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Star Trek - McCoy
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 21.12.2011, Serie: Comics, Autor(en): John Byrne, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 112, Erschienen: 2011, Preis: 14,80 Eur


Leonard Horatio "Pille" McCoy ist allen Star Trek-Fans bestens bekannt, schließlich schipperte er drei Seasons und sechs Kinofilme lang mit Kirk und Co in der Enterprise durch "Space, the final frontier". Dieses Comic erzählt, was der schneidige Schiffsarzt zwischen der TV-Serie und den Kinofilmen so unternommen hat.

Das Comic umfasst fünf Kurzgeschichten, in denen McCoy zusammen mit Jon Mikael Duncan und der Andorianerin Theela auf eigene Faust in einem veralteten Schiff herumreist und immer da zur Stelle ist, wo gerade ein Arzt gebraucht wird. Der Leser erfährt seine Abenteuer in Form von Briefen, die er seinem alten Freund und Kollegen, dem überraschenderweise immer noch recht schlanken James T. Kirk, schreibt.

"Unkraut" berichtet von einer entlegenen Kolonie, die das Land, das sie bewohnt mit Monokulturen überzieht und die Konsequenzen zu tragen hat. Eine schlimme Seuche befällt binnen kurzer Zeit alle Bewohner.

In "Fehler" triff "Pille" Scotty, der einer Rasse mit technischem Rat zur Seite steht. Diese Rasse scheint niemals zu altern. Doch auch dieser "Fortschritt" fordert seinen Tribut.

"Ärzte" wirft die Crew um McCoy auf einen Planeten, auf dem ein immerwährender Bürgerkrieg tobt. Doch hinter dieser Fassade steckt ein viel perfideres Spiel.

In "Wirte" wird "Pille" mit sehr speziellen Patienten konfrontiert. Diese entwickeln fast schon übermenschliche geistige Fähigkeiten. Doch auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt.

"Skalpell" bildet den Abschluss. McCoy trifft einen alten Bekannten, der zu großen Reichtum gekommen ist. Doch auch dieser Freund nimmt es mit den Regeln der Natur nicht so genau.

Den Anhang bilden diverse Zeichnungen, ein ausführlicher Artikel über das Wirken von John Byrne sowie Querverweise zu Episoden der "Original Series", die in direktem Zusammenhang zu den hier beschriebenen Kapiteln stehen.

Diese Querverweise sind gleichzeitig die Crux des Buches. Wer die alte Serie in- und auswendig kennt, wird die Art und Weise lieben, wie das Comic die Ideen weiterspinnt. McCoy nimmt immer wieder Bezug auf die TV-Episoden. Ohne dieses Wissen hat der Leser aber nur halb soviel Spaß, denn das Buch rast nur so durch die Plotlines. Irgendwo gibt es ein Problem, die Zeit drängt, McCoy hat eine Idee, schwupps ist diese umgesetzt und weiter geht’s zum nächsten Problem.
McCoy ist intergalaktischer Notarzt und Wunderheiler in einer Person. Einzig die letzte Geschichte nimmt ein wenig das Tempo raus und ist somit auch die gelungenste. Weniger Kapitel, dafür die vorhandenen ausführlicher geschrieben, hätten dem Comic gut getan.

Zeichnerisch ist dem Buch eigentlich nichts entgegenzusetzen. McCoy wirkt mit seinem faltigen Gesicht und dem Vollbart vielleicht ein wenig zu alt für die Zeit kurz nach Ende der "Original Series". Das Cover lässt einen eher jüngeren "Pille" vermuten und auch der dort angedeutete Humor findet sich leider nicht wieder. Dabei überzeugt McCoy in Film und TV doch so oft mit seinem trockenen Humor.

In Sachen handwerklicher Umsetzung gibt es eigentlich kaum was zu bemäkeln. Der Druck ist sauber und das Softcover wertig. Leider kann man die an der Klebe-Innenseite die ein oder andere Sprechblase nur lesen, wenn man das Buch platt drückt.

Fazit: Die Star Trek-Comics kommen an die Klasse der Romane des Verlags leider nicht heran – auch dieses nicht. Das ist die Last hervorragender Publikationen, mit der Cross Cult in letzter Zeit das Genre begeistert. Somit bleibt McCoy ein gutes Comic – gut und nicht hervorragend, weil man schon die TV-Serie kennen muss, um die Geschichten vollends zu verstehen. Fans werden dennoch nicht an dem Comic vorbeikommen.




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