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Chew - Bulle mit Biss!
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 20.12.2011, Serie: Comics, Autor(en): John Layman, Rob Guillory, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 128, Erschienen: 2011, Preis: 16,80 Eur


Chew zählt zweifelsohne zu den außergewöhnlichsten Comics, die den deutschen Markt in der letzten Zeit erreicht haben. Die äußerst skurrile Storyline, gepaart mit einem sehr schrägen Humor, sorgt für eine erfrischend neue Serie, die nun mit Reif für die Insel ihren zweiten Teil bekommen hat.

Tony Chu ist seit dem letzten Band Agent der FDA, zu deutsch: der Lebensmittelbehörde. Denn in Tonys Welt wird in den düsteren Hinterzimmern schmieriger Kaschemmen nicht etwa Heroin oder Crystal Meth vertickt, sondern nur das ganz harte Zeug – Hühnerfleisch.

Tony ist aber kein gewöhnlicher Agent – er ist Cibopath, ein Geschmackstelepath, das heißt er erfährt alles über die Dinge, die er schmeckt. Als er mit seinem alten Kollegen John Colby vereint wird, der bei ihrem letzten Auftrag geschmeidig ein Küchenbeil in die linke Gesichtshälfte bekommen hat, lernt er die Schattenseiten seines Berufs kennen. Eine Bande hat einen Tresor geknackt und eine ganz persönliche Note für die Beamten hinterlassen: einen dampfenden Haufen Kacke.

Doch dieser Fall ist nur der Auftakt einer viel größeren Sache. Denn die schöne Südsee-Insel Yamapalü rühmt sich damit, äußerst lax mit den Lebensmittelvorschriften umzugehen und serviert munter weiter Hähnchen. Das zieht natürlich Touristen an, wie ein holländischer Coffeeshop im deutschen Grenzgebiet.
Da trifft es sich gut, dass Tonys Bruder Chow Chu als Promikoch vom Gouverneur der Insel engagiert wurde. Doch das Ganze gerät schnell außer Kontrolle, und wer wissen will, was ein südamerikanischer Kampfhahn, eine vollbusige Angestellte des Landwirtschaftsministeriums und eine mysteriöse, tentakelbehangene Frucht gemeinsam haben, für den führt an diesem Buch kein Weg vorbei.

Fazit: Wer Chew liest, beweist außerordentliche Geschmacksnerven. An Originalität vielleicht mit Umbrella Academy vergleichbar, trifft die Reihe den Nagel auf den Kopf – einen sehr schrägen Nagel mit einem Gummihammer. Einen gewissen Hang zum Skurril-Komischen sollte man als Leser schon haben. Lässt man sich aber von Chews Tempo mitreißen, dann sind jegliche Fragen nach Sinn, Zweck oder so abwegige Sachen wie Realismus längst passé. Bon appetit!




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