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Die Elfen 02 - Firnstayns Kinder
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 29.12.2011, Serie: Die Elfen, Autor(en): Bernhard Hennen, Verlag: Universal Family Entertainment GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 7,99 Eur


Nachdem Der Untergang von Vahan Calyd vor allem aus der Sicht der Elfen geschrieben war, wandelt sich der Blickwinkel in der zweiten Folge von Die Elfen dramatisch, denn der größte Teil von Firnstayns Kinder beschäftigt sich mit den Menschen des Fjordlandes und schildert, wie sie in den Krieg um Albenmark und gegen die Trolle hineingezogen werden.

Alfadas, ein ehemaliger Schüler des elfischen Schwertmeisters Ollowain, hat sich vor Jahren in das Dorf Firnstayn zurückgezogen, um dort in Ruhe und Frieden zu leben. Doch als die flüchtenden Elfen und ihre Königin Emerelle hier eintreffen, wird er wieder in die Kriege des fremden Landes verwickelt.
Auf Befehl seines Königs Horsa Starkschild soll er aus einer Truppe von Bauern und Halsabschneidern ein Heer formen, das jedoch eigentlich nicht siegen soll, sondern untergehen, um die Macht des Königs zu festigen. Doch Alfadas will nicht so leicht aufgeben.

Wieder einmal ist die technische Umsetzung des Hörspiels über jeden Zweifel erhaben. Da donnert die orchestral anmutende Musik, die Effekte lassen die Szenen lebendig werden, und die Sprecher steigern sich voller Elan in ihre jeweiligen Rollen hinein.
Doch mehr noch als bei der ersten Folge steht der Hörer einem gefühlten Flickenteppich von Handlungselementen gegenüber, die irgendwie kein schlüssiges Gesamtbild ergeben wollen.
Da ich den zugrundeliegenden Roman nicht kenne, kann ich nicht sagen, inwiefern die Handlung dort Sinn macht, aber in der Hörspiel-Fassung fragt man sich schon unwillkürlich, welchen seltsamen Plan der König des Fjordlandes verfolgt. Dies gilt insbesondere, wenn einmal davon die Rede ist, dass er mögliche Gegner seines Sohnes im Kampf um den Thron ausschalten will, indem er sie in den Kampf gegen die Trolle schickt, und die Angehörigen der Armee dann plötzlich als wenig erfahrene "Zivilisten" und Gauner geschildert werden.
So manche "zwischenmenschliche" Szene sorgt auch für Verwunderung, denn sowohl die bizarre Beziehung zwischen Alfadas und seiner ehemaligen Elfen-Geliebten Silvyna als auch die Liebesgeschichte zwischen Ollowain und der Verräterin Lyndwyn bleiben bruchstückhaft und unklar.
Auch die wieder einmal um das eigentliche Hörspiel drapierten Folterszenen, die man schon aus Teil 1 kennt, wirken wieder wie bizarre Fremdkörper, deren Bedeutung weiterhin im Dunkeln bleibt.

Doch machen wir nicht alles schlecht bei Firnstayns Kinder. Insbesondere die am Ende der Folge stehende erste Schlacht zwischen den Trollen und den vereinigten Truppen der Menschen und Kentauren weiß mit Dramatik und Spannung zu überzeugen. Endlich haben wir auch mal einen Erzähler, der uns nahebringt, was sich in den Nebeln der Berge abspielt.
Und der Cliffhanger, der das Ende der Folge einläutet, macht garantiert Appetit auf Teil 3 mit dem Titel Königsstein.

Insgesamt betrachtet ist Firnstayns Kínder ein technisch brillianter, aber vom Drehbuch her verbesserungswürdiger Versuch, ein gigantisches Fantasy-Epos in Hörspielform zu verfassen. Ob dies reicht oder ob es doch zu wenig ist, muss wohl jeder Hörer für sich selbst entscheiden.




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