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University Freaks
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 09.11.2011, Serie: Comics, Autor(en): Frank Cho, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 96, Erschienen: 2011, Preis: 22,- €


Während seiner Zeit an der University of Maryland zeichnete Comickünstler Frank Cho eine Reihe von Comicstrips für die Studentenzeitung, welche nun bei Cross Cult als Gesamtausgabe in schönem, großen Hardcover erschienen sind. Doch was macht diese Serie eigentlich so besonders, dass es sich lohnt Strips mit wenigen Panels erneut herauszubringen? Wir verraten es.

Dank einem Erlass der demokratischen US-Regierung wurden die Rechte von Tieren erweitert. In dieser Zeit erreicht eine Sendung mit Tieren, die eigentlich für Medikamententests vorgesehen war, die Universität von Maryland. Der erste Eindruck dieser drei knuffigen Tierchen, eine Ente, ein Nagetier und ein Schwein, wird jäh zerstört, als deren erster Satz fäll: "Okay, her mit den Pillen! Hey, wo sind wir?" Ab jetzt ist klar, wo die Reise hingeht. Denn diese Sammlung von Comicstrips ist mitnichten belangloses, schwachbrüstiges Geplauder im Stile von Hägar oder Garfield, sondern Sex, Schnaps und Rock’n Roll.

So schreiben sich Frank die Ente, Dean das Schwein und Ralph das Nagetier an der Uni ein, treten der Studenten-Vereinigung Tri-Kappa-Bräu bei und saufen was das Zeug hält. Unterstützung erhalten sie dort von den Zimmergenossen Leslie der Limabohne, Tony dem grenzdebilen … naja, ihn einen Menschen zu nennen wäre fast zu viel und Sheldon, einer Schildkröte die nach eigenen Aussagen saufen kann wie Ted Kennedy. Als dann noch Brandy und ihre üppige Oberweite auf den Plan tritt, in die sich Frank unsterblich verliebt, ist das Set bestellt und der Startschuss gefallen für einen Tour-de-Force mit Gags jenseits der Gürtellinie, welche jedoch für Fans des derben Humors runter gehen wie Öl.
Dabei weiß vor allem Dean das Schwein, das eigentlich nie ein Hemd trägt, völlig außer Form ist und ständig raucht, immer wieder das Niveau zu unterbieten, wenn er beispielsweise an Halloween statt "Süßes oder Saures" einfach mal Heineken einfordert. Gleiches gilt natürlich auch für den Rest der Party-Crew, wie dem Nagetier Ralph, der den Zeichner ab und an eine kreative Auszeit gönnt, indem er Witze erzählt, die er eben noch auf der Herrentoilette an einer Tür gelesen hat.

Fazit: Wenn man das harmlose Cover des Buchs betrachtet, könnte man fast meinen, dass man fälschlicherweise ein Disney-Produkt erworben hat. Doch man sollte schon einen sehr schwarzen Humor haben, um den Band genießen zu können. Hat man seine gesellschaftlich determinierten Wertevorstellungen aber mal über Bord geworfen, kann der Spaß losgehen. Vor allem Studenten werden die eine oder andere Szene wieder kennen, die sie eigentlich längst verdrängt glaubten. Aber es gibt nichts, was man mit Schnaps nicht wieder vergessen könnte.




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