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Rage
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 15.08.2012, Serie: Belletristik, Autor(en): Costello, Matthew, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 336, Erschienen: 2011, Preis: 12,95 €


Filme basierend auf Bücher, Fernsehserien basierend auf Büchern, Spiele basierend auf Büchern und natürlich der umgekehrte Weg, das findet man immer häufiger. In den meisten Fällen kommen richtig gute Dinge dabei heraus. Geschichten werden vertiefend erzählt, Pausen überbrückt oder auch eine ganz neue Geschichte erfunden, die nur lose auf dem Ursprung basiert. Für Computerspiele gibt es in den allermeisten Fällen zusätzliche Geschichten und das Spiel selbst ist dabei nur der Aufhänger.

Bei Matthew Costellos Roman Rage, zum gleichnamigen Computerspiel von id Software, ist ein etwas anderer Weg gewählt worden. Costello erzählt im Buch die Geschichte des Spiels nach und setzt die Figur, die man im Spiel durch eine postapokalyptische Welt steuert, als den Protagonisten ein.

Das Buch beginnt mit einem kleinen Intro, in der nicht nur der Protagonist, der Soldat Nick Raine, sondern auch das aktuelle Problem der Erde vorgestellt werden. Hierbei handelt es sich um den Asteroiden Apophis, der, entgegen öffentlicher Bekanntmachungen, die Erde nicht verfehlen sondern treffen wird. Nick wird in dieses Geheimnis eingeweiht und kurze Zeit später in eine Arche abkommandiert, in der er und einige auserwählte Menschen die nächsten hundert Jahre im Tiefschlaf und in Sicherheit verbringen sollen. Der Plan ist, dass diese Auserwählten in der Zukunft die Zivilisation wieder aufbauen sollen. Bevor es jedoch dazu kommen kann, meutern einige hochrangige Militärs und der Asteroid trifft die Erde anders als erwartet. 
Etwas mehr als einhundert Jahre später erwacht Nick als einziger Überlebender seiner Arche, wird sofort beim Verlassen von Räubern attackiert und überlebt nur dank der Hilfe eines Bewohners der nahegelegenen Hagar-Siedlung. Die Anführer der Siedlung nehmen Nick auf, machen ihm aber deutlich, dass er für sie nur von Wert ist, wenn er sich voll einbringt. Was das bedeutet lernt er in der Siedlung fast genau so schnell, wie was seit seinem Einschlafen alles schief ging und wie sich die Welt verändert hat. Dieses Wissen und vor allen Dinge seine militärische Ausbildung zahlen sich im Lauf der Geschichte natürlich aus und anstelle von Räubern kämpft Nick bald gegen die neue Regierung für seine neuen Verbündeten. Das Ende ist durchaus offen gehalten und könnte auf einen zweiten Roman und damit auch auf einen zweiten Teil des Spiels hindeuten.

Auch wenn das Spiel nur das Spiel wiedergibt, kann man durchaus sehen, dass der Autor dem Ganzen seinen Stempel aufgedrückt hat. Die Erlebnisse des Protagonisten sind gut beschrieben und auch eine Entwicklung ist zu erkennen. Die Geschichte selbst ist sehr spannend und mit einigen tollen Dialogen versehen. Von einigen Figuren hätte man vielleicht gerne mehr gesehen, aber vielleicht erhält man dazu ja im zweiten Teil Gelegenheit. Rechnungen sind auf alle Fälle noch offen und wer die sofort begleichen will, kann es ja im Spiel erledigen.

Fazit: Matthew Costellos Roman Rage erzählt die Geschichte des Spiels im Detail nach. Wer das Spiel also kennt, wird vielleicht so etwas wie eine Komplettlösung vor sich sehen, mehr aber auch nicht. Wer das Spiel nicht kennt, der erhält mit dem Roman eine spannende Geschichte, die in einer interessanten postapokalyptischen Welt spielt. Alles in allem kann man mit dem Kauf nicht viel falsch machen.




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