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Auf der Flucht
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 13.02.2013, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Sonja Klein, Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH, Seiten: , Erschienen: 2012, Preis: 12,90 Euro


Das Cover der Spielbox Auf der Flucht erinnert gleich an den bekannten gleichnamigen US-Spielfilm mit Harrison Ford und Tommy Lee Jones. Ähnlich turbulent kann das Spiel für zwei Personen durchaus ablaufen, aber die Rollenverteilung und der Beginn des Spiels unterscheiden sich. Beide Spieler entwerfen nach den Regeln einen Kriminalfall und versuchen jeweils den Fall ihres Kontrahenten zu knacken. Dabei wechseln die Rollen der Spieler ständig zwischen Ermittler und dem bereits gefasstem Dieb. Es gilt, den Komplizen des Diebs und die Beute im Raum Deutschland, Schweiz, Österreich zu finden.

Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler eine Landkarte, einen Kartenstapel mit Fluchtorten, einen mit Fluchtfahrzeugen und drei zufällige Aktionskarten (Ermittlungs- und Verteidigungskarten). Dazu gibt es für jeden Spieler eine Ermittlungsakte in Form eines kleinen Protokollbogens, auf dem man die Ermittlungsergebnisse festhalten kann.

Danach konstruieren die Spieler geheim ihren Fall, indem sie den Ort der Tat am Montag und den Ort der Festnahme am Samstag festlegen. Für die Tage dazwischen werden vier Orte gesucht, die den Fluchtroutenbeginn und das Ende verbinden. Für die Flucht stehen fünf verschiedene Fahrzeuge mit unterschiedlicher Reichweite zur Verfügung (Bus, Auto, Flugzeug, Bahn und Schiff). Jedes Fahrzeug kann aber nur einmal verwendet werden. Außerdem gilt es zu beachten, dass nicht jeder Ort mit allen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Ohne einen Hafen ist der Schiffstransport z.B. nicht möglich, ...

Am Ende liegen vor jedem Spieler sechs Ortskarten aus - die erste und die letzte offen, der Rest noch verdeckt - und darüber fünf verdeckte Fahrzeugkarten. In die Ermittlungsakten werden diese bisher bekannten Ergebnisse zum eigenen Fall und - geheim - die Route für den Gegner notiert. Jeder verdeckte Ort bietet neue Hinweise, an welchem Tag die Beute versteckt wurde und an welchem Tag der Komplize untergetaucht ist.

Der grobe Spielhergang: Mit Beginn des eigentlichen Spiels befragen die Spieler abwechselnd die Täter des Falles, den sie lösen müssen. Drei Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können, hat man frei, bevor der andere Spieler am Zug ist. Direkte Fragen nach Beuteversteck oder Aufenthaltsort des Komplizen sind aber nicht gestattet, wie: "Wurde die Beute in einer Kleinstadt versteckt?". Mit zeitlichem Bezug sieht das aber anders aus. "Wurde die Beute am Dienstag versteckt?" ist z.B. eine zulässige Frage. Die Erkenntnisse aus der Befragung protokolliert man idealerweise in der Ermittlungsakte, um den Überblick zu behalten. Das Spiel endet nämlich, wenn der erste Spieler seinen Fall gelöst hat, sofern bis auf einen Ort und ein Fluchtfahrzeug alle Karten des Falles aufgedeckt worden sind.

Die Spielgestaltung ist eher modern gehalten - ganz im Stil des Films Auf der Flucht, aber eben für den deutschsprachigen Raum. Fans von Ermittlungsspielen aus dem aktuellen Trend zu Sherlock Holmes und Konsorten werden damit nicht unbedingt optimal bedient.

Fazit: Auf der Flucht ist ein gelungenes kurzweiliges Spiel mit Wiederspielwert. Den einzigen kritischen Punkt stellt der Entwurf der Kriminalfälle durch die Spieler dar. Wenn hier ein Fehler gemacht wird, lässt sich der Fall nicht mehr lösen. Schlimmer noch: Der Fehler fällt unter Umständen erst spät auf und kann dann den Spielspaß stark belasten. Wer aber gründlich vorgeht und sich gut in die Regeln einarbeitet, kann diese Klippe problemlos umschiffen.




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