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Star Trek - Die Lotusblume
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 30.03.2013, Serie: Belletristik, Autor(en): Una McCormack, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 208, Erschienen: 2012, Preis: 9,90 Euro


Viele SciFi-Fans verbinden mit Star Trek Raumschiffe, die durch die unendlichen Weiten des Weltraums fliegen und nicht nur als Spin-Off, sondern auch als nächste Generation die Geschichte fortführten und sogar neue Geschichten schrieben. Neben Raumschiffen gibt es aber auch eine Raumstation, die in einer eigenen Serie die Hauptrolle spielte und auf der es nicht weniger spannend zuging als auf den Raumschiffen. Gemeint ist die Station Deep Space Nine.

Die Station und die Bewohner erlebten in vielen Staffeln viele Abenteuer; auf der Station aber auch auf dem benachbarten Planeten Bajor und im ebenfalls nahe gelegenen Wurmloch. Genau dieses Wurmloch machen die Station und den Planeten sehr bedeutsam und viele Gruppen beanspruchen beides für sich. Zuletzt taten dies die Dominions im Dominion-Krieg. Dieser Krieg endete mit einem Sieg der Föderation in der achten Staffel der Serie, hinterließ aber viele zerstörte Planeten und viele verloren Freunde und Familienmitglieder. Die sechsteilige Reihe "Die Welten von Deep Space Nine" erzählt die Geschichte der Zeit zwischen der achten und der neunten Staffel und nimmt ihren Anfang mit "Cardassia – Die Lotusblume" von Una McCormack. Erschienen ist der Roman bei CrossCult und ganz passend zum Titel spielt er auf dem stark unter Kriegsschäden leidenden Planeten Cardassia.

Cardassia ist aber nicht nur zerstört und gerade auf dem Weg zur Demokratie, der Planet ist jetzt auch Heimat von Miles O'Brien und dessen Familie. Während Keiko als Botanikerin versucht Cardassia in blühende Landschaften zu verwandeln, Wasser wieder zu einem Gemeingut werden zu lassen und die Infrastruktur insgesamt wieder aufzubauen, muss Miles sich als Diplomat und Politiker betätigen. Beides ist nicht wirklich einfach, denn Politik, Religion und Konservativismus sind auf Cardassia nicht im Einklang und Demokratie nur in einiger Ferne zu erkennen. Als dann in der Hauptstadt über die Verteilung von Finanzmitteln abgestimmt wird, kommt es im Forschungszentrum, in dem Keiko mit den Kindern ist, zu einer Geiselnahme mit Bombendrohung. Die demokratischen und wiederaufbauenden Bemühungen scheinen zum Scheitern verurteilt zu sein. Alles hängt schließlich von zwei Personen ab, vom Cardassianer Garak, der mittlerweile politischer Berater ist, und vom Bajoraner Vedek Yevir, dem Propheten. Beide weisen zwar sehr gegensätzliche Hintergründe auf, haben jedoch das gleich Ziel, nämlich ein wiederaufgebautes Cardassia. Ein gutes Ende liegt aber in weiter Ferne.

Der Roman ist ein gelungener Auftakt für eine Reihe, die die wichtigsten Welten des Deep Space Nine-Zyklus in den Blick nimmt. Dabei ist Cardassia als erste Welt sehr gut gewählt, denn nicht wenige sehen in Cardassia die Wurzel allen Übels. Das ist Cardassia aber schon lange nicht mehr und das wird in tollen Beschreibungen der zerstörten Infrastruktur und der Trauer des Volkes wirklich sehr plastisch dargestellt. Neben der Welt sind es aber auch die lebendig beschrieben Protagonisten der Buches, die überzeugen können. Hier wird ein sehr tiefes Verständnis der Figuren deutlich, das man so bei wenigen Autoren von Roman-Spin-Offs bisher gesehen hat. Una McCormack hat sich bei ihrer Recherche wirklich viel Mühe gegeben und war deswegen eine gute Wahl für den Auftaktroman. Neben all diesen lobenswerten Aspekten ist die Geschichte leider nicht so gelungen. Sie verläuft viel zu vorhersehbar und auch nicht wirklich spannend. Das Spannendste ist noch das Geheimnis um die Verschwörer, deren Identität sich wahrscheinlich erst in späteren Bänden der Reihe lüften. Da der Roman in sich selbst abschließt, ist das auch der einzige Cliffhanger. Für mich reicht das nicht aus, um mich auf den Folgeband zu stürzen. Dafür sorgt wahrscheinlich eher die Welt, die dann in den Blick genommen wird, denn es geht ja schließlich um die Welten und nicht die Geschichten.

Fazit: "Die Welten von Deep Space Nine – Cardassia – Die Lotusblume" von Una McCormack nimmt gekonnt das zerstörte Cardassia, seine Bewohner und vor allen Dingen die Zersplitterung in unterschiedliche Gruppen in den Blick und beschreibt alles sehr gut. Leider kann die Geschichte in Sachen Spannung nicht überzeugen und auch der Cliffhanger ist eher schwach. Bleibt zu hoffen, dass der Folgeband eine ebenso interessante Welt und eine ebenso gelungene Beschreibung erhält, denn ansonsten sehe ich keinen Grund die Reihe weiter zu lesen.




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