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Aztlan
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 09.07.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Leo Colovinis, Verlag: Heidelberger Spieleverlag, Seiten: , Erschienen: 2013, Preis: 39,95 EUR


Aztlan ist ein rundenbasierendes Brettspiel für zwei bis vier Spieler, das mit dem Siegpunkteprinzip arbeitet. Thematischer Aufhänger des ansprechend gestalteten und sehr gut ausgestatteten Spiels (unter anderem 120 [!] ca. drei Zentimeter große Spielfiguren) ist der Kampf von vier Aztekenstämmen um die Macht in Aztlan. Das Spielbrett zeigt für Südamerika typische geographische Gebiete: Wüste, Dschungel, Terrassenfelder, Gebirge und Städte - aufgeteilt in insgesamt 30 Regionen.

Jeder Spieler erhält zu Beginn unter anderem sechs Machtkarten mit Werten von Vier bis Neun und 30 Stammesfiguren seiner Farbe. Das sind schon die wichtigsten Zutaten für die fünf Runden mit je vier Phasen.
In der ersten Phase wählt jeder Spieler verdeckt eine Machtkarte für die laufende Runde aus. In Phase zwei stellt er eine im Spielverlauf schrumpfende Anzahl seiner Stammesfiguren in die Gebiete oder bewegt optional eine seiner bereits gesetzten Figuren eine Region weiter. Dabei wird reihum immer eine Figur gesetzt oder bewegt, bis alle Figuren aller Spieler auf dem Spielbrett stehen. Die dritte Phase entscheidet dann die Konflikte. Stehen in einer Region Figuren unterschiedlicher Stämme (Schlange, Ozelot, Kojote, Quetzal), wird deren jeweilige Macht ermittelt. Dabei multipliziert man den Wert der gewählten Machtkarte, die nun aufgedeckt wird, mit der Anzahl der eigenen Figuren im Gebiet. Bei Gleichstand passiert nichts. Ansonsten kann der Spieler des stärksten Stammes entscheiden, ob er kämpft und damit automatisch alle Figuren der unterlegenen Stämme im Gebiet vom Brett entfernt oder den gegnerischen Figuren erlaubt zu bleiben. In letzterem Fall darf er als Belohnung für die Großzügigkeit eine Kulturkarte ziehen, die er in jeder Phase spielen kann, um das Spielgeschehen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Die vierte Phase ist der Wertung vorbehalten. Nach einem feststehenden Schlüssel bekommt man für die besetzten Gebiete Punkte und Bonuspunkte, deren Zahl jeder Spieler dann auf dem Spielbrett mit einer eigenen kleinen Aztekenpyramide markiert. Nach der fünften Runde gewinnt ganz unspektakulär derjenige, der die meisten Siegpunkte gesammelt hat.

Die angegebene Spieldauer von einer Stunde minimal erreichen trotz der relativ einfachen Regeln nur eingespielte Runden oder passive, lustlose Spieler. Letztere sind aber kaum zu erwarten, denn trotz bekannter Spielmechanismen, die im Grund nur neu verpackt und arrangiert werden, macht Aztlan durch seine Kombination von Zufall und Taktik und den sich daraus stetig neu ergebenen Situationen immer Spaß. Das gilt vor allem für die Version mit vier Spielern, für die Variante mit zwei Spieler nur mit Abstrichen.

Fazit: Aztlan bietet kein Feuerwerk an Innovationen, weiß aber durch stimmungsvolle Gestaltung, die sich ständig neu entwickelten Spielsituationen und seine schnell überschaubaren Reglen zu überzeugen.




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