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Star Trek - New Frontier - Ort der Stille
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 26.08.2013, Serie: Belletristik, Autor(en): Peter David, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 255, Erschienen: 2012, Preis: 12,80 EUR


Dieses Buch endet mit einer Ohrfeige! Eine Ohrfeige, die sofort Lust auf den sechsten Band der New Frontier Saga macht. Aber besprechen wir doch erst einmal diesen fünften.

"Der Ort der Stille" ist ein wohlbehütetes Mysterium. Wer diesen Ort findet, der wird unermesslichen Reichtum und Unsterblichkeit erlangen. Da ist es doch nur logisch, dass sich zwei Rassen, die sich sowieso schon um die Reste des ehemaligen thallonianischen Imperiums balgen, auch noch die Sahnehaube haben wollen.
Diese beiden Rassen sind "Die Hunde des Krieges" und "Die Erlöser" und könnten unterschiedlicher nicht sein. Erstere sind triebgesteuerte Mensch-Tier Hybriden, die in Rudeln hausen und irgendwie die Raumfahrt erlernt haben. Die anderen sind tiefreligiöse Despoten, die alleine durch Worte töten können und sich sektenartig organisieren. Der Schlüssel zu ihren Gelüsten ist eine junge Frau, die noch keine Ahnung hat, dass sie in kurzer Zeit in einen Machtkampf hineingezogen wird.
Und als ob das noch nicht genug wäre, ist da noch Xyon, ein Lebenskünstler, Abenteurer, Dieb, irgendwie auch Leichenfledderer, treue Seele, Fettnäpfchentreter, Glückspilz und noch so vieles mehr. Seine Besonderheit: Er weiß ganz genau, wie er sterben wird. Wer braucht da eigentlich noch Calhoun und die Excalibur? Richtig, niemand!
Und so spielt das Schiff in diesem Roman so gut wie keine Rolle. Muss es auch nicht, denn die Geschichte ist so schon abstrus genug und erinnert zuweilen an "Per Anhalter durch die Galaxis", wenn Xyon, als zentrale Figur des Buchs, fast ziellos von einem Unglück in das nächste stolpert, dabei aber eine richtig gute Figur macht. Dabei verkommt der Roman aber nie zum Slapstick, sondern bewahrt sich seine Würde und Stil.

Fazit: Peter David hat mit der "Excalibur"-Reihe eine ganz hervorragende Saga entworfen, die Star Trek auf links zieht und Picard den Mittelfinger zeigt. Die Bücher machen einfach einen Heidenspaß, weil sie sich einen Dreck um alte Konventionen kümmern. Sternenflotte am Arsch – wer sagt, dass Raumfahrt nicht auch Rock’n Roll sein darf?
Wenn "Next Generation" der Studebaker ist, dann ist "New Frontier" der Ford Mustang. Setz Dich rein, tritt aufs Gas, genieß den Sound.




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