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Ark & Noah
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 31.08.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Stefano Groppi, Verlag: Post Scriptum, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 39,95 EUR


Ark&Noah ist eine neue Variante der Artenrettungsaktion auf Basis der bekannten Bibelgeschichte. Die Sintflut droht und die Spieler müssen unter Zeitdruck Baumaterial für die Arche beschaffen sowie das Schiff mit Futter und Tierpärchen beladen. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rollen von Noah und seinen drei Söhnen Sem, Cam und Jafet und sammeln in Konkurrenz zueinander Siegpunkte. Dass "Ham" hier "Cam" heißt, irritiert Bibelkundige vielleicht etwas, wird aber verständlich, wenn man weiß, dass das Spiel eigentlich eine italienische Erfindung ist. Die Übersetzungen der Spielanleitung (neben Italienisch gibt es Deutsch, Englisch, Französisch) sind deshalb im Wortlaut an das Original angepasst. Die Tatsache, dass hier Noah und seine Söhne für Siegpunkte gegeneinander antreten, ist dem Spielmechanismus geschuldet und natürlich nicht biblischen Ursprungs.

Eine gute Idee sind die angefügten Schnellregeln für Neueinsteiger. Auf nur einer Seite präsentieren sie gut verständlich einen vereinfachten Spielmechanismus. Damit erübrigt sich langwieriges Regelstudium. Wenn man dann etwas firmer ist, können die normalen Regeln komplett oder in Teilen nach und nach eingeführt werden. Im Wesentlichen kürzen die Schnellregeln in Details, bei der Aktionszahl (fünf statt sieben möglichen) und der Dauer (acht satt zehn Runden Minimum).

Der Aufbau geht schnell von der Hand. Noahs Arche bildet das Spielbrett und wird je nach Spielerzahl aus zwei bis vier Teilen gepuzzelt. Danach werden die Komponenten verteilt (Personenplättchen, Arbeiterplättchen, Käfigwände, Pech- und Futterplättchen und je Spieler ein zufällig gezogenes Tiermännchen sowie ein -weibchen). Grundsätzlich werden im normalen Spiel mindestens zehn Runden in zwei Phasen ausgespielt.

In der ersten Phase einer Runde wählt jeder Spieler seine Aktion und markiert sie auf dem Spielbrett, wobei jede Aktion pro Runde insgesamt nur einmal gewählt werden kann. Die Reihenfolge der Spieler wird durch die Position ihrer Arbeiter auf der Leiste mit den geplanten Aktionen auf dem Brett bestimmt.

In der zweiten Phase werden die geplanten Aktionen ausgeführt. Man kann Pech herstellen, Tiere oder Futter sammeln, Tiere (Tiere lassen sich nur in korrekten Paarungen in die Arche bringen) oder Käfigwände (nur fertige Käfige mit vier Seiten können mit Tieren beladen werden) austauschen, Holz für Käfigwände fällen, die Arche beladen (mit Futter oder Tieren) oder mit den gesammelten Materialien (Pech, Holz) die Arche bauen. Siegpunkte bringen ein Tausch (wenn die Option Siegpunkt gewählt wurde), eine verbaute Käfigwand oder Pechklötzchen, verladenes Futter oder Tiere. Für letztere gibt es Extrapunkte für dabei betroffene Käfigwände und Pechklötzchen.

Danach endet die Runde und die nächste wird eingeläutet, bis zwei Bedingungen erfüllt werden: Es müssen mindestens zehn Runden gespielt worden sein und die gesamte Schiffsaußenhülle muss mit Käfigwänden belegt sein. Wenn das so ist, wird der Regen stärker und die Flut setzt ein. Jeder Spieler darf nach Sonderregeln noch einmal Futterplättchen und Tierpaare auf das Boot laden. Es beginnt der Spieler mit den wenigsten Siegpunkten.
Im Anschluss findet eine letzte Wertung statt. Wer die meisten Käfigwände an der Außenhülle des Schiffs gebaut hat, bekommt Extra-Siegpunkte. Danach werden Punkte für bei den Spielern verbliebene Käfigwände, Futterplättchen und Pechklötzchen sowie Tiere nach Größe abgezogen. Es gewinnt, wer am meisten Siegpunkte angehäuft hat. Soweit ein kurzer Abriss des Spielgeschehens.

Ark&Noah ist also vor allem etwas für Taktiker, wobei mit steigender Spielerzahl der Zufall größeren Raum gewinnt. Für ausgeglichenere Chancen sollten sehr junge mit deutlich älteren Spielern also nur zu viert spielen. Die taktischen Elemente ziehen als Vorteil einen hohen Wiederspielwert nach sich, weil in jeder Runde und mit jedem neuen Spiel auch neue Situationen entstehen.

Das gelungene Design des Spiels ist an das Thema Noah angepasst und unterstützt die Übersichtlichkeit. Außerdem ist es nicht altersspezifisch ausgeführt, so dass jeder ab den empfohlenen acht Jahren zufrieden sein kann. Das Material ist aus Holz, Stoff oder stabiler Pappe gefertigt, was lange Spielfreude garantieren dürfte.

Fazit: Wenn auch der Aufhänger des Spiels rund um die Sintflut vor dem Hintergrund des Spielmechanismus nicht immer ganz stimmig erscheint, ist Ark&Noah dennoch ein gelungenes Spiel; kurzweilig und mit hohem Wiederspielwert. Die Jagd nach Siegpunkten ist nicht neu, aber in diesem Spiel durchdacht ausgeführt. Hervorzuheben bleibt die Anleitung mit ihren zwei Spielvarianten, die das Problem vieler Brettspiele (Zeitbedarf für die Einarbeitung) entschärft.




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