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Buck Danny - Band 2: 1948-1951
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 08.11.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Victor Hubinon, Jean-Michel Charlier, Verlag: Salleck Publications, Seiten: 272, Erschienen: 29,90, Preis: 29,90 €


Buck Danny ist ein wahrer Klassiker der Comicliteratur. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Karriere des schneidigen Piloten 1947 im Magazin Spirou. Nach seinen ersten Abenteuern im Pazifikkrieg, wird Danny zu den "Flying Tigers" nach China versetzt um weiter gegen Japan zu kämpfen. Sallek Publication legt nun die alten Bände in gesammelter Form wieder auf. Wir wagen einen Blick in den 270 Seiten dicken Wälzer.

Wie es sich für eine ordentliche Gesamtausgabe gehört, behandeln die ersten 28 Seiten den Hintergrund der Serie. So wird detailliert erläutert, wie es zur Comicreihe kam und welchen imposanten Werdegang die Autoren gingen. Diverse Nachdrucke von Originalseiten dürfen da natürlich nicht fehlen.

Insgesamt enthält dieses Buch vier Alben. "Die Söhne des Himmels" bildet dabei den Auftakt. Buck Danny wird von seinem Fronturlaub zurückbeordert und mit neuen Kameraden zu den "Flying Tigers" nach Südchina versetzt, das sich gegen die in Birma vorrückenden Japaner behaupten muss und von den westlichen Alliierten abgeschnitten ist. Dort angekommen muss sich die Truppe erst einmal zusammenfinden und diverse Kampfeinsätze bestreiten. Allerdings müssen sie auch gegen den Feind im Inneren kämpfen, denn unter den eigenen Kameraden sind auch Spione des Feindes.

In "Die fliegenden Tiger" geht es dann um die Infiltrierung der Untergrundorganisation, welche die Spione eingeschleust hat. Dazu wird ein amerikanischer Strohmann zum vermeintlichen Verräter. Zudem gilt es Kinder aus einer besetzten Region auszufliegen und Geheimpläne zu sichern.

"Die Klauen des Schwarzen Drachen" führt diesen Ansatz dann weiter, als sich Danny und seine Kameraden durchs Feindesland kämpfen müssen und fortwährend von japanischen Militär und der Untergrundorganisation verfolgt werden.

"Gefangen in Birma" behandelt dann die letzten Stationen von Dannys Flucht in einem U-Boot und die letztendliche Rettung.

Stilistisch heben sich die letzten drei Bände deutlich vom ersten Band ab. "Die Söhne des Himmels" beinhaltet eher einfach Panels, es sei denn es werden Flugszenen dargestellt. Auch der Erzählstil erinnert sehr an die frühen "Tim und Struppi"-Alben. Es gibt eigentlich keine Ruhe. Unaufhaltsam wird der Leser durch die nie enden wollenden, actionlastigen Szenen getrieben. So entsteht eine Unruhe, die der Thematik leider nicht gerecht wird. Auch der Hang dazu keine Erklärungen zu den Szenen aus dem "Off" zuzulassen, wirkt sehr hölzern. So erklären die Charaktere andauernd, was gerade passiert.

Diese "Kinderkrankheiten" lassen in den darauf folgenden Bänden nach. Die Zeichnungen werden differenzierter und die Geschichten ruhiger. Dies liegt vor allem daran, dass die im ersten Band erzählte, klassische Kriegsgeschichte zu einem waschechten Agententhriller wird.

Alle Bände durchziehen diverse stilistische und ideologische Mittel: Die Ansicht der Autoren zum Krieg ist sehr konservativ amerikanisch geprägt, was kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verwundert. So sind die Amerikaner immer die Guten, während man dem Kommunismus niemals trauen darf und sogar die eigenen, vermeintlichen Verbündeten den Westmächten in den Rücken fallen.
Zudem gibt es niemals Panels, die zeigen, wie jemand erschossen wird. Es ist nicht so, dass diese Thematik nicht auftaucht, eigentlich gibt es kaum eine Seite ohne Ballerei, aber zwischen der Hinführung, beispielsweise dem Anlegen der Waffe, und dem Resultat, einer Leiche auf dem Weg, fehlt stets das Panel mit der eigentlichen Aktion.

Stark ist das Comic wenn die Fliegerei und die Technik behandelt werden. Die Flugszenen sind wirklich gut gezeichnet und immer wieder gibt es kleine Kästen, die Equippment, Schulterpatches, Signale oder ähnliches erklären.

Fazit: Es ist sicherlich nicht leicht eine so alte Serie unter den heutigen Standards zu betrachten – das sollte man aber auch nicht. Buck Danny ist Zeitgeist, Navy-Pulp und Agententhriller. Wer über die beschriebenen, "Mängel" hinwegsehen kann, der wird seinen Spaß haben, denn immerhin ist die Reihe ein Stück Comicgeschichte.




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