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Pictomania
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 12.06.2012, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Chvatil, Vlaada, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: -, Erschienen: 2011, Preis: 24,83€


Lange bevor Menschen mit dem Schreiben begannen, malten und zeichneten sie bereits Bilder, um ihre Erlebnisse und ihre Erfahrungen zu bewahren und weiterzugeben. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", so das Sprichwort, und es ist deshalb kein Wunder, dass die meisten Menschen auch heute noch ihre ersten Geschichten mit Bildern erzählen und dass viele Menschen bis ins hohe Alter ein Faible für Bilder und Zeichnungen behalten und in diese Bilder und Zeichnungen eigene Geschichten hineininterpretieren.

Aus den oben genannten Gründen finden sich auch in Spielen immer wieder Aspekte des Malens und Zeichnens wieder. Der Tscheche Vlaada Chvatil hat mit Pictomania, welches bei Pegasus Spiele in Deutschland erscheint und vertrieben wird, ein neues Zeichenspiel für Jung und Alt geschaffen. Bei dem Spiel geht es nicht unbedingt darum Zeichnen zu können, sondern eher darum, schnell zu überlegen, wie man Begriffe zeichnerisch darstellen kann und schnell zu erkennen, was die anderen so zeichnen. Diese kurze Spielerklärung macht bereits deutlich, dass das Spiel mehr ist, als nur ein reines Zeichenspiel.

Ein Blick in die große Box liefert ein ähnliches Ergebnis. Die Box ist nämlich erstaunlich vollgepackt. Neben der Anleitung, finden sich auch Tableaus, Stifte, Tücher, kleine Plättchen mit verschiedenen Aufdrucken, ein Kartenhalter und jede Menge Karten in unterschiedlichen Größen. Zum Glück sind einige Folienbeutel beigelegt, damit wird zumindest ein Chaos in der Box verhindert.
Tableau, Stifte und Tücher gehören zusammen. Auf dem Tableau wird gezeichnet und man kann die Punkte notieren und im Anschluss alles wieder sauber abwischen.
Die Plättchen gibt es in zwei Farben, schwarz und blau. Die schwarzen sind die Bonusplättchen, diese bringen Punkte für die Spieler, die schnell erkennen, was die anderen so gemalt haben. Die blauen Plättchen sind die Wertungsplättchen, die man erhält, wenn man richtig erkannt hat, was gezeichnet wurde.
Die Karten gibt es in zwei Formaten und in drei Varianten. Klein, blau, mit Zahlen, Klein, schwarz mit Zahlen und Symbolen und groß mit Begriffen auf beiden Seiten und in vier Farben, die die jeweilige Schwierigkeitsstufe angeben, und mit sieben Begriffen zu einem Thema darauf. Zusammen mit den Begriffskarten benötigt man die Kartenhalter, auf denen sich dieselben Symbole wiederfinden lassen, die auch bereits auf den schwarzen Karten zu finden sind. Die Begriffskarten werden auf die Kartenhalter gestellt und bilden dann mit dem Symbol eine Einheit. Jetzt kommen die kleinen schwarzen Karten ins Spiel. Vor jeder Runde erhalten die Spieler jeweils eine Symbol- und eine Zahlenkarte. Die Karten teilen ihm mit, welchen Begriff er zu zeichnen hat. Das Symbol gibt die Karte vor, die Zahl den Begriff auf der Karte. Die kleinen blauen Karten dienen als Tippkärtchen. Ist man sich sicher, welcher Begriff gezeichnet wurde, legt man die Zahl des Begriffs vor das Tableau des jeweiligen Spielers.
Nachdem alle ihre Tipps abgegeben haben, beginnt die Auswertung und die Tipps werden überprüft und richtige Tipps und schnelle Spieler mit Punkten belohnt.
Insgesamt besteht jede Runde also aus drei Phasen, der Platzierung der Begriffskarten und der Auslosung des Begriffs, der Zeichnen und Raten Phase und der Auswertungsphase.
Das klingt eigentlich recht einfach und dank der gelungenen Anleiten und der Spielidee selbst, ist das Spiel auch sehr einfach und dennoch kurzweilig, spaßig und doch fordernd. Für das Letztere Sorgen zwei Dinge. Zum einen die Begriffe, die gerade auf der höchsten Schwierigkeitsstufe wirklich schwer zu zeichnen sind, und zum anderen die besonderen Zeichenregeln. Die Begriffskarten, mit den vier Schwierigkeitsstufen, beinhalten immer themengleiche Begriffe, weswegen ein genaues Zeichnen und ein genaues Nachlesen Pflicht sind. Neben Obstsorten und Schlüsselarten, finden sich dann auf den Karten der höheren Schwierigkeit auch Begriffe wie Mittwoch beim Thema Wochentage, zusammen mit den anderen sechs Wochentagen, oder schlichtweg Handlungen, die sich in ihren Gesten kaum unterscheiden. Bevor jetzt jemand sagt, dass das doch alles nicht so schwer sei, sollten noch die Zeichenregeln aufgezählt werden, keine Bemerkungen, keine Geräusche oder Gesten, stilles und schweigendes Zeichnen wird verlangt. Gezeichnet werden darf alles, außer Buchstaben, Zahlen und den Symbolen auf den Kartenhaltern. Auch verboten sind Zeichnungen, die die Umgebung des Tableaus mit in die Zeichnung einbinden. Die Zeichnung auf dem Tableau muss für sich selbst sprechen. Gerade diese beiden Dinge, machen den Reiz des Spiels aus und verlangen von den Spielern alles ab, ohne dabei jedoch den Spaß auszubremsen, es sei denn, man gibt sich bei der Zeichnung zu viel Mühe, denn dann bleibt oft keine Zeit die Zeichnungen der anderen zu bewerten. Ein kleines Manko gibt es aber, bei dem der eine oder andere Spieler vielleicht leicht genervt reagieren könnte. Entscheidet sich ein Spieler einmal falsch und legt eine Zahl vor ein Tableau, kann er die Zahl nicht noch einmal verwenden und dann bekommt sowohl er als auch der andere Spieler Punktabzüge, was auch den Spieler bestraft, der eigentlich nichts dafür kann. Darüber kommt man aber sicher hinweg und kann mit dem Spiel lange viel Spaß haben, denn eines ist sicher, denselben Begriff mehrmals zeichnen zu müssen ist nahezu unmöglich.

Fazit: Pictomania ist ein kurzweiliges Spiel, dass einfach zu verstehen ist und dank der unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen mit den unterschiedlichen Begriffen und der besonderen Regeln beim Zeichnen für viele eine Herausforderung darstellt und doch auch für Leute etwas ist, die nicht unbedingt so gut Zeichnen können.[/i]




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