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Chew - Bulle mit Biss! 3: Eiskalt serviert
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 28.03.2012, Serie: Comics, Autor(en): Layman, Guillory, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 128, Erschienen: 2011, Preis: 16,80 Eur


Chew ist in der Tat ein besonderer Leckerbissen – im wahrsten Sinne des Wortes. Tony Chu ist Agent der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde und darauf bedacht die Staaten vogelfrei zu halten. Dabei steht ihm sein Partner John zur Seite, aber auch gerne mal im Weg. Das Besondere: Chu ist Cibopath, das heißt er ist, was er isst. Er kann schmecken, wie und wo eine Banane gereift ist, welche Pestizide sie ertragen musste, in welchem Container sie vergammelt ist. Das ist natürlich ein großer Vorteil, wenn man investigativ arbeitet, ein Nachteil, wenn man meistens mit Leichen und ihren Überresten zu tun hat.
John hingegen hat eine Axt ins Gesicht bekommen und ist nun ein halber Cyborg, zudem noch sehr von sich selbst überzeugt und der Liebling des Chefs. Und als wäre das noch nicht genug, hat Chu eine Freundin, die wiederum Sibopathin ist. Und das heißt, sie kann als Restaurantkritikerin Gerichte so beschreiben, dass man sie beim Lesen schmecken kann. Ganz schön verquer diese Welt, in der die Vogelgrippe Vogelfleisch, vor allem Huhn, zur schlimmsten Droge aller Zeiten gemacht hat.

Nach zwei absolut atemberaubend schrägen Bänden geht die Story rasant weiter. Chu ist seinem psychopathischen Ex-Partner auf der Spur. Dieser ist ebenso Cibopath und hat dazu auch noch Chus Ohr in Geiselhaft. Was man damit alles anstellen kann! Zudem ist der Kampfhahn Poyo immer noch verschwunden, den man doch schon in Band 2 finden sollte. Dann ist da noch das "Schmeckt-genau-wie Huhn" Produkt neu auf dem Markt, das eine abstruse Karikatur des KFC-Colonels unter die Leute bringen will. Der geneigte Leser vermutet schon, dass es sich hier natürlich nicht mal annähernd um Huhn handelt. Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es noch eine Familien-Zusammenkunft der Chus und eine ganz besondere Überraschung in Bezug auf Tony Chus Vorgeschichte.
Doch den Anfang macht eine Versammlung sehr spezieller Gourmets, die mit großer Lust ausgestorbene und stark gefährdete Tierarten verspeisen.

Junge Junge, hier ist mächtig Feuer drin. Der Comic so abstrus, dass man ihn gar nicht mehr weglegen kann. Chus Fähigkeiten sind so speziell und seine Kollegen und Widersacher so schräg, dass man nur so über die Seiten fliegt und dabei fast vergisst die ganzen "Eastereggs" im Hintergrund der so schön gezeichneten Panels mitzunehmen.

Fazit: Chew ist wirklich etwas ganz Außergewöhnliches. Das Comic liest sich wie von selbst, weil die Geschichte einen einfach mitnimmt: Sie ist schräg, lustig, abgefahren und auch ein wenig ekelhaft, aber so wird ein kleines Süppchen gekocht, das unglaublich gut schmeckt und Heißhunger auf mehr macht. Insgesamt sollen es zwölf Hardcoverbände werden, ich fange schon mal das Fasten an. Unbedingt zu empfehlen, wenn Ihr nicht weiter auf die Umbrella Academy warten wollt!




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