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Blut & Spiele
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 12.09.2011, Serie: Rollenspiel, Autor(en): diverse, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 184, Erschienen: 2011, Preis: 34,95 €


Während sich der Quellenband Fronteinsatz mit militärischen Großkonflikten auseinandersetzt und diese spielbar macht, setzt Blut und Spiele eine Nummer tiefer an. Hier geht es um den Krieg in den Straßen. Kalter Kaffee? Das wäre so, wenn es hier um Macht oder Geld und nicht um Punkte ginge. Die neue Stadtkrieg-Saison um zwei Bälle und zwei Torzonen ist von den Medien ausgerufen worden. Es geht also eigentlich um den härtesten Sport, der denkbar ist. Ein bisschen erinnert das Ganze an das legendäre Tabletop Bloodbowl von Games Workshop oder an das deutsche Play-by-Mailspiel Orkcup.

Auf rund 184 Seiten widmen sich die deutschen Autoren der speziellen Form des Cyberpunkvergnügens. Da Kampfspiele außerordentlich dynamisch sind, hat man sich bei Pegasus Press auf eine neue Abenteuerstruktur verständigt. Dabei werden die Abenteuer nicht mehr in einzelnen Szenen (also linear) präsentiert, sondern die Handlung direkt beschrieben. Die gewohnten Vorlesekästen und die Zusätze keine Panik und Daumenschraubengibt es deshalb deutlich seltener. Dafür steht die wichtige Beinarbeit hier mehr im Zentrum und taucht deshalb als Rubrik in den Abenteuern immer wieder auf, wenn die Runner Informationen sammeln gehen.

Blut und Spiele enthält insgesamt vier größere Abenteuer, die alle im Bereich der ADL angesiedelt sind. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Kapitel zum Stadtkrieg ADL, in dem moderne Gladiatoren und Kriegsschauplätze sowie weitere Erläuterungen zusammengefasst werden, angefügt wurde.
In Merchandise werden die Charaktere angeheuert, um eine Firmenanlage samt der dort gelagerten Waren und Daten zu zerstören. Ein bestimmter Datenträger soll dabei geborgen und später an den Auftraggeber übergeben werden. Bei der Firmenanlage handelt es sich um den geheim gehaltenen Standort der Firma Omnis GameTech, die in drei Tagen das neue und von vielen sehnsüchtig erwartete Spiel Stadtkrieg 73 herausbringen will. Dessen Veröffentlichungstermin soll unbedingt verhindert werden. In der Folge entfaltet sich ein Abenteuer, das zunächst detektivischen Charakter hat, sich später aber in ein Katz-und-Maus-Spiel verwandelt.
In Schlusspfiff werden die Runner von Buffalo, dem Chef des Frankfurter Chapters des Capitol MC, angeheuert. Sie sollen bei seinem kleinen Bruder Wenzel nach dem Rechten sehen. Natürlich steckt auch hier viel mehr hinter dem Auftrag, als den Schattenläufern recht sein kann. Das Gebiet, in dem sie Nachforschungen anstellen sollen, ist kurzfristig und taktisch bedacht als Arena für den Stadtkrieg ausgewählt worden. Die Arbeit der Runner muss also schnell und unter den Augen der zahlreichen Kameradrohnen durchgeführt werden.
Man sieht sich immer zweimal beginnt ebenfalls harmlos mit dem Auftrag eines Mitglieds des Managements der Stahlfalken Mannheim, eines der Teams der Stadtkriege. Die Charaktere werden beauftragt, in die Wohnung des Stadtkriegsspielers Ilja Sadowski einzudringen und nach Hinweisen auf seine Vergangenheit vor dem Jahr 2066 zu suchen. Ihre Bemühungen bleiben leider nicht unbemerkt und wecken einen Riesen im Hintergrund.
Fette Beute führt die Charaktere in die Ausläufer einer lang andauernden Vendetta. Was als harmloser Auftrag zur Beschattung beginnt, entwickelt sich zum echten Problem.

An der Gestaltung des Hardcover-Buchs mit Lesebändchen gibt es nichts auszusetzen. Insbesondere die gut gestalteten Handouts sind hier zu loben und als kleines Bonbon gibt’s zehn Vierfarbaufkleber mit den Wappen der Mannschaften aus den Stadtkriegen

Fazit: Auch Blut und Spiele ist sein Geld allemal wert. Die vier gut ausgearbeiteten Runs und der dazu passend beschriebene Hintergrund ermöglichen schnelle Runs, die detektivische Elemente mit Action gekonnt verbinden.




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