Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Belletristik » Science Fiction » Das Star Wars Kochbuch: Wookiee Cookies und andere galaktische Rezepte

Das Star Wars Kochbuch: Wookiee Cookies und andere galaktische Rezepte
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 27.03.2012, Serie: Belletristik, Autor(en): Davis,Frankeny, Martin, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 118, Erschienen: 2011, Preis: 16,95 Eur


Das Star Wars-Genre treibt schon seltsame Blüten. Der gute George L. hat ein Faible für Merchandise, und das ist ihm ja gar nicht mal anzukreiden. Die Episoden I bis III mag man ihm vielleicht dem fortgeschrittenen Alter zurechnen, aber ein Kochbuch? Also Augen zu und durch.
Das Cover lockt mit "Wookiee Cockies und andere galaktische Rezepte". Zu sehen ist eine Chewbacca Action-Figur vor ein paar Kekstürmen, und dem Autor dieser Zeilen schwant Schlimmes. Die Befürchtungen altbackene Rezepte und jeweils eine Plastikfigur im heiteren Stelldichein zu sehen, sind groß.

Jetzt aber rein in die Leckerei: Auf zwei Seiten Rezeptübersicht wird uns das Menü kredenzt: Frühstück, Getränke, Snacks & Beilagen, Hauptgerichte und natürlich auch Desserts.
Prinzipiell ist der Aufbau der Gerichte immer ähnlich. Ein kleiner Flufftext erklärt dem Leser, welchen Stellenwert das Gericht im Star Wars-Universum hat. Danach folgt eine klassische 08/15 Anleitung zur Zubereitung. Daneben sieht man stets das Endprodukt im Einklang mit einer Actionfigur – soweit sind also alle Erwartungen erfüllt.
Jedes Gericht nun einzeln durchzukauen wäre sicherlich ein wenig zuviel. Insgesamt kann man schon sagen, dass gut die Hälfte der hier vorgestellten Gerichte und Getränke bereits unter anderem Namen bekannt sind, auch wenn die Autoren durchaus Kreativität bei Namensfindungen wie "Saure Binkse" oder "Hoth Chocolate" beweisen. Bei anderen Namen dreht sich einem schon eher der Magen um (Macht Mus, R2-D2 Schmecker, Obi-Wan Kebab).

Aber Fans wissen: Wo Schatten ist, ist auch Licht. Die dunkle Seite ist einfacher, schneller, verführerischer und am Ende gewinnt immer das Gute. So auch hier. Als zur Mitte des Kochbuchs die Ideen wahnwitziger werden und irgendwann ganz die Texte verschwinden, kommt erst eines, dann eine ganze Reihe kreativer Rezepte, die es wirklich verdient haben, erwähnt zu werden. Wer einmal einen Darth Doppeldog in der Hand hatte, wird nie wieder eine doppeltes Lichtschwert anfassen wollen. Und so geht es dann auch weiter: "Todesstern Popcornkugeln", "Protokolldroiden Pasta" (die sieht wirklich aus wie ein Droide) oder "Hot Tie Fighter Dogs" benötigen sicherlich ein wenig mehr Fingerfertigkeit, sind dann aber genau die Gerichte, die man von einem solchen Buch erwartet.
Am Ende gibt es dann noch sehr nette Pappaufsteller, um die Spiesen korrekt in Szene zu setzen (Stichwort: Bitte den Wookiee füttern!).

Fazit: Da hat der Verlag aber gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Was Anfangs lau dahertröpfelt, kann letzten Endes doch noch überzeugen. Natürlich braucht man für ausgefallene Gerichte ein wenig mehr als Schneebesen und Backmischung, aber dafür hat man dann auch ein Gericht, das dem Genre gerecht wird. Mehr davon bitte, dann kann der Magenbitter auch im Schrank bleiben!




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.