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Warhammer 40K: Schattenjäger - Das Blut der Märtyrer
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 04.06.2013, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Andy Hoare, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: 172, Erschienen: 2013, Preis: 34,95 EUR


Wer der Imperium der Menschheit im Warhammer 40.000-Universum angehört, der dient am Ende stets dem Gott-Imperator. (Wehe, wenn nicht!) Doch manche fühlen sich noch stärker zum Dienste des Glaubens berufen. Sie treten den Rängen der Inquisition oder der heiligen Kirche (Adeptus Ministorum oder Ekklesiarchie) bei. Während man in Schattenjäger als Diener der Inquisition vor allem mit jener in Kontakt kommt, schildert das frisch erschieneneDas Blut der Märtyrer die Natur der Ekklesiarchie und ihrer Diener.
Das Quellenbuch verbindet dabei eine große Bandbreite verschiedener Aspekte der Kirche des Imperators zu einem Gesamtwerk.

Das erste Kapitel handelt detailliert die Geschichte und Natur des imperialen Glaubens ab - angefangen mit dem Bruderkrieg und den Glaubenskriegen, über die Grundsätze der imperialen Religion und den (wenig toleranten) Umgang mit Ungläubigen, Ketzern und Xenos. Die Schilderungen sind geschickt und packend geschrieben, was jedoch teilweise auf Kosten der Übersichtlichkeit geht. An mehreren Stellen wären Stichpunkte hilfreich; oder zusammenfassende Absätze zu Beginn wichtiger Abschnitte. Beim ersten Lesen mag das noch wenig stören, doch beim späteren Nachschlagen wäre es nützlich. Das ist in gewisser Weise Standard im Rollenspielbereich, doch gerade die imperiale Religion ist als zentrales Spielelement von solcher Bedeutung, dass sie eine besondere Behandlung verdient hätte. Nicht umsonst nimmt dieses Kapitel etwa ein Drittel des ganzen Buches ein.

Vom großen Ganzen geht das zweite Kapitel in die Details des Spielercharakters. Es schildert sowohl neue regeltechnische Möglichkeiten als auch neue Hintergründe und Charakterdetails für Mitglieder der Ekklesiarchie. Auch Aufstiegsmöglichkeiten (im regeltechnischen und innerweltlichen Sinne) werden aufgezeigt, die man bei seinem Aufstieg in den Rängen der sakralen Hierarchie erreichen kann. Wer wollte nicht schon immer Erzexorzist werden?

An diese allgemeinen Optionen schließt sich ein ganzes Kapitel über die Ordensschwestern des Adeptus Sororitas an. Dieser Orden, der (wie der Name schon vermuten lässt) vollständig aus Frauen besteht, stellt einen wichtigen militärischen Machtblock innerhalb der Ekklesiarchie dar. Die Strukturen, Dienste und Überzeugungen werden sehr genau abgehandelt. Tatsächlich sind ihm im Verhältnis zum Rest der Kirche außergewöhnlich viele Seiten gewidmet.

Das vierte Kapitel dagegen behandelt wieder ein allgemeines, wenn auch sehr seltenes Phänomen: Die übernatürlichen Mächte, die der Wahre Glaube an den Imperator einigen, wenigen Auserwählten ermöglicht. Wer die Kraft seines Glaubens in solche Form bringen kann, der vermag schützende, helfende so wie gefährliche Mächte zu entfesseln.
Das bietet einerseits neue Optionen am Spieltisch, wird aber andererseits vermutlich sehr viel häufiger in Spielercharakterrunden vorkommen als die enorme Seltenheit innerhalb der Spielwelt rechtfertigen würde (wie so oft bei im Nachhinein eingeführten Konzepten der Spielwelt).

Während das fünfte Kapitel vor allem eine Liste heiliger Artefakte darstellt, ist das sechste und letzte Kapitel eine Hilfestellung für den Spielleiter, wie er den Adeptus Ministorum in seine Kampagnen einbauen kann. Es beinhaltet nicht nur hilfreiche Ratschläge und Abenteueransätze, sondern auch die umfassende Beschreibung einer Schreinwelt im Calixis-Sektor, die die Spielleitung als Grundlage für ihre Abenteuerplanung verwenden kann.

Generell sind die Texte gut geschrieben und fehlerarm. Die grafische Gestaltung ist in gewohnt hochwertiger Düsternis gehalten.

Fazit:
Das Blut der Märtyrer ist eine wichtige Hilfe für den Spielleiter von Schattenjäger, erklärt es doch eine der wichtigsten Institutionen des Imperiums der Menschheit. Es ist auch sehr angenehm zu lesen und im Allgemeinen von hohem Spielwert. Das Buch ist jedoch stellenweise ein etwas seltsam zusammengestellter Kessel Buntes mit unoffensichtlicher Akzentuierung.




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