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Werwölfe
Von Lars-Hendrik Schilling

Rezension erschienen: 07.11.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Ted Alspach, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 14,95 EUR


Ab und zu erscheint ein Spiel, das völlig verändert, wie wir über Spiele nachdenken. Wie viele Leute können an bloß einer Partie eines Gesellschaftsspieles mitspielen? Bei Werwölfe sind es bis zu 68. Ist Werwölfe ein Kartenspiel? Es arbeitet mit Karten, aber es könnte genauso gut Textmitteilungen verwenden; sie wären nur aufwendiger. Irgendwie ist Werwölfe eine ganz eigene Art von Spiel, die soziale Interaktion, geschicktes Verhandeln und gekonntes Pokern zu einem Amalgam verschmilzt, das mittlerweile auf Jugendfreizeiten, Weihnachtsfeiern und anderen Gelegenheiten, wo große Gruppen zusammenkommen, zum Kultspiel geworden ist.

Wie der Name bereits andeuten mag, geht es in Werwölfe um ein Dorf, das von Werwölfen bedroht wird. Während die Werwölfe jede Nacht ein Opfer fordern, kann die gefährdete Dorfbevölkerung nur dadurch reagieren, dass sie tagsüber diejenigen lyncht, die sie als Werwölfe verdächtigt. Glücklicherweise verraten sich die Werwölfe manchmal und außerdem ist eine Seherin unter den Dörflern.
Werden die Menschen obsiegen oder wird die Bedrohung sie dahinraffen?

Als Spiel funktioniert das Ganze so: Ein Moderator übernimmt die Leitung der Runde. Er teilt zu Beginn an jeden Spieler eine zufällige Rollenkarte aus, auf der steht, ob er Dorfbewohner, Seher oder Werwolf ist.
Das Spiel gliedert sich in Tag- und Nachtphasen. In jeder Nacht schließen die Spieler ihre Augen. Nun ruft der Moderator zunächst die Werwölfe auf, die (nur durch Handzeichen und möglichst ohne sich durch Geräusche zu erkennen zu geben) einen der Dörfler auswählen, der ermordet wird und somit aus dem Spiel ausscheidet. Dann schließen auch die Werwölfe ihre Augen und der Moderator ruft den Seher auf, der auf einen der Spieler zeigt und von Moderator ein Handzeichen mitgeteilt bekommt, ob derjenige Spieler ein Dorfbewohner oder Werwolf ist.
Dann endet die Nacht und das Dorf erwacht. Nun dürfen die Spieler darüber spekulieren, wer ein Böser sein könnte und wen sie lynchen werden. Die Diskussion wird vor allem dadurch beflügelt, dass niemand weiß, welche Rollen die anderen haben, und sich auch nicht durch Zeigen seiner Rollenkarte zu erkennen geben darf. Behaupten, der Seher zu sein, kann ja jeder, schließlich beteiligen sich auch die Werwölfe an der Diskussion...
Die Soziodynamik des Spiels ist wirklich spannend und es sei jedem geraten, einmal eine Partie Werwölfe auszuprobieren.
Im Endeffekt wechseln sich nun einfach Tag- und Nachtphasen gegenseitig ab, bis das Spiel zu Ende ist. Die Dorfbewohner haben gewonnen, wenn alle Werwölfe gelyncht wurden. Die Werwölfe haben gewonnen, wenn es genauso viele Werwölfe wie Dorfbewohner gibt. Da sie in massiver Unterzahl starten, dauert das durchaus eine Weile.

Für erfahrene Spieler gibt es noch weitere Rollenkarten, wie Vampire, Verfluchte, Priester etc., die weitere Möglichkeiten haben und neue Faktoren ins Spiel einbringen. Diese haben auch den Vorteil, dass die Spieler noch mehr spekulieren müssen, zumal sie nicht wissen, ob diese Karten vom Moderator überhaupt mit ausgeteilt wurden - was dessen Spielspaß doch deutlich fördert.

Ähnlich wie bei Mau-Mau/Uno/Solo usw. ist auch Werwölfe eigentlich kein spezifisches Spiel. Da es auf dem russischen Spiel Mafia basiert, können hemmungslos von allen Verlagen Werwolf-Versionen herausgebracht werden. Das vorliegende Spiel, das direkt den simplen Titel Werwölfe trägt, heißt im englischen Original nicht umsonst Ultimate Werwolf, denn es vereinigt fast alle Rollen und Konzepte aus verschiedenen Werwölfe-Spielen. Wenn man Werwölfe spielen möchte, empfiehlt sich diese Version ohne Frage.

Fazit:
Wer genügend Spieler für eine Runde zusammen bekommen kann, dem sei dieses Spiel ausdrücklich empfohlen.




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