einem Kumpel für’s Grobe und einer insgesamt eher lockeren Lebensführung mit ständiger Geldknappheit. Nur seine Wohnung sichert der Mittdreißiger gut ab.

Der erste Fall Leben und Sterben führt zunächst ins Drogenmilieu. Das hoch giftige Crystal Meth überschwemmt die Stadt. Ein in die Enge getriebener Drogendealer schneidet sich im Wahn, unverwundbar zu sein, die Stirn mit einem Teppichmesser auf. Und dann bekommt Morgenstern den Auftrag, ein heruntergekommenes Haus und dessen Bewohner zu observieren, um Gründe für eine Räumung zu liefern. Vordergründig geht es um Immobilienwerte. Tatsächlich wird der Detektiv zur Marionette noch unbekannter Hintermänner, die sich offiziell einer nicht staatlichen Geheimorganisation zuordnen. Sie sind skrupellos genug, um auch vor Mädchenhandel und Morden nicht zurückzuschrecken, aber sie wollen "ihre Stadt von den Drogen säubern". Am Ende kann Morgenstern gerade noch so den Kopf aus der Schlinge ziehen.

Die Geschichte selbst ist mit der Altersempfehlung von 16 Jahren fast schon zu sparsam belegt. Es geht recht hart - aber nicht unrealistisch - zur Sache. Abgemildert wird das Treiben nur durch die Tatsache, dass Morgenstern kein Hörspiel im geläufigen Sinne ist, sondern eine inszenierte Lesung, wie Folgenreich selber angibt. Die Verwandtschaft mit einem Hörbuch ist also technisch gegeben, was aber gar nicht so sehr auffällt, je länger das Hörspiel läuft. Sprecher Olaf Seitz macht seine Sache nämlich so gut, dass man schon nach kurzer Zeit völlig in die durchweg spannende Geschichte eintaucht. Die hin und wieder dezent im Hintergrund eingebauten Szenenspiele tun ihr Übriges.

Zu kritisieren gibt es für mich nur eine Kleinigkeit. Morgensterns Exkollege von der Polizei, der inzwischen Karriere gemacht hat, hat einen schrecklichen Schicksalsschlag zu verwinden. Seine Tochter ist vor Jahren spurlos verschwunden. Das alleine ist aber als Begründung zu schwach dafür, dass er gegen Ende von Leben und Sterben plötzlich Morgenstern des Mordes bezichtigt, obwohl vor Ort alle wesentliche Beweise gegen diese These sprechen. Hier hätte man die (tatsächliche) Motivation vorher besser herausstellen können.

Fazit: Die neue Krimireihe Morgenstern ist auf jeden Fall ein Tipp für Krimifreunde, die sich gerne gut unterhalten lassen und nicht ganz so zart beseitet sind. Leben und Sterben ist spannend in Szene gesetzt und lässt mit dem Geheimbund ein Geheimnis offen.




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