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Aventurischer Atlas
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 23.11.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Daniel Simon Richter und jede Menge Zeichner, Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: 148, Erschienen: 2011, Preis: 30,00 € (Limitierte Luxusausgabe: 50 €)


Wie viele Worte kann man über eine Spielhilfe verlieren, die selbst fast vollständig aus Bildern besteht und somit kaum Worte aufweist? Eine ganze Menge, wie sich herausstellt.

Der Aventurische Atlas stellt nämlich ein recht ungewöhnliches Produkt dar. Er versammelt alle Regionalkarten aus den verschiedenen Regionalbeschreibungen in höherer Auflösung und bietet so den Blick auf den kompletten aventurischen Kontinent. Um den Überblick nicht zu verlieren, beginnt das Werk mit einer Übersichtskarte Aventuriens, auf der eingezeichnet ist, welche Gebiete auf welcher Seite zu finden sind. Des Weiteren sind an den Rändern jeder Karte Pfeile abgebildet, auf denen zu lesen ist, auf welcher Karte es in welche Richtung weitergeht. So kann man Wegen, Flüssen und Grenzen folgen, Gebiete absuchen und abstecken oder einfach nur schmökern.
Gerade Letzteres bereitet bei den wirklich hübschen Karten große Freude. Vor allem, wenn man es gewohnt ist, die Handlung seiner Abenteuer in einem oder einigen wenigen Gebieten spielen zu lassen, zeigt einem der Aventurische Atlas wirkungsvoll auf, wie groß und vielfältig der aventurische Kontinent in Wirklichkeit ist.

Ulisses beschreibt den Aventurischen Atlas nicht umsonst als Auto- beziehungsweise Kutschenatlas Aventuriens: Die kartographischen Darstellungen sind so gewählt, dass sie auch aus der Spielwelt stammen könnten, auch weenn sie für ein mittelalterliches Produkt auch etwas zu farbenreich sind. Der Spielleiter kann das Quellenbuch also auch direkt in der Handlung seiner Abenteuer einsetzen. Um diesen Eindruck noch zu unterstützen, bietet Ulisses Spiele den Atlas auch noch in einer limitierten Luxusedition in grünem Kunstleder an, die nicht nur elegant ist, sondern auch glaubwürdig aventurisch wirkt.

Das Ganze hat aber auch seinen klaren Nachteile: Nützliche Prinzipien moderner Atlanten sucht man vergeblich. Es gibt keine Höhenlinien, keine Wassertiefen, keine Bodenschatz- oder Wirtschaftsangaben und vor allem leider auch keinerlei Koordinatensystem.
Gerade Letzteres bedeutet natürlich auch, dass es keinen genauen Index gibt, in dem markante Schauplätze und Städte verzeichnet sind. Tatsächlich gibt es leider nicht einmal einen, der die Seite angibt, auf der man suchen müsste, obwohl dieser der Glaubwürdigkeit des pseudoaventurischen Produkts keinen Abbruch getan hätte. So viel Freude das Blättern im Aventurischen Atlas bereiten mag, ist es doch er nervig, wenn man es unfreiwillig tun muss. In einem Testlauf benötigte der Rezensent mehr als fünf Minuten, um eine Stadt zu finden, von der er bloß vage wusste, wo sie sich befindet.

Eine Art Ersatz für den Index findet sich nach den 43 geografischen Karten im Quellenband: Eine Übersicht über die verschiedenen Regionen inklusiver ihrer geografischen Besonderheiten (z. B. Gebirge), sozialer Daten (z. B. Regierungsform und Religion) und der Auflistung ihrer größten Städte. Diese hilft zumindest bei der Suche nach Hauptstädten und Reichen und bietet einen raschen Abriss über eine Region, die der Spielleiter gut zur schnellen Referenz brauchen kann.
Im Anschluss an diese Auflistung finden sich politische Karten des Horasreiches, der Schattenlande, sowie sämtlicher Provinzen des Mittelreiches. Die Karten sind sehr nützlich. Gerade deshalb ist es schade, dass nicht alle Staatsgebiete Aventuriens abgebildet sind.
Den letzten Abschnitt des Quellenbuchs bildet eine Liste der aktuellen Lehen, Lehensnehmer und Würdenträger im Jahre 1034 BF. Nicht unbedingt nötig, aber brauchbar.

Fazit:
Der Aventurische Atlas stellt ein solides Produkt dar, das der Spielleiter sinnvoll nutzen kann. Er bietet einen guten Überblick und kann auch für Karten innerhalb der Spielwelt genutzt werden. (Erstrecht, wenn man sich die Luxusausgabe gönnt.) Doch man muss auch ehrlich sagen, dass der Atlas noch deutlich besser sein könnte.




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