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Avatar-Triologie 2: Tantras
Von Jeanette Wette

Rezension erschienen: 22.02.2003, Serie: Rollenspiel, Autor(en): R. Awlinson, Verlag: Feder und Schwert, Seiten: 408, Erschienen: 2003, Preis: 9,95 €


Die Schlacht im Schattental ist geschlagen und Tyrannos' Truppen mussten sich unter schweren Verlusten zurückziehen.
Doch der vermeintliche Sieg birgt eine Niederlage in sich: der beliebte Magier Elminster ist verschwunden und man hält ihn für tot. Adon und Mitternacht werden für seinen Tod verantwortlich gemacht und ihnen wird ein (nicht ganz fairer) Prozess gemacht:
während Mitternacht durch einen Knebel am Sprechen gehindert wird (man fürchtet sich vor ihrer Zauberei), ist Adon während der ganzen Verhandlung vollkommen stumm.
Seit er sich durch die ihn entstellende Narbe von seiner Gottheit Sune entzweit sieht (der Göttin der Schönheit), ist er in Selbstzweifel und Agonie verfallen.
Während Kelemvor sich von seinen Freunden verraten fühlt, ergreift einzig Cyric die Initiative und befreit die beiden aus dem Kerker.
Doch der Freundschaftsdienst ist nicht ganz uneigennützig: Er erhofft sich von den beiden Informationen über den Aufenthaltsort der Tafeln des Schicksals.
Kelemvor, der bisher noch an der Schuld seiner Freunde zweifelte, sieht diese durch das grausame Vorgehen Cyrics bei der Flucht endgültig bestätigt. Er führt einen Trupp Talländer an, der die Entflohenen stellen soll.
An der Schwarzfederbrücke, die die Flüchtenden passieren müssen, kommt es zu einem Aufeinandertreffen der beiden Parteien:
Auf der einen Seite Mitternacht, Cyric und Adon, die eine sehr fragile Gruppe darstellen: Während Adon noch immer tief in seiner Verzweiflung gefangen ist, hält Cyric ihm diese Handlungsunfähigkeit pausenlos vor. Mitternacht findet sich zwischen den beiden ungleichen Charakteren wieder und bildet eher ungewollt den Mittelpunkt der Gruppe.
Auf der anderen Seite findet sich Kelemvor inmitten eines Trupps rachsüchtiger Männer wieder, die keineswegs beabsichtigen, die Flüchtenden einzufangen und vor ein Gericht zu stellen, sondern Lynchjustiz begehen wollen.

Wie die Begegnung an der Schwarzfederbrücke ausgeht, und ob Cyric und seine Freunde es schaffen, die Tafeln des Schicksals zu bergen, um die Welt endlich wieder in einen geordneten Zustand zurückzuführen, das erfährt die Leserin auf 408 Seiten in bewährter Feder-und-Schwert-Bindung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der zweite Band sowohl sprachlich als auch von der Entwicklung und Darstellung der Charaktere her besser gelungen ist als der erste. Während die Charaktere im ersten Band sehr wie Archetypen wirkten, bringt der zweite Band Charakterentwicklungen und Konflikte mit sich.
Die Übersetzung von Feder und Schwert könnte, wie so oft, besser sein, aber für alle, die des englischen nicht mächtig genug sind, ist das Lesen auf deutsch durchaus vergnüglich, wenn auch der Satzbau teilweise recht hölzern daherkommt.
Wer die Forgotten Realms liebt, der findet in diesem Roman (bzw. der ganzen Trilogie) eine spannende und unterhaltsame Darstellung dieser Welt und ein paar Stunden Auszeit im Fantasy-Land.




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