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Leverage Too Many Chefs und Leverage Noir
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.02.2013, Serie: Rollenspiel, Autor(en): David A. Hill Jr. und H.M., Verlag: Margaret Weis Productions, Seiten: 16/20, Erschienen: 2012, Preis: 2,99$


Eine erfolgreiche Fernsehserie macht noch lange kein erfolgreiches Rollenspiel. Dafür müssen schon die Regeln und vor allen Dingen die Regelbücher sorgen. In einigen Fällen stehen in den Regelbüchern tolle Regeln, aber das Buch ist nicht sehr ansprechend, in anderen Fällen sind die Regeln maximal als mittelmäßig zu bezeichnen, aber die Bilder und das Buch hochwertig. Viel zu selten passt beides perfekt zusammen und trägt damit das Gefühl der Serie hinüber zum Rollenspiel.

Beim Leverage-Rollenspiel trifft Letzteres glücklicherweise zu, denn die Regeln, Cortex System, spiegeln die Fernsehserie perfekt wider und die Bilder und Qualität des Buches sprechen Spieler und Spielleiter optimal an. Dadurch und durch die regelmäßige Veröffentlichung von weiterem Spielmaterial hat Margaret Weis Productions Ltd. (MWP) bei der Rollenspielumsetzung vieles richtig gemacht und macht dies auch weiterhin, nachdem die Fernsehserie nun eingestellt worden ist.

Zwei PDFs hat MWP gleichzeitig auf den Markt gebracht: Too Many Chefs und Leverage Noir. Ersteres richtet sich an Crews mit zwei oder mehr identischen Rollen oder Crews, in denen eine Rolle fehlt, liefert Vorschläge zum Umgang mit diesem Problem und zeigt auch auf, welche Möglichkeiten sich bieten. Letzteres ist ein Quellenbuch für die 20er, 30er und 40er Jahre, eben die Noir-Zeit.

Too Many Chefs ist dabei das regellastigere aber mit 16 Seiten auch dünnere Buch. Den Anfang macht ein Blick auf eine Crew mit zwei Mitgliedern, die identische Rollen haben, zum Beispiel zwei Hacker. Hier gibt es Tipps und Regeln für das gegenseitige Ergänzen und Helfen aber auch für das klare Ausnutzen von Konkurrenzdenken zum Wohl der Crew.
Zusätzlich zu diesen Regeln finden sich im Buch auch Talente, die das "identisch" in "ähnlich" umwandeln und die man auch in normalen Crews verwenden kann: kurz und knapp aber nicht so interessant wie der Regelteil zum Umgang mit fehlenden Rollen. Neben den mehr als logischen Hinweisen, fehlende Rollen durch eine sekundäre Rolle auszugleichen, finden sich hier auch Hyperspezialisierungen, die aus einem Dieb zum Beispiel einen Hackerdieb machen, und Crew-Talente, die Crews mit nur einer Rolle zu einer besonderen Crew machen.
Genau um solche Crews geht es auch auf den letzten zwei Seiten. Hier werden Crews mit Mitgliedern mit nur einer Rolle vorgestellt und mit Hintergrund ausgestattet, so dass Spielgruppen diese nutzen können. Klein und dank der Talente auch durchaus nützlich, ansonsten beinhaltet es vieles, was man sich als erfahrener Spieler oder Spielleiter auch selbst hätte überlegen können.
Rein handwerklich ist es wiederum ein gelungenes Buch, gut geschrieben und mit passenden Hochglanzbildern ausgestattet, wie man es bei Leverage gewohnt ist. Trotzdem ist es ein Zusatzbuch, das man nicht unbedingt kaufen muss.

Leverage Noir ist mit 20 Seiten kaum dicker, kann dabei aber mit dem Inhalt etwas besser überzeugen. Nach einem wirklich kurzen Spaziergang durch die kriminellen Jahrzehnte, 20er, 30er und 40er, weiß man einen Hauch mehr über die Zeit, kennt einige wichtige Namen und kennt auch den Slang. Ich bezweifle aber, dass das ausreicht und empfehle noch einiges Zusätzliches an Lektüre, bevor die Crew Jobs in diesen Jahrzehnten erledigt. Filmtipps finden sich am Ende der PDF, Lektüretipps sucht man leider vergeblich.
Die neuen Talente für die Noir-Jahre sind da schon besser und können auch in anderen Epochen zum Einsatz kommen. Hier finden sich Talente für jede Rolle und für jeden Spieler, mit denen sicher jeder Charakter einzigartig wird. Vor den Filmtipps findet sich noch ein kleiner Absatz zur Noir-Umsetzung bestehender Spiele, den man sich aber auch hätte sparen können. Er fällt kaum mehr als nichtssagend aus.
Insgesamt ist Leverage Noir etwas besser als das erste PDF. Die Talente und der kurze Überblick über die Jahrzehnte können überzeugen. Trotzdem wäre ein etwas dickeres Buch mit mehr Informationen besser gewesen und würde sicher auch richtig gut aufgenommen werden, denn gerade die 20er und 30er Jahre bieten so viele Möglichkeiten für Leverage-Runden.
Gut geschrieben ist dafür der Inhalt und auch die Bilder sind gut ausgewählt. Hier kann man keine Vorwürfe machen und doch kann auch dieses Buch nicht komplett überzeugen.

Fazit: Too Many Chefs und Leverage Noir für das Leverage Rollenspiel sind zwei dünne PDFs mit sehr speziellem aber nicht überzeugendem Inhalt. Too Many Chefs braucht man sich nicht zuzulegen, denn bis auf die neuen Talente enthält das Buch nichts, auf das man als Spielleiter nicht auch selbst kommt. Leverage Noir ist schon etwas besser, bleibt aber auch nur ein Ausschnitt und kein komplettes Buch, das sich dem Thema Noir widmet. Hier wäre eine dickere und teurere Publikation vielleicht die bessere Idee gewesen.




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