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Sorge Dich nicht, beame! - Besser leben mit StarWars und StarTrek
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 26.04.2013, Serie: Belletristik, Autor(en): Andrea Bottlinger, Christian Humberg, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 239, Erschienen: 2012, Preis: 14,80 EUR


Ratgeber für alle Lebenslagen finden sich in Buchhandlungen wie Sand am Meer. Jedes Buch verspricht dabei, die Lösung für alle Probleme oder zumindest für ein ausgewähltes Problem zu sein. Diese Ratgeber halten selten was sie versprechen, denn viel zu oft ist ein Lösungsweg nicht für jeden Menschen nützlich und schon gar nicht auf jede Situation anwendbar. Dazu kommt noch die religiöse oder esoterische Ausrichtung mancher Ratgeber, was nicht jeden anspricht. Kurzum, die Ratgeber sind für Personen mit bestimmtem Hintergrund geschrieben und können in Teilen auch nur für diese funktionieren.

Was machen aber die Menschen mit Problemen, für die die Fragen, "Was würde Jesus tun?" oder "Was würde Buddha tun?" nur zu einem fragenden Blick und einem Schulterzucken führen, Menschen also, die sich als Geeks und Nerds bezeichnen? Die Antwort ist recht einfach, die müssen zum Buch "Sorge dich nciht, beame! - Besser leben mit Star Wars und Star Trek" von Andrea Bottlinger und Christian Humberg, erschienen beim Verlag Cross Cult, greifen.

Dieser Ratgeber ist anders, das ist klar. Schließlich nimmt er einen völlig anderen Ansatz, weniger religiös und weniger esoterisch, und sich dabei vor allen Dingen nicht so ernst; das verspricht schon der Klappentext.
Der Ratgeber selbst beginnt dann mit einer Bedienungsanleitung, eigentlich nur ein Vorwort, das die Entstehung des Buches beziehungsweise die Geburt der Idee wiedergibt. Die eigentliche Bedienungsanleitung trägt die Überschrift "Keine Panik!" und leitet gekonnt auf das erste von zehn Kapiteln über. Was diese jedoch beinhalten, findet sich vorab nicht, denn auf ein Inhaltsverzeichnis wurde verzichtet.

Im ersten Kapitel dreht sich alles um Beziehungen. Anhand von Beispielen und analog den oben aufgeworfenen Fragen, in diesem Fall "Was würde Han Solo oder Captain Kathryn Janeway tun?", dreht sich zuerst alles um das Finden und Gewinnen des Traummannes und der Traumfrau, bevor ein Blick auf das Aufrechterhalten der Beziehung geworfen wird. Beispiele für erfolgreiche Beziehungen sind Miles und Keiko und bei Dingen, die es zu vermeiden gilt, werden Anakin und Amidala in den Blick genommen.

Direkt im Anschluss gibt es eine weitere Besonderheit: Zwischen allen Kapiteln finden sich Zwischenspiele, die aus dem Rahmen des Ratgebers herausfallen, denn diese widmen sich zwar weiterhin dem SciFi-Thema, sind aber nicht wirklich Rat gebend. Im ersten Fall dreht sich das Zwischenspiel um die Frauen in SciFi-Serien und wie diese auftreten.

Kapitel Zwei ist ein Karriereratgeber. Alles beginnt mit zwei Extremen, dem Imperator und Commander Riker. Der eine ist loyal bis zum Verzicht auf Beförderungen und der andere nicht. An diesen figuren wird aufgezeigt, wie man den Karrieresprung machen kann. Im weiteren Verlauf dreht sich dann alles um den Umgang mit Mitarbeitern. Druck oder Geduld oder irgendwas dazwischen, das sind mögliche Verhaltensweisen. Im folgenden Zwischenspiel werden bekannte Sternenkriegern vorgestellt und deutlich gemacht, welche Karriere sie wie gemacht haben.

Das dritte Kapitel befasst sich mit Freunden und der Familie. Wie finde ich Freunde, wie verhalte ich mich meiner Familie gegenüber und welche Einfluss haben verschiedene Erziehungsstile auf die Nachkommen? Paten für dieses Thema sind unter anderem Beverly Crusher und ihr Sohn. Das Zwischenspiel widmet sich diesmal den unterschiedlichen Arten von Sidekicks, die sich in Filmen finden lassen, und machen deutlich, dass nicht jedes Modell gleich bedeutend ist.

Im vierten Kapitel dreht sich alles um die Politik und Diplomatie, sowohl im großen, Wahlen und Parteien, als auch im kleinen Rahmen, Nachbarn. Proteste, Sozialismus und Toleranz treffen auf Ferengis in der Föderation und auf die Rebellen, bevor ein Blick auf den Nachbarschaftsstreit und wie man diesen umgeht oder löst geworfen wird, bestes Beispiel der Planet Naboo. Im Zwischenspiel findet sich passenderweise ein Erstwählercheck für SciFi-Fans, der mit sieben Fragen jedoch etwas kurz ausfällt.

Das fünfte Kapitel befasst sich mit Mentoren und zeigt nicht nur die unterschiedlichen Arten von Mentoren, sondern auch, welcher Mentor für einen selbst der beste wäre.
Das Zwischenspiel diesmal ist eine Art Dr. Sommer, wobei SciFi-Größen die Fragen beantworten.

Lifestyle ist das Thema des nächsten Kapitels und hier erfährt man, welcher Typ man ist, in dem man sich mit Fragen nach dem Zuhause, der Kleidung, der kulturellen Teilhabe und den Urlaubszielen beschäftigt. Das folgende Zwischenspiel ist ein Weltraumquartett mit vier wichtigen Raumfahrzeugen.

Das siebte Kapitel widmet sich der Religion und zeigt auf, dass der Gaube etwas persönliches ist und Toleranz das höchste Gebot und auch kleinere Religionen die großen Fragen des Lebens beantworten können. Im Zwischenspiel geht es diesmal um das Göttliche in uns und wie wir uns verehren lassen sollten und können.

Kapitel acht widmet sich den Freizeitbeschäftigungen und macht viele Vorschläge, wie man sich von SciFi-Helden Tipps für ein tolles Hobby holen kann. Passend dazu das Zwischenspiel, ein Bild zum Ausmalen zur Entspannung.

Von Geld und wie man dazu kommt handelt das neunte Kapitel. Im Zwischenspiel finden sich zwei Horoskope der besonderen Art.

Das letzte Kapitel befasst sich mit dem aktuell am meisten besprochene Thema in Ratgebern, dem Burnout. Hier finden sich Tipps zum Stressabbau undzum Finden von Ratgebern für ein stressfreies Leben. Das letzte Zwischenspiel thematisiert schließlich Gurus im Universum. Das Nachwort rundet das Buch dann damit ab, dass es dem Ideengeber vorgeführt wird, der die Autoren abschließend für bekloppt erklärt.

Bekloppt ist das Buch aber nicht, denn trotz des augenzwinkernden Inhalts finden sich hilfreiche Informationen. Die Protagonisten der Filme sind nicht nur beliebt und in SciFi-Kreisen allgemein bekannt, sie haben auch durchaus das Potential, als Ratgeber oder besser gesagt als Quelle der Inspiration zur Lebensverbesserung zu dienen. Dieses Potential haben die beiden Autoren nicht nur gut erkannt, sie haben es auch gut in diese schriftliche Form gebracht und schaffen einen tollen Spagat zwischen humorvoll und hilfreich. Am besten fand ich die absolut klare und nachvollziehbare Verbindung zwischen den Gungans und unseren Nachbarn, die ihre Kinder Schackeline oder Schantalle rufen.

Was die Ratgeberkapitel gut machen, das klappt bei den Zwischenspielen nicht immer. Die sind nur zuweilen lustig, manchmal nicht einmal passend und in einigen Fällen auch einfach nur Füllwerk oder besser gesagt vollkommen unnötig, zum Beispiel das Raumfahrzeuge-Quartett. Was aber wirklich fehlt, ist ein Inhaltsverzeichnis, an dem man sich orientieren könnte, wenn man nur Hilfe zu einem Thema benötigt. Ich weiß nicht, wieso weder die Autoren oder der Lektor noch der Verlag daran gedacht haben. Trotz der Mängel bei den Zwischenspielen und dem Inhaltsverzeichnis ist das Buch ein gelungener Ratgeber für Geeks und Nerds und tatsächlich cooler als ein esoterischer Ratgeber.

Fazit: Andrea Bottlinger und Christian Humberg haben mit "Sorge dich nicht, beame! – Besser leben mit Star Wars und Star Trek" einen Ratgeber für alle Lebensbereiche geschrieben, der sowohl humorvoll als auch wirklich hilfreich ist. Kleinere Schwächen finden sich zwar, aber diese kann man schnell überblättern oder anderweitig überwinden. Ein tolles Buch für Nerds und Geeks, die Rat brauchen und ihn sich am liebsten bei ihren Helden holen wollen.




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