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Star Trek - Vanguard 8 - Sturm auf den Himmel
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 13.06.2013, Serie: Belletristik, Autor(en): David Mack, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 409, Erschienen: 2012, Preis: 12,80 EUR


Eine Saga geht zu Ende. Hinter uns liegen sieben Bände, die das Star-Trek-Genre ordentlich durcheinander gewirbelt haben und Grenzen überschritten, die lange Zeit als unantastbar galten. Vanguard hat nichts zu tun mit dem scheinheiligen Start-Trek-Universum, das unsereins als Kind der 90er noch mit Picard und seiner rechtschaffenen Pyjamaparty in Verbindung brachte, die eigentlich mehr mit sich selbst zu tun hatte, aber ab und zu ganz nebenbei auch noch die ein oder andere Welt rettete.

Schluss damit – Vanguard und allen voran David Mack, errichteten ein gewaltiges Monument galaktischer Geschichtenerzählung ohne Schwarz und Weiß. Denn alle, die sich auf dem Außenposten bewegen, sind grau und unterscheiden sich eigentlich nur durch ihre Schattierungen.
Wir steigen ein, wo wir den "Zeitungsjungen" Tim Pennington und ehemaliger Kommandant Vanguards Diego Reyes das letzte Mal verlassen haben: versunken in ein nachdenkliches Gespräch auf einem entfernten Planeten. Sie erzählen immer noch die Geschichte, wie es mit dieser so wunderbaren aber auch so fürchterlichen Raumstation eigentlich zu Ende ging. Davon handelt dieser letzte Band, in dem sich alle offenen Stränge nun zu einem einzigen Tau verflechten, eine Lunte bilden und Feuer fangen.

Die Entwicklung war vorhersehbar: Die Föderation ist mit allen kriegstreiberischen Rassen zerstritten, die Klingonen streiten sich innerhalb ihrer eigenen Regierung, die Romulaner tun das, was sie am besten können – Zwietracht säen, die Shedai sammeln sich, um ein für alle mal alles Leben in ihrer Reichweite auszulöschen, und die Tholianer wollen irgendwie das Gleiche, begnügen sich aber erstmal mit Vanguard.

So kommt es, wie es kommen musste: Keiner ist zur Party eingeladen, aber alle bringen ihre bucklige Verwandtschaft mit, und keiner weiß sich zu benehmen. Schiffe brennen, Menschen sterben, Herzen brechen. Wo gehobelt wird, da fallen diesmal ganze Bäume.

Fazit: Der ganze Roman ist eine Tour de Force unbequemer aber konsequenter Entscheidungen und wirkt somit authentischer als es sieben Staffeln Next Generation je waren. Da ist es fast zu schade, dass eine Serie, die sieben Bände ohne die Enterprise auskam, am Ende doch wieder an ihr festhält. Schwamm drüber, Tränen trocknen, Mund abwischen, noch kurz ein Blick zurück: Es war eine geile Zeit.




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