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Der Widerstand/The Resistance dt.+engl.
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 15.07.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Don Eskridge, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 14,95 EUR

Brett- und Kartenspiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Unter diesen Spielen sind es vor allen Dingen kooperative und interaktive Spiele, die viele Spieler ansprechen und die immer wieder gespielt werden. Gerade die interaktiven Spiele, bei denen man sich während des Spiels unterhalten muss, um das Spiel am Laufen zu halten, sind dabei besonders geeignet für größere Gruppen und dementsprechend bei Spielepartys sehr beliebt.

Ein neues Spiel, das die oben genannten Merkmale absolut erfüllt und bald wohl auf vielen Partys gespielt wird, ist "Der Widerstand" von Don Eskridge, in Deutschland erschienen beim Heidelberger Spieleverlag in einer deutsch-englischen Ausgabe. Angesiedelt ist das Spiel in einer dystopischen Zukunft, in der Konzerne die Macht an sich gerissen haben und nur ein paar Freiheitskämpfer gegen diese Konzerne ins Feld ziehen, "Der Widerstand". Diese Gruppen werden regelmäßig von Spionen der Konzerne unterwandert und dann ausgeschaltet.

Eine achtseitige, einfach zu verstehende Anleitung mit vielen Tipps für die Spieler und vielen Beispielen, die dazu führen, dass man das Spiel schon nach wenigen Minuten verstanden hat, begrüßt die fünf bis zehn Spieler ab 14 Jahren. Zu Beginn des Spiels erhalten diese Spieler dann zufällig eine der toll gezeichneten Charakterkarten und erfahren so, auf welcher Seite sie stehen: Konzern oder Widerstand. Damit beginnt das kurzweilige Spiel und es nimmt sofort Fahrt auf, denn nur die Spione kennen sich, die Widerstandskämpfer müssen davon ausgehen, dass jeder andere ein Spion ist. Verrat, Verleumdung und Intrigen, das steht auf der Box und genau das, zusammen mit Misstrauen, wird auch geliefert. Nur mit Reden und Beobachten bekommt man natürlich nicht heraus, wer ein Spion ist. Das erfährt man erst durch die Ergebnisse der Missionen und natürlich durch Beobachten der anderen Widerstandskämpfer.
Fünf Missionen, die auf schicken Missionskarten mittels Markern abgehandelt werden, sind zu absolvieren. Davon müssen mindestens drei von einer Seit gewonnen werden, also entweder erfolgreich für den Widerstand oder beim Scheitern für die Spione. Bevor die Gruppen den Auftrag ausführen, wird abgestimmt, ob die Zusammenstellung des Teams akzeptiert wird oder nicht. Ist das Team zusammengestellt, beginnt die Mission und die Teilnehmer entscheiden mittels Karten über Erfolg (Widerstandskämpfer auf alle Fälle und Spione um sich zu tarnen) und Scheitern (nur die Spione, wenn sie sich sicher fühlen und das Scheitern zum Gewinnen notwendig ist). Anschließend werden diese Karten gemischt und aufgedeckt, so dass niemand weiß, wer nun welche Karte gelegt hat. Es gibt immer weniger Spione als Widerstandskämpfer, aber das alleine hilft nicht, denn es müssen auch immer fast alle richtigen Widerstandskämpfer an der Mission teilnehmen, damit diese nicht scheitert. Ein verzwicktes System und das Misstrauen führt oft zum Scheitern. Soviel zum Basisspiel, das nicht sehr oft vom Widerstand gewonnen wird.
In der Box befindet sich aber noch die Spielvariante "Die Spannung steigt", bei der Plotkarten ins Spiel kommen, die die Chancen des Widerstands erhöhen können. Die Plotkarten beinhalten zum Beispiel Karten wie "Abhörmaßnahme", bei der ein Spieler die Charakterkarte seines Sitznachbarn anschauen darf und auch die Karte "Vertrauen bilden", bei der ein Spieler seine Karte einem Mitspieler seiner Wahl zeigen kann.

Das Grundspiel selbst macht bereits jede Menge Spaß und Lust auf mehrere Runden nacheinander. Die Stimmung ist riesig; es wird viel geredet und die vier Schlagwörter "Verrat", "Verleumdung", "Misstrauen" und "Intrigen", sagen eigentlich schon fast alles über das Spiel aus, was man wissen muss. Generell kommt es auf eine gute Beobachtungsgabe und das Kartenglück an.

Fazit: "Der Widerstand" ist ein kurzweiliges Spiel, das nach kurzer Zeit der Renner auf Spieleabenden sein wird, wenn es erst einmal ausprobiert worden ist. Tolle Spielmechanismen und vor allen Dingen viel Interaktion sind zwei Gründe dafür, aber auch die Bilder und die Spielvariante überzeugen komplett. Kurzum: Muss man haben!




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