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Santiago de Cuba
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 01.04.2012, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Michael Rieneck, Verlag: Eggertspiele GbR, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 20,98 EUR


Santiago de Cuba wird als "taktischer Leckerbissen für die ganze Familie, der durch eingängige Regeln, große Variabilität und karibisches Flair besticht" von Pegasus Spiele und Eggertspiele angepriesen. Und da haben sie nicht zu viel versprochen.

Das Design der Spielbox und der -materialien weckt tatsächlich das idealisierte Bild von Kuba, das man aus Filmen kennt: Ein sympathisches Land voller Gegensätze, das irgendwo in den 50er/60er Jahren stehen geblieben ist.
Zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren werden für das Spiel empfohlen. Das ist dem Spiel angemessen. Die Regeln sind gut gestaltet und übersichtlich - aber auch hinreichend komplex für Erwachsene. Für den Einstieg empfiehlt es sich, wenn mindestens ein Erwachsener mitspielt, um die anfänglichen Regelhürden zu meistern. Das Prädikat Familienspiel passt also in doppelter Hinsicht.
Auf dem Spielbrett sieht man Santiago de Cuba, das sich um den Hafen windet. Im Hafen liegt ein Frachter, der die gehandelten Waren (Zuckerrohr, Zitrusfrüchte, Tabak, Rum und Zigarren sowie Holz als Jokerware, die die anderen ersetzen kann) abnimmt und transportiert. Um den Hafen gruppieren sich neun Cubaner (z.B. Alonso - der Anwalt, El Zorro - der Taschendieb, Maria - die Tänzerin oder Pedro - der Tabakhändler) und zwölf Gebäude (z.B. Bank, Kirche, Schnapsbrennerei, Zeitungsverlag, Schwarzmarkt). Die Kubaner kann man mit dem Auto besuchen, das einen festgelegten Rundkurs durch die Stadt fährt und die Gebäude nutzt man durch das Setzen der eigenen Spielfigur. Da Kubaner und Gebäude bei jedem Spiel neu als Plättchen gemischt auf dem Spielbrett ausgelegt werden, bietet jede Runde neue taktische Situationen.

Michael Rienecks Spiel ist eine kleine Wirtschaftssimulation, bei der die Spieler um Siegpunkte kämpfen. Diese kann man durch drei Handlungen erwerben: Am meisten Punkte gibt es, wenn man Waren im Hafen auf das Schiff liefert. Je länger das Schiff liegt, ohne alle geforderten Waren aufgenommen zu haben (das passiert nämlich nur, wenn ein Spieler das Auto im Hafen stoppt), desto mehr Punkte gibt es.
Das Schiff legt ab und wird durch eine neues ersetzt. Jeder Spieler darf reihum nur eine Sorte Ware liefern, die man beim Besuch verschiedener Kubaner bekommen kann. Damit kann man mit einer Lieferung je nach Nachfrage im Hafen zwischen zwei und 16 Siegpunkte ergattern. Weniger Punkte gibt es direkt bei Maria oder Zorro (zwei bzw. ein Punkt) oder in verschiedenen Gebäuden (maximal vier Punkte).
Zentrale Mechanismen im Spielablauf sind das Setzen des Autos und der eigenen Figur, die beide voneinander abhängen. Zuerst wird das Auto auf seinem Rundkurs ein Feld nach vorne gesetzt. Will man mehr als ein Feld fahren, zahlt man einen Peso je weiterer Station. Drei Pesos bekommt man zu Beginn. Weitere kann man von Kubanern oder bei der Gebäudenutzung bekommen. Auf den Feldern der Kubaner zeigen Blumen in verschiedenen Farben an, welche Gebäude man mit seiner Spielfigur besuchen kann. Schon besetzte Gebäude sind dabei ausgenommen.
Santiago de Cuba bietet im Rahmen der geschilderten Mechanismen zahlreiche taktische Möglichkeiten, die umso unkalkulierbarer werden, je mehr Spieler an einer Runde teilnehmen. Die Endwertung findet schließlich statt, wenn das siebte Schiff den Hafen verlassen hat.

Fazit: Insgesamt ist Santiago de Cuba ein in jeder Hinsicht gelungenes Spiel. Es erfüllt alle Versprechen und macht besonders mit vier Spielern richtig Spaß, der dank der stets neuen taktischen Voraussetzungen auch nicht abebbt.




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