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Onirim
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 02.05.2012, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Shado Torbey, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 7,98 €


Als Onirim bei den Internationalen Spieletagen 2010 in Essen erschien, dürfte es den meisten Besuchern am ehesten wegen seiner bizarren grafischen Gestaltung aufgefallen sein, die irgendwo zwischen kindlicher Malerei und moderner Kunst lag.
Vielleicht haben einige es auch wegen der eher außergewöhnlichen Spieleranzahl betrachtet. Onirim gehört nämlich zu den seltenen Spielen, die man auch herausholen kann, wenn man ganz allein ist, denn die Reise durch das Labyrinth der Träume ist auch für einen Spieler geeignet. Eigentlich funktioniert das Spiel sogar besser allein als in der etwas gezwungen wirkenden Zweierversion.
Ziel in beiden Versionen des Spiels ist es, das bereits erwähnte Labyrinth der Träume zu verlassen, indem man acht Pforten öffnet. Wer das schafft, erwacht wieder und gewinnt nebenbei das Spiel.
Um eine Pforte zu öffnen, muss man sie vom zentralen Zugstapel ziehen und dafür einen farblich passenden Schlüssel ablegen. Alternativ kann man auch eine Pforte aus dem Zugstapel heraussuchen, wenn man drei Karten der entsprechenden Farbe, aber mit verschiedenen Symbolen nebeneinander vor sich auslegt.
Am Anfang jeder Runde legt der Spieler entweder eine seiner fünf Handkarten in seinem "Labyrinth" ab (also in der Reihe vor sich), oder er wirft sie auf den Ablagestapel. Danach muss der Spieler eine Karte vom Zugstapel nachziehen.
Bei diesen nachgezogenen Karten kann es sich um eine Pforte handeln, wie oben beschrieben, aber auch um eine von zehn Alptraumkarten. In diesem Fall muss der Spieler sich für eine von vier Möglichkeiten entscheiden: nach bestimmten Regeln muss er einige Karten aus seiner Hand oder aus dem Zugstapel auf den Ablagestapel werfen; vielleicht verliert er auch eine bereits ergatterte Pforte. Jede dieser Möglichkeiten kann sich nachteilig auf den weiteren Spielverlauf auswirken, denn man verliert das Spiel sofort, sobald eine Karte vom Zugstapel gezogen werden muss und dieser leer ist. Man muss also genau darauf achten, damit man das Ziel, alle acht Pforten zu gewinnen, überhaupt noch erreichen kann.

Zusammen mit dem Grundspiel findet der Käufer in der metallenen Schachtel drei Erweiterungen, die mit wenigen Zusatzkarten und im Grunde genommen gleichen Grundregeln dennoch jeweils ein völlig anderes Spielerlebnis bringen.
Beim "Buch der Schritte" muss man die Pforten in einer bestimmten Reihenfolge erobern, erhält aber im Gegenzug Zauber, die man einsetzen kann, wenn man bereit ist, dafür zusätzliche Karten abzulegen.
"Die Türme" verlangen als erweiterte Siegbedingung, dass eine zusätzliche Reihe mit Turm-Karten gebildet wird. Um dem Spieler die Entscheidung allerdings zu erschweren, kann man die Türme auch gegen einen möglicherweise siegbringenden Blick in den Zugstapel eintauschen.
Die schwierigste Variante ist sicherlich "Finstere Vorahnungen", bei dem man für das Sammeln von Pforten sogar bestraft wird, weil nämlich bestimmte vorgegebene Konstellationen dafür sorgen, dass man Karten ablegen oder wieder in den Zugstapel mischen muss.
Da die verschiedenen Erweiterungen sich nicht grundsätzlich ausschließen, kann man ganz nach Wunsch eigene Abarten des Spiels entwickeln, wodurch man auch den Schwierigkeitsgrad beliebig anpassen kann.

Fazit: Onirim ist ein interessantes Spiel, dessen Mechanismus - vor allem in Kombination mit den enthaltenen Erweiterungen - interessant und vielseitig genug ist, um einen einzelnen Spieler längere Zeit zu beschäftigen. Mit zwei Spielern wirkt das Spiel nicht ganz so überzeugend, weiß aber als leichtes Kooperativ-Vergnügen immer noch zu gefallen.
Natürlich ist ein gewisser Glücksfaktor nicht von der Hand zu weisen, denn das Ergebnis des Spiels hängt natürlich auch davon ab, wann man welche Karten auf der Hand hat und wann die Alpträume aus dem Zugstapel auftauchen.
Die bereits erwähnte grafische Gestaltung ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber wer mal eine Abwechslung vom ewigen Solitair oder von den üblichen Patiencen sucht, der sollte sich davon nicht abhalten lassen.




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