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Straßenlegenden
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 31.07.2012, Serie: Rollenspiel, Autor(en): diverse, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 207, Erschienen: 2012, Preis: 34,95 Euro


Der neue Quellenband Straßenlegenden setzt eine altbekannte Tradition fort. Spätestens seit dem Herrn der Ringe und seinen abgeleiteten Spielsystemen Mittelerde Rollenspiel und Herr der Ringe-Rollenspiel hat es immer wieder Sammlungen berühmter Charaktere der jeweiligen Spielwelten gegeben. Shadowrun zieht jetzt systematisch nach und präsentiert insgesamt 30 Personen auf 207 Seiten.

Dabei geht es den Autoren vor allem um echte Legenden, also Shadowtalker, die Profis sind, einfach Glück hatten oder sogar "zu den mächtigsten Wesen der Sechsten Welt" (Zitat Klappentext) zählen. Dabei hat Pegasus das US-amerikanische Original nicht nur einfach übersetzt, sondern auch erweitert. So finden sich neben Haze, Rigger oder Lugh Surehand auch die Drachen Nebelherr und Kaltenstein, die Vorsitzende des Frankfurter Bankenvereins Stüler-Waffenschmidt sowie das Kommando Konwacht. Natürlich fehlt auch Lofwyr, der bekannteste Großdrache nicht.

Alle Figuren werden mit Text, Bild und Shadowrunwerten vorgestellt, damit sie tatsächlich im Spiel einsetzbar werden. Angesichts der Traumprofile, die teils nicht regelkonform erscheinen (es sind eben Legenden), kann man sich fragen, was das überhaupt soll. Aber es geht hier um Neugierbefriedigung und die Eigentümlichkeit von Shadowrun, dass einfach alles möglich erscheint und deshalb auch ausprobiert wird. Das führt natürlich zu blutigen Nasen oder öfter mal zu einem neu erstellten Runner. Abgesehen davon bietet Straßenlegenden dem einen oder anderen Powergamer endlich neue Vorbilder.

Der Spielwert des Quellenbuchs fällt dennoch vergleichsweise überschaubar aus. Natürlich kann man die Figuren in das Spiel einbauen, aber den Effekt sollte man tunlichst sparsam dosieren. Sonst nutzt er sich schnell ab. Die Informationen über die Shadowtalker reichen improvisationswilligen Spielleitern sicher auch für die Konzipierung eines Runs, sind aber in aller Regel so knapp, dass sie auf Schützenhilfe anderer Quellenbücher angewiesen sind.

Dafür wartet Straßenlegenden mit acht zusätzlichen Kurzgeschichten auf, die über das Quellenbuch verteilt wurden und Ideenlieferant für das Spiel sein können oder einfach nur die Atmosphäre fühlbarer werden lassen.
Die Gestaltung des Buchs, also Layout und Illustrationen, ist insgesamt auf dem gewohnt hohen Standard. Auffällig sind die Bilder der Personen, die einen Mix aus Realität und Comicstil in sich vereinen. Das erinnert an die frühen Edition von Shadowrun, wirkt aber reifer.

Fazit: Insgesamt ist Straßenlegenden eher etwas für Shadowrun-Fans, die schon so tief ins Universum eingetaucht sind, dass sie auch die Neugier auf die 30 behandelten Personen entwickelt haben. Der Spielwert an sich fällt diesmal geringer aus.




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