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Uldart 3 - Perdórs Untergang
Von Nils Rehm

Rezension erschienen: 25.07.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Markus Heitz, Sonja Rüther, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 272, Erschienen: 2011, Preis: 8,95 EUR


Perdors Untergang ist der dritte Band der Abenteuer-Spielbuch-Reihe Ulldart. Als Autor zeichnen Markus Heitz und Sonja Rüther verantwortlich.

Aber was ist dieses Spielbuch nun? Bei jedem, der die Anfänge des deutschen Rollenspiels in den achtziger Jahren miterlebt hat, weckt dieses Buch Heimatgefühle. Der Thienemann-Verlag landete seinerzeit mit einer sehr ähnlich aufgemachten Spielbuchreihe einen Riesenerfolg. Der Hexenmeister vom flammenden Berg hieß der legendäre erste Band.
Damals wie heute erschafft man sich nach sehr knappen Regeln einen eigenen Helden, der dann das angegliederte Abenteuer bestehen muss. Dabei fällt hier besonders auf, dass viel Wert auf anschauliche Erklärungen aller eventuellen Stolpersteine in den Regeln gelegt wurde. Zur Übersicht werden zusätzlich alle Regeln noch einmal auf zwei Seiten zusammengefasst, was zum Nachschlagen sehr praktisch ist. Den Autoren ist es gelungen, ein einfaches und dennoch taugliches Regelsystem mit lediglich drei Attributen (Geschicklichkeit, Konstitution und Karma) und Lebensenergie zu erschaffen. Die zum Eintragen des eigenen Helden nötigen Heldenbögen, also Charakterprotokolle, finden sich am Ende des Buches ebenso wie ein Blatt mit Würfelergebnissen, das einen sechsseitigen Würfel ersetzen kann. Um sich die Spielwelt besser vorstellen zu können, ist natürlich eine Karte der Umgebung im Buch enthalten. Auch die gefundenen Gegenstände und Elixier werden am Ende des Buches noch einmal näher beleuchtet. Das ist hilfreich, weil dadurch der Lesefluss im Buch nicht unnötig von technischen Beschreibungen gestört wird.

Alle Seiten zeigen einen mit Vignetten verzierten Rahmen, wobei der Text gelegentlich durch kleinere oder auch ganzseitige Illustrationen aufgelockert wird. Der eigentliche Text macht es dem Neueinsteiger leicht. Wer die ersten zwei Bände verpasst hat, der bekommt noch einmal einen kleinen Überblick über die bisherigen Geschehnisse. So gerüstet kann es dann gleich ins Abenteuer gehen.

Wer noch nie ein Spielbuch in der Hand gehabt hat und auch kein Rollenspieler ist, sei mit folgendem Beispiel erklärt, wie das Spielbuch funktioniert:
Der gesamte Text ist in Abschnitte eingeteilt, die durchnummeriert sind (von 1-477). Man beginnt natürlich mit dem Abschnitt eins, an dessen Ende man zu einem weiteren Abschnitt verwiesen wird. Oft hat man auch die Wahl, was man als nächstes tun möchte. Ein solcher Abschnitt kann etwa so aussehen: "Erst als du aufsitzt, wirst du bemerkt. Es raschelt im Laub, und eine Armbrust mit Klicken gespannt. Der erste Bolzen zischt dicht an seinem Kopf vorbei. Schaust du dich um (weiter bei 309) oder flüchtest du, so schnell du kannst (weiter bei 451)?"
Manchmal sind besonders die Fähigkeiten oder auch die Ausrüstungsstücke, die den eigenen Held ausmachen, gefragt. Fähigkeiten werden immer mit Würfelproben getestet. Natürlich könnte man mogeln und einfach so tun, als ob man eine Probe bestanden hätte. Um dem entgegenzuwirken, erklären die Autoren erst einmal den Sinn der Proben (sie dienen unter anderem dem Spielspaß, weil sie Spannung schaffen). Wer sich dennoch nicht an die Regeln halten will, für den gibt es im Buch Fallen, in die man als Schummler unweigerlich tritt.

Inhaltlich geht es um Folgendes: Nach der entscheidenden Schlacht gegen das Böse auf dem Blutfeld, die erfolgreich geschlagen worden ist, beginnt die eigentliche Aufgabe des Helden: die Suche nach seiner Familie. "Ein seltsames Zwillingspaar bitte dich um Hilfe, und dein alter Kontrahent Lendos Daran wird deine Frau und euren Sohn nicht freiwillig gehen lassen. Aber wer sind die seltsamen Gäste in Lendos Haus? Und was hat es mit der geheimen Nachricht von König Perdor auf sich, die du bisher nicht entschlüsseln konntest?"
Die Geschichte an sich ist konventionell aufgebaut, bietet aber jede Menge Spannung und Action und wartet mit der einen oder anderen bösen Überraschung auf. Es empfiehlt sich auch, Tipps zu notieren, die sich bei der Lektüre ergeben. Denn häufig werden sie später wichtig.

Fazit: Im Vergleich zu der schon erwähnten Klassiker-Reihe des Thienemann-Verlags wirkt Perdors Untergang wie ein Spielbuch 2.0. Die Regeln sind einfach aber schlüssig und sorgen für Dynamik im Spiel. Die Geschichte ist vielschichtiger konstruiert und deshalb nicht so leicht vorhersehbar, wie das früher leider üblich war. Bleibt zu hoffen, dass wir uns noch auf einige weitere Bände freuen können. Die Ulldart-Spielbücher sind auf jeden Fall eine Empfehlung wert.




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