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The Zombie Apocalypse Survival Game
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 21.10.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Michael E. Brines, Verlag: Michael E. Brines - Eigenverlag, Seiten: , Erschienen: 2009, Preis: 18,95$


Es gibt zwei Genres, die sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreuen, Vampire und Zombies. Während Ersteres in den letzten Jahren eher verweichlichte und romantisiert wurde, bleiben Zombies, in den allermeisten Fällen doch tatsächlich Monster, die nach Hirn, Blut und anderem Suchen, aber nicht nach der Liebe. Vielleicht ist das ja auch einer der Gründe, wieso Romane, Filme, Serien und Spiele mit Zombies so beliebt sind.

Auch beim Spiele-Entwickler Michael E. Brines sind Zombies beliebt und deshalb hat er bereits 2009 ein Spiel entwickelt und nicht nur selbst veröffentlicht sondern auch produziert, in dem es um den Kampf gegen Zombies und das Überleben in einer größeren Stadt in den USA geht. Der Titel des Spiels lautet The Zombie Apocalypse Survival Game und das Survival ist Programm, denn Überleben ist echt schwierig.

Das erste, was auffällt, ist die Verpackung und der Inhalt des Spiels. Eine dicke Klarsichthülle, die einige Bögen mit unterschiedlichen Markern, ein dünnes Spielbrett (DinA3 mit Monopoly-artigem Aufbau), ein Blatt mit den wichtigsten Kampfdaten, ein Blatt mit dem Kampffeld, sowie zweier dünner Hefte, ein Regelheft und ein Schauplatzheft. Mehr wird nicht mitgeliefert und bis auf ein paar sechsseitige Würfel, einige Mitspieler und einen Tisch braucht man zum Spielen auch nichts weiter.
Einige Hindernisse gibt es dann aber doch noch. Es gibt viele Marker mit den unterschiedlichen Symbolen, die für Zombies, Hunde, Wachleute, Spielfiguren und Ausrüstung stehen, wobei letztere weniger Symbole sondern wirklich Zeichnungen der Ausrüstungsgegenstände, von der Batterie, über das Radio bis zum Maschinengewehr sind. Diese Marker müssen dann, so gut es eben - es sind wirklich viele Marker - sortiert werden und in mehrere Stapel auf den Tisch unter das Spielfeld bereit gelegt werden. Das zweite Hindernis ist das Regelwerk. Sprachlich ist es einfach gehalten und auch Spieler, die Englisch nicht so gut können, verstehen die Regeln gut. Das Problem ist eher, dass bei der Eigenproduktion die Seiten im Buch vertauscht wurden. Die Seitenzahlen stimmen zwar, aber nach Seite 5 kommt Seite 8 und dann Seite 7 bevor Seite 6 kommt. Es ist fast komplizierter diesen Fehler zu produzieren als es richtig zu machen, finde zumindest ich. Hat man sich durch das Regelwerk gekämpft, dann kann man sich endlich dem Spiel widmen.
Jeder Spieler sucht sich einen Startpunkt auf dem Spielfeld, zum Beispiel die Polizeistation, das Einfamilienhaus oder die Werft, verboten ist nur das Einkaufszentrum. Haben sich alle Spieler platziert, dann dürfen sie einmal auf der Tabelle für den Ort würfeln und erhalten dann die passende Startausrüstung. Der Besitzer des Spiels beginnt dann mit dem ersten Zug und würfelt seine Bewegung. Hier taucht dann auch gleich das erste Problem mit den Regeln auf. Bei einer 1 erhält man -3 und gilt als verletzt - Chance 1:6, eine weitere Verletzung bedeutet den Tod. Am Zielort angekommen würfelt man dann auf der Tabelle des Ortes und erfährt wie viele Zombies oder anderen Wesen dort aktuell sind. Zombies sind fast überall und die Chance auf eine absolute Übermacht zu treffen ist sehr hoch. Die Chance von einem Zombie getroffen und infiziert zu werden ist demnach sehr hoch und man tut gut daran die Chance zum Schleichen, anschließend kann man dann noch den Ort nach Ausrüstung durchsuchen, oder zum Fliehen zu nutzen. Gelingt das Schleichen oder die Flucht ist alles gut und im ersten Fall hat man dann vielleicht noch passende Ausrüstung erbeutet. Verpatzt man das Schleichen oder Fliehen oder wählt man gar den Kampf, dann wechselt man auf das Kampffeld und positioniert seinen Marker auf einer Seite und die Gegner auf der anderen. Die Initiative liegt beim Spieler und er kann sich drei Felder bewegen und kämpfen. Wohl dem, der eine Waffe hat oder der sich bereits mit anderen Spielern zusammengeschlossen hat, denn Nahkampf gegen Zombies ist immer zwar nicht sehr tödlich, 1:6 Chance, aber die Menge macht es und wie gesagt, es gibt viele Zombies. Ein Sieg bietet die Möglichkeit des Durchsuchens, eine Niederlage ist gleich bedeutend mit dem Tod.
Apropos Zusammenschließen: Man kann, und sollte das auch machen, Gruppen bilden, die gemeinsam ums Überleben kämpfen. Stirbt man, was nicht so schwer ist, wegen der vielen Zombies und der hohen Wahrscheinlichkeit bereits beim Laufen zu sterben, dann darf man sich eine neue Spielfigur mit neuem Startort auswählen. Irgendwann, und das kann dauern und viele neue Spielfiguren auf dem Feld bedeuten, erfährt man von einer Zuflucht, die Sicherheit verspricht und das Ziel des Spiels ist. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man zum einen überleben und zum anderen die Kreuzung (ein Spielfeld) so oft überqueren, wie man es sich zu Beginn des Spiels ausgewählt hat. Damit legt man auch die Dauer des Spiels fest, die aber auch bei nur einer Kreuzungsüberquerung deutlich über den vorgegebenen 45 Minuten liegt. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass man das Spiel aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate weglegt und einfach nach 45 Minuten aufhört.

Einfaches Spielfeld, toller Hintergrund und das Durchsuchen ist realistisch gehalten. Allerdings gibt es zu viele Gegner, zu viele Regeln, die zum Tod führen und auch die Marker sind alles andere als übersichtlich. Gegen das Letztere kann man etwas unternehmen, sehr lange sortieren vor dem Spiel, die Regeln müsste man aber komplett überarbeiten, um das Spiel für weniger als acht Spieler, dann passt die Anzahl der Gegner, spielbar zu machen. Dass das Spiel auch noch recht teuer ist, dafür, dass man das ganze Spiel quasi selbst auf einem Drucker herstellen kann, macht das Ganze auch nicht besser und so werden sich wohl nur Hardcore-Zombie-Fans dieses Spiel zulegen wollen.

Fazit: Michael E. Brines The Zombie Apocalypse Survival Game ist ein Spiel mit einem tollen Hintergrund, einigen guten Ideen aber vielen Schwächen. Eine hohe Sterblichkeitsrate ist bei vielen Zombies zwar nicht unrealistisch, aber nur durch Bewegung zu sterben ist alles andere als förderlich für den Spielspaß und das ist noch nicht alles. Der Kampf mit dem Regelwerk und die viel zu schlichten Marker sind auch nicht wirklich hilfreich. Wer noch etwas Arbeit investieren will, für den ist das Spiel das richtige, wer nur spielen will, der sollte ein anderes Spiel kaufen.




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