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Das Schwert - Buch 1: Feuer
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 19.06.2012, Serie: Comics, Autor(en): Luna, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 148, Erschienen: 2011, Preis: 22,00 Eur


Schwerter zu Pflugscharen?

Mit Feuer ist der erste Teil der vierbändigen Comic-Reihe mit Titel: Das Schwert bei Cross Cult erschienen. Darin erzählen die Brüder Joshua und Jonathan Luna eine aktionreiche Story, welche sich vom mythischen Kreta bis in die heutige Zeit erstreckt.

Die Geschichte beginnt im Stile klassischer Thriller oder Horrorerzählungen, nämlich mit dem normalen Alltag. Die Protagonistin Dara Brighton lebt zusammen mit ihrer Familie im ländlichen Amerika. Außer dem Umstand, dass sie ein gewisses künstlerisches Talent besitzt und als Querschnittsgelähmte an den Rollstuhl gefesselt ist, beinhaltet ihr Leben nichts Ungewöhnliches.
Dann jedoch dringen überraschend drei Unbekannte in dieses Idyll ein. Sie bezichtigen den Familienvater. in Wahrheit ein gewisser Demetrios zu sein und fordern die Herausgabe eines ominösen Schwertes. Als die perplexe Familie nicht reagiert, eskaliert die Lage. Die Unbekannten foltern und töten die Familie. Einzig Dara bleibt durch ein Wunder am Leben. Ein Wunder in Schwertform. So beginnt eine Geschichte aus Rache, Recherche und blutigem Überlebenskampf gegen die gleichsam übermächtig wie hilflos erscheinenden Fremden.

Nach und nach enthüllt sich in Feuer das Mysterium rund um das Schwert und die Gegenspielern mit ihren außergewöhnlichen Kräften. Doch auch das hier und jetzt, respektive Freunde, Polizei und Geheimdienste spielen eine gewichtige Rolle und beeinflussen maßgeblich die Handlungen der Protagonistin. Hier schonen die Luna-Brüder weder ihre Figuren noch die Leser, wenn es manchmal derbe und reichlich blutig zugeht. Dabei bewegen sich die Erschaffer des Comics auf dem interessanten schmalen Grat zwischen dem Mystischen, dem Übermenschlichen und dem Realen, nur allzu Menschlichen.

Die Handlungen und Gefühle der Protagonistin bleiben für die Leser nachvollziehbar, gerade weil sie trotz aller Wunderkräfte immer noch das Mädchen aus der uns vertrauten Alltagswelt ist. Mit einer ähnlichen Charaktertiefe sind auch die drei Antagonisten gestalteten. Ihnen merkt man die Jahrhunderte der Verfolgung an, das Misstrauen über den zu einfachen Sieg, ihre Zweifel und die allgegenwärtige Angst.
In Feuer gibt es keinen Kampf zwischen gut und böse, diese Kategorien greifen hier nicht. Grausam und gewalttätig sind beide Seiten, so dass im Laufe der Geschichte die Grenzen zwischen Opfer und Täter immer weiter verschwimmen.

Während also der Plot Bestnoten verdient, so ist der Zeichenstil von Jonathan Luna gewöhnungsbedürftig. Positiv fällt zunächst die Klarheit der Bilder, ihre Struktur und die Schärfe in den Konturen auf. Auch die Farbgebung trotz der Fokussierung auf Rottönen, was dem Titel des Comics "Feuer" geschuldet ist, trägt dazu bei, dass der Plot sich in deutlichen Bildern widerspiegelt.
Ein Schwachpunkt ist jedoch die Darstellung von Menschen. Insbesondere die Gesichter sind zu uniform und mit einem Mangel an Details versehen, was sich in einer geringen Bandbreite an unterschiedlichen Typen niederschlägt. Mitunter wirken die anatomisch korrekten Haltungen und Bewegungen hölzern und puppenartig. Dadurch gewinnt man insgesamt den Eindruck, dass die Qualität der Zeichnung, bzw. das Bildhafte nicht an die Güte der Handlung heranreicht. Jedoch ist das natürlich eine Frage des Geschmacks, denn handwerklich muss sich der Stil von J. Luna nicht verstecken.

Fazit:
Der erste Teil der Reihe Das Schwert ist vielversprechend und lässt auf die drei Fortsetzungsbände hoffen, auch wenn man nach Feuer das Gefühl hat, dass an Hintergrund nicht mehr viel kommen kann. Doch lassen wir uns überraschen. Der Comic ist sowohl in Handlung wie auch in der Zeichnung, aber auch in der Produktion auf qualitativ hohem Niveau, so dass der Preis durchaus angemessen ist. Wir freuen uns auf mehr.




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