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Castles
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.06.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Harald Bilz, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 19,95 EUR


Burgen und Schlösser erfreuten sich schon immer großer Beliebtheit. Im Mittelalter boten sie Schutz und waren Zeichen von Macht und Reichtum. Heute sind sie Wahrzeichen und Touristenattraktionen. Es ist also kein Wunder, dass diese Bauwerke nie vergessen werden. Oft fragt man sich dabei, wie die Menschen der Vergangenheit überhaupt in der Lage waren solche prächtigen Bauten ohne moderne technische Hilfsmittel zu bauen.

In Brettspielen ist das mit dem Bauen immer sehr einfach. Ein paar Rohstoffe sammeln, einen Handwerker kaufen und schon kann es losgehen. Das klappte sehr erfolgreich beim Bau von Kathedralen, Städten, maurischen Palästen und bei einigen anderen Bauwerken. In "Castles" von Harald Bilz, das im vergangenen Jahr beim Heidelberger Spieleverlag erschienen ist, müssen zwei bis vier Spieler für etwa eine Stunde in die Rolle von findigen Baumeistern schlüpfen, um König Schneebarts Enkeltochter eine angemessene Burg zu bauen und damit nicht nur das Königreich sondern auch die Hand der Prinzessin zu gewinnen.

Um das zu schaffen, müssen die Spieler vorhandenes Material, Bauplättchen mit Mauerteilen, Zinnen und Toren, so auf einem Baubogen platzieren, wie sie diese im Steinbruch, dem Ziehstapel, vorfinden. Wer am Ende, wenn der Steinbruch leer ist, die größte Burg, den leersten Lagerbestand ohne Materialverschwendung und die wenigsten Baulücken hat, der darf sich auf eine Hochzeit freuen.
Doch bevor es mit dem Spielen losgehen kann, hat man erst einmal ein wenig Arbeit. Die Plättchen müssen aus den Kartons gedrückt und die Spielregeln gelesen werden. Ersteres geht recht schnell und noch schneller, wenn man keine Angst vor angerissenen Plättchen hat, letzteres dauert zwar etwas länger, ist aber, dank des nur achtseitigen Regelwerks, auch in annehmbarer Zeit machbar. Die Regeln sind einfach zu verstehen, machen aber schnell deutlich, dass das Spiel nicht wirklich innovativ ist. Zumindest können jedoch lustige Bauwerke entstehen.

Jede Runde läuft gleich ab: Die Spieler ziehen zwei Mauerplättchen vom Stapel und entscheiden, ob und wo sie diese verbauen. Werden die beiden Plättchen verbaut, kommen sie auf dem Bauplatz auf eine passende Stelle. Anlegen darf man dabei nur an Plättchen, die Mörtel an der passenden Seite haben und die auch Regelkonform überhaupt angelegt werden könne - ein Torbogen darf nicht in die freie Luft gebaut werden. Wer nicht alle Plättchen verbauen will, der hat noch andere Optionen. Er kann beide den anderen Spielern anbieten, aus dem Spiel entsorgen oder eines oder beide Plättchen in sein Lager legen. Gibt man seine Plättchen an einen anderen Spieler ab, darf man neu ziehen, muss diese Bauteile aber in die Burg einfügen. Das Ganze macht man, bis die Halde leer ist.

Anschließend erfolgt die Auswertung. Dank eines guten Beispiels in den Spielregeln ist diese Auswertung einfach zu verstehen und dem Spiel steht nichts im Weg. Wem das zu einfach ist, der kann die erweiterten Bewertungsegeln ins Spiel einfließen lassen, wirklich innovativer wird es dadurch aber auch nicht, denn wenn die optionalen Regeln nur auf die Punkte abzielen, dann ist damit nichts erreicht außer einer Verkomplizierung der Auswertungsphase.

Neben einfachen Regeln und dem wenig innovativem Spielsystem insgesamt sind auch die Bauplättchen und die Bauplätze nicht wirklich überzeugend. Das Auge spielt mit und wird hier kaum angesprochen. Allerhöchsten die schon erwähnten lustigen Bauwerke, die entstehen können, und das Cover des Spiels wirken ein wenig ansprechender. Alles in allem eher eine Enttäuschung als ein Geheimtipp.

Fazit: "Castles" ist ein einfaches Bauspiel für zwei bis vier Spieler mit wenig innovativem Hintergrund und noch weniger innovativen Regeln. Auch die Illustrationen sind nicht wirklich ansprechend, so dass nicht einmal das zum Spielvergnügen beitragen kann. Braucht man nicht unbedingt im Spieleschrank.




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