Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Comics » The Homeland Directive

The Homeland Directive
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 19.06.2013, Serie: Belletristik, Autor(en): Robert Venditti, Mike Huddleston, Verlag: CARLSEN Verlag GmbH, Seiten: 148, Erschienen: 2013, Preis: 16,90 EUR


Wer hat Lust auf ein wenig Paranoia, gut gewürzt mit Verschwörungstheorien und einer ganz realen Bedrohung? Dann seid Ihr bei The Homeland Directive genau richtig!
Im Land der Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten verbreitet sich eine ominöse Krankheit, deren Quelle nicht auszumachen ist.

Der Leser begleitet die Ärztin Laura, welche anfangs noch gar nicht ahnt, in welche Gefahr sie sich binnen kürzester Zeit begeben wird, ohne dass sie wirklich etwas dafür kann. Ein guter Freund wird plötzlich tot aufgefunden, der noch vor Kurzem mit ihr im Auto saß. Ein dubioser Polizist will sie dazu befragen, wird dann aber kurzerhand über den Haufen gefahren und sie dafür in einen Transporter gezogen. Plötzlich sieht sie sich ein paar Gestalten gegenüber, die in ihrer Zusammensetzung seltsamer nicht sein könnten – der Einsame Schütze lässt grüßen.
Schon sind wir drin in der äußerst verwirrenden Situation und fühlen ganz wie die Protagonistin: Was zur Hölle ist hier los und warum sollte man gerade den seltsamen Kerlen glauben, die versuchen Ihre Spuren zu verwischen und Geld nur über Anweisungen bekommen, die sie bündelweise aus einer Reisetasche ziehen?
Schnell wird klar, so richtig ehrlich ist hier keiner und irgendwer versucht eine Seuche unter die Bevölkerung zu bringen, die ganz schnell sehr tödliche Ausmaße annimmt – und sich rasend schnell verbreitet.

Robert Venditti hat ein Händchen für guten Thriller-Lesestoff. Das hat er uns schon mit The Surrogates bewiesen. Auch diesmal präsentiert er uns eine nicht ganz so abwegige Zukunftsvision, in welcher die Angst vor Terror sehr gegenständlich wird.

Die äußerst wirre Erzählart mit harten Schnitten zwischen den Schauplätzen macht die Atmosphäre erst greifbar. Man fliegt förmlich über die Seiten, versucht zu begreifen, wer hier wen ausspielt, bis es irgendwann klick macht und man das ganze Ausmaß des Horrors begreift.

Auch die grafische Umsetzung folgt diesem Paradigma. Jeder Schauplatz ist in einem völlig anderen Stil gehalten. So ist das Kontrollcenter der Datenverarbeitung der Regierung sehr hell, ja geradezu spartanisch gehalten, das Papier, auf dem die Panels liegen, wie ein Collegeblock kariert, während die Seiten schnell rot werden und die Zeichnungen aus den Panels kippen, als Schüsse fallen und Menschen sterben.

Fazit: In diesem Comic wird eine sehr gegenständliche Bedrohung gleich auf mehreren Ebenen ganz hervorragend umgesetzt. Farbe und Erzählstil gehen Hand in Hand und leiten uns durch einen Thriller, der auf ganzer Linie überzeugt. Dabei ist die hochwertige Hardcover-Verarbeitung auch noch eine echte Augenweide im Regal. Wer Thriller mag, darf beherzt zugreifen – ach, jeder andere Leser eigentlich auch.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.