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Pacific Rim - Geschichten aus dem Jahr Null
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 24.07.2014, Serie: Belletristik, Autor(en): Guillermo Del Toro, Travis Beacham, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 112, Erschienen: 2013, Preis: 14,80 EUR


Pacific Rim - Geschichten aus dem Jahr Null bietet als Comic die Vorgeschichte zum Warner Bros Pictures und Legendary Pictures Film, der vor einem Jahr in die deutschen Kinos kam. Zu dem Film kann man ob der zahlreichen Logikbrüche durchaus eine kritische Haltung haben. Das Comic als literarische Gattung ist hingegen für Pacific Rim einfach die geeignetere Darstellungsform. Der Anschluss an das Filmdrehbuch und eine stimmige Gestaltung sind vor allem deshalb gelungen, weil Drehbuchautor Travis Beacham auch Autor des Comics ist.

Die Rahmengeschichte: Aus einem dimensionalen Riss im Pazifik dringen gigantische Monster in die Welt und greifen menschliche Siedlungen an. Um ihrer Herr zu werden, sucht man nach einem geeignet dimensionierten Waffensystem und findet es in von Menschen gesteuerten humanoiden Kampfmaschinen (Mechs). Mit "Godzilla meats BattleTech Mechs" könnte man das Ganze auch subsummieren.

Zur Geschichte des Comics: Die Journalistin Naomi Sokolov ist im November 2024 beauftragt worden, eine Reportage zum Thema "Warum wir kämpfen" zu schreiben. Dazu führt sie verschiedene Interviews, in denen Teile von den Interviewpartnern als Rückblenden erzählt werden. Den Anfang macht C.T.O. Tendo Choi. Während im Hintergrund gerade am alten Gipsy Danger (einem ausgedienten Mech) gewerkelt wird, der schon kurz vor der Verschrottung stand, erzählt Choi von seinen Erlebnissen am K-Tag (10.08.2013) in San Francisco, als die Monster zum ersten Mal auftauchten. Die Bilder ähneln sehr denen aus dem Film, bieten aber einen anderen Blickwinkel. Der junge Choi arbeitet auf einem Schiff und überzeugt seine Kollegen, möglichst viele Menschen zu evakuieren, während er seinen ihm fast unbekannten Großvater retten will, der in der Nähe wohnt.

Einige Tage später besucht Sokolov Dr. Schönfeld, der maßgeblich an der Entwicklung der Mechs beteiligt war. Er erzählt bereitwillig seine Geschichte, die auch um eine Liebesgeschichte angereichert wird und im ersten erfolgreichen Einsatz eines Mechprototypen gegen ein Monster gipfelt.

Den Abschluss macht das Interview mit einem Mech-Piloten, der seine Kopilotin (Tamsin) verloren hat. Hier erfährt man mehr über das Pilotentraining und die inneren Gefühlsllagen und Probleme, die sich daraus ergeben.

Alles in allem gelingt es Pacific Rim - Geschichten aus dem Jahr Null, die Geschichte (auch des Films) näher an den Konsumenten heranzuholen. Zwar kommt das Comic auch nicht ohne kleinere Plattitüden aus (z.B. Liebe zwischen Nerds, von denen einer schließlich aufwacht und selbstbewusst wird...), ist aber um Klassen überzeugender als der Hollywood-Filmstreifen. Man findet sich zudem schnell zurecht, weil viele Charaktere optisch gut erkennbar vom Film ins Comic übernommen worden sind. Das gilt ebenfalls für die Monster, die in separaten Zeichnungen im Anhang noch einmal vorgestellt werden. Überhaupt bietet der Anhang - wie für den Verlag üblich - noch ergänzende Einblicke in den Schaffensprozess (Manuskript, Artwork), die für Fans sicher interessant sind. Auch das Vorwort ist lesenswert, weil es die Autoren in ihrer Motivation erkennbar macht. Man liest danach das Comic mit ganz anderen Augen.

Fazit: Wer von den Grundideen des Kinofilms angetan aber von der Umsetzung enttäuscht war, der sollte sich das Comic auf jeden Fall zulegen. Erst hier wird die Idee hinter der Geschichte positiv erfahrbar. Wer den Film noch nicht kennt, kann das Comic ebenso genießen und sich den Film danach einfach ersparen.




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