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Die Welten von Star Trek Deep Space Nine - Ferenginar - Zufriedenheit wird nicht
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 24.03.2014, Serie: Belletristik, Autor(en): Keith R.A. DeCandido, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 192, Erschienen: 2013, Preis: 9,90 EUR


Denkt man an Star Trek, dann denkt man meistens immer zuerst an Raumschiffe, insbesondere natürlich an die verschiedenen Enterprises, und dann an Vulkanier, Klingonen und Cardassianer. Dabei vergessen die meisten, zumindest die, die keine Fans sind, immer die Raumstation Deep Space Nine und die wahrscheinlich hervorstechendsten Figuren der Serie, nämlich die beiden Ferengis Quark und Rom: der eine ein durchtriebener Geschäftsmann, der andere eher ein Schussel. Trotzdem hat der Schussel es zum Großen Nagus gebracht.

Genau um diese beiden dreht es sich auch im fünften Band der Die Welten von Star Trek Deep Space Nine-Reihe, "Ferenginar – Zufriedenheit wird nicht garantiert" von Keith R.A. DeCandido, der schon 2013 bei Cross-Cult erschienen ist. Neben Quark und Rom spielen aber auch der alte Nagus, die Familie der beiden und auch die Bajoranerin Ro Laren, auf die Quark mehr als ein Auge geworfen hat, eine Rolle.

Alles beginnt aber auf Deep Space Nine, wo Kira Nerys nach wie vor alle Hände voll zu tun hat und Quark seinen Geschäften nachgeht. Ein sehr aktuelles Geschäft, wie immer nicht ganz legal, ist ein Geschäft zwischen einem Fälscher und seinem Kunden. Doch das alles verliert seine Wichtigkeit, als Quark ein Angebot erhält, das er nicht ausschlagen kann, nämlich sich am Sturz des Großen Nagus zu beteiligen. Dabei scheint es den Verschwörern auch egal zu sein, dass Rom Quarks Bruder ist. Aber die Ferengis haben für alles eine Erwerbsregel; in diesem Fall: "Gestatte niemals, dass Verwandte einer günstigen Gelegenheit im Weg stehen."
So ganz überzeugt, dass er tatsächlich davon profitiert, ist Quark aber nicht und deshalb macht er sich auf nach Ferenginar, um sich von der Situation zu überzeugen und zu entscheiden, worauf er setzen soll. Ihn begleiten sein Neffe und Ro, die er als Beschützerin mitnimmt aber auch um ihr nahe zu sein. Als die Schlinge sich um Rom zuzieht und dessen Frau in Gefahr gerät, das gemeinsame Kind zu verlieren, lässt Quark Erwerbsregeln Erwerbsregeln sein, stellt sich auf die Seite seines Bruders und erledigt einiges an schmutziger Arbeit, um dessen Feinde, die auch seine Feinde sind, auszuschalten. Ro und Nog sind dabei alles andere als nutzlos und schon bald scheint sich das Blatt zu wenden.

Dieser Roman ist ein außergewöhnlicher Star Trek-Roman, der allerdings wie alle Romane der Reihe den Fokus auf die Welten und die Nebenfiguren der Serie legt und die eigentlichen Hauptfiguren nur nebenbei erwähnt. Ferenginar ist ein toller Planet, trist und voller potentieller Geschäftspartner und Opfer von Betrügereien und darüber hinaus voller Möglichkeiten und interessanter Bewohner. Außergewöhnlich ist er aber nicht nur wegen der Auswahl der Nebenfiguren und der Auswahl des Planeten, sondern auch, weil der Fokus auf Intrigen und Gesprächen und nicht auf den sonst häufig vorkommenden Phaserduellen und sonstigen Kämpfen liegt, obwohl dazu durchaus Potential vorhanden ist. Spannend ist das Buch auch ohne Gewalt, denn zu den Intrigen gehören viele geheime Missionen und Treffen in dunklen Ecken, so dass man bis zum Ende nicht weiß, wer auf wessen Seite steht und wer schlussendlich den Sieg davontragen wird und wie tief der Fall des Verlierers sein wird: ein weiteres tolles Buch dieser Reihe.

Fazit: Die Welten von Star Trek Deep Space Nine "Ferenginar – Zufriedenheit wird nicht garantiert" von Keith R.A. DeCandido ist ein absolut gelungener Roman, der sich mit einer der interessantesten Rassen und Gesellschaften beschäftigt, die Star Trek zu bieten hat, den Ferengi. Spannend, voller Intrigen und mit einem tristen Planeten, der seine Bewohner prägt. Ich würde mich über mehr Romane, die auf Ferenginar spielen, freuen.




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