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Porterville - Staffel 1 (Folge 1-6)
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 05.04.2014, Serie: Auditorium, Autor(en): Ivar Leon Menger, Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 21,99 EUR


Serien mit fantastischen, mit düsteren oder mit mysteriösem Hintergrund haben aktuell sowohl im Fernsehen als auch in Büchern Hochkonjunktur. Ein weiteres Medium, das man nicht außer Acht lassen sollte ist das Hörbuch und das Hörspiel. Auch hier gibt es einige gute Serien, die über Jahr hinweg viele Fans angesammelt haben und auch deshalb als sehr erfolgreich gelten.

Eine Serie neueren Datums von einem bisher unbekannteren Macher ist die Serie, die sich um die mysteriöse Stadt "Porterville" dreht und die mit "Darkside Park" ihren Anfang nahm. Ivar Leon Menger ist der Macher dieser MP3-Hörspielreihen und er vermischt gekonnt Horror, Mystery und urbane Legenden, wobei er für "Porterville" auch einige eigene Legenden schafft. Während in "Darkside Park" der Park in Porterville die Hauptrolle spielt, ist es in den sechs Folgen der ersten Staffel von "Porterville" die Stadt selbst und seine berühmten und berüchtigten Bewohner. Erschienen ist das Hörspiel bei Folgenreich, die zur Universal Music GmbH gehören, was auch erklärt, wieso so viele bekannte Synchronstimmen für das Hörspiel gewonnen werden konnten.

In der ersten Folge spricht Leyla Rohrbeck, deren Stimme man aus Gilmore Girls kennt, und erzählt die Geschichte der jungen Frau Emily aus Porterville, die mit den strikten Regeln in der Stadt, die von der Außenwelt komplett abgeschnitten ist und die seit Jahren von Takumi Sato und seiner Polizei in einem engen Griff gehalten wird, nicht so wirklich etwas anfangen kann und auch nicht will. Ein Grund dafür ist sicherlich die Liebe zu Satos Enkel, die eigentlich verboten ist und die, dank der Tapferkeit der jungen Emily und ihres Freundes, vielleicht im Außerhalb eine Chance hat, gebe es da nicht die schrecklichen Gerüchte um das Draußen und die riesigen grauen Käfer, die sich von außen nach innen durchdrängen und die Stadt bedrohen.

Die zweite Folge spielt außerhalb von Porterville und wirft ein Licht auf die Legenden um die Stadt, die im Außen, in unserer Welt, vorherrschen. Die Hauptrolle spielt dabei der Geschichtsstudent Jerry Benchley, dem durch Zufall ein altes Tagebuch aus dem 16. Jahrhundert in die Hände fällt, dass über den Fund einer merkwürdigen Kolonie in Maryland erzählt. Während seiner Forschungen taucht der Name Porterville aber immer wieder auch bei seinem Vater und seiner Haushälterin auf. Die Geschichte wird gesprochen von der deutschen Stimme von Josh Hartnett und Matt Damon, die zu Simon Jäger gehört.

Die dritte Folge, die vom Synchronsprecher von Keanu Reeves und Matthew McConaughey, Benjamin Völz, gesprochen wird, wendet sich wieder der Stadt zu und erzählt die Geschichte der Wiederstandsgruppe um Takumi Sato, im speziellen die Geschichte von Jefferson Prey, der mit Satos Wegen und Mitteln nach der Revolution gegen den vorherigen Herrscher gar nicht einverstanden ist und immer wieder versucht mit Sato zu sprechen. Dabei muss er natürlich immer aufpassen, dass seine Frau und seine kleine Tochter aus der Schusslinie bleiben.

Die vierte Geschichte spielt wieder außerhalb und handelt von einem äußerst merkwürdigen Bewerbungsgespräch mit Bewerbungstest in den 80er Jahren in Boston. Paul Higgins, glücklich vergeben an seine schwangere Freundin, versucht dabei alles einen gute bezahlten Job zu erhalten und bekommt offensichtlich mehr als er erwarten kann, denn eine Expedition soll ihn für immer weit fortbringen. Diese Geschichte wird von Charles Rettinghaus gelesen, der seine Stimme LeVar Burton und Harold Perrineau Jr. leiht.

In der fünften Folge sind wir zurück in Porterville und erleben, wie Porterville immer mehr vom Außen bedroht wird. Die Geschichte wird aus der Sicht Toris erzählt, der Mitbewohnerin der geflohenen Emily Prey, die in der Schule schreckliche Dinge erleben muss und auch nach einer Beförderung alles andere als glücklich ist. In dieser Geschichte wird die kranke Psyche einiger Bewohner Portervilles mehr als deutlich und das Ende dieser Geschichte ist gleichzeitig der Anfang des Angriffs von außen. Die Stimme von Megan Fox und Scarlett Johansson, Luise Helm kann dabei als Tori absolut überzeugen.

In der letzten Folge dreht sich wieder alles um Jefferson Prey, abermals gesprochen von Benjamin Völz, der endlich eine Entscheidung getroffen hat und sich Sato in bester Stauffenberg-Art entledigen will. Dass das Ende vor den Toren spielt, verrät schon der Titel, doch wer vor den Toren ist und wie es dazu kommt, dass erfährt man erst beim Hören, obwohl man, aufgrund von Emilys Geschichte schon einiges vermuten kann.

Sechs tolle und spannende Geschichten die Lust auf mehr machen und die enger verwoben sind, als man nach den ersten Folgen vermuten würde und vermutlich auch nach der ersten Staffel überhaupt erkennen kann. Zu vieles ist noch offen, zu viele Fragen unbeantwortet und zu viele der runden Protagonisten und Antagonisten noch am Leben beziehungsweise in der Schwebe. Die wirklich gut ausgewählten Synchronsprecher und auch die Aufmachung sind absolut überzeugend. Das MP3-Format ist zwar nicht für jede Anlage und auch nicht für jedes Autoradio geeignet, passt aber zur Zeit. Ich werde mir jetzt "Darkside Park" und anschließend ein weiteres Mal "Porterville" anhören, um die Zeit zur zweiten Staffel zu überbrücken.

Fazit: Ivar Leon Mengers Staffel 1 "Porterville" ist eine tolle Mystery-Serie mit sechs absolut überzeugenden Folgen, die allesamt von tollen Sprechern erzählt werden und die nicht nur spannend und voller mysteriöser und auch ein wenig gruseliger Elemente ist, sondern auch offen genug, um die Hörer lange Zeit zu fesseln. Kurzum, hier wurde alles richtig gemacht und es bleibt nur das Warten auf Staffel 2.




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