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Huckleberry Finn und Zombie Jim
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 13.06.2012, Serie: Belletristik, Autor(en): Mark Twain, W. Bill Czologosz, Caspar D. Friedrich, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 283, Erschienen: 2011, Preis: 12,95 Eur


Nach seinem Abenteuer mit Tom Sawyer scheint Huckleberry Finn allem Anschein nach gezähmt: Er lebt in Obhut der Witwe Douglas, geht regelmäßig zur Schule und trägt saubere Kleidung. Doch der sein bürgerlicher Alltag wird jäh unterbrochen, als sein Vater zurückkommt und es überhaupt nicht gut findet, wie sich sein Sohn benimmt. Finns Paps widmet sich da ganz anderen Werten: Saufen, raufen und Geld verprassen und von Letzterem hat sein Sohn ja gerade genug.

Also dauert es auch nicht lange, bis Finn wieder dort angekommen ist, wo er einst war. Nur durch die Vortäuschung seines Todes, gelingt dem Jungen die Flucht von seinem sturzbetrunkenen Vater. Dabei trifft er Jim, den Hauszombie der Witwe Douglas, welchen man irrtümlicherweise für den Mörder Finns hält. Gemeinsam flüchten sie sich auf ein Floß und befahren den Mississippi. Jim ist dabei kein klassischer, fürchterlicher Zombie, sondern eher ein begriffsstutziger Freund, welcher gerade noch genug Hirn hat, um alltägliche Arbeiten zu verrichten.

Autor Czologosz versteht es, einen Klassiker der Weltliteratur mit sehr viel Feingefühl zum einem Zombieroman umzustricken. Dabei greift er zwar in Mark Twains Geschichte ein, lässt das große Ganze aber bestehen. Hervorzuheben ist die damals umgreifende Tuberkulose, welche für die Zombiefizierung verantwortlich ist und letztendlich zur Abschaffung der Sklaverei führte. Schließlich sind willenlose Zombies günstiger und ohne eigenen Willen.

Etwas holprig liest sich die Geschichte allerdings schon. Der Sprachfehler Jims und Finns kindliche, ungebildete Art sich auszudrücken, machen so manchen Dialog zu einer echten Herausforderung.

Fazit: Ein weiterer Klassiker fängt sich den Zombievirus ein. Dies gelingt in diesem Fall gut, vor allem, weil die Vorlage mit großem Feingefühl verändert wurde. Man darf sich allerdings schon fragen, wie lange man das Spiel, einen Klassiker mit Horror "aufzupeppen" noch treiben kann. Zombiefans dürfen sich jedoch über eine anspruchsvolle Herangehensweise an das Genre freuen.




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