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Thunderstone - Zorn der Elemente
Von Philipp Kiefner
Rezension erschienen: 19.06.2012, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mike Elliott, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 24,95 €
Sie mögen das Kartenspiel Dominion, haben keine Angst vor Drachen, Untoten und Dämonen und sind bereit mit Breitschwert, Feuerzauber oder Bogen in finstere Verließe zu ziehen? Dann sind Sie bei Thunderstone genau richtig!
Während das Grundspiel bereits gute Ansätze aufwies und einen schnellen Einstieg in den Spielmechanismus ermöglichte, erwartet man von der hier vorliegenden ersten Erweiterung, dass einerseits bestehende Defizite, welche insbesondere in der geringen Interaktion zwischen den Spielern bestand, behoben werden und andererseits innovative Ideen Spielspaß und Dauermotivation verstärken. Um es vorweg zu nehmen: Thunderstone – Zorn der Elemente kann diese Erwartungen erfüllen und vielleicht sogar übertreffen.
Doch bevor auf die Inhalte der Erweiterungen eingegangen wird, sei noch eine kurze Zusammenfassung des Grundspiels gegeben. Thunderstone ist ein Kartenspiel und vom Ablauf dem bekannteren Dominion sehr ähnlich. Jeder Spieler beginnt mit der gleichen Ausstattung an Grundkarten, welche er im Laufe des Spiels individuell um andere Karten erweitert und sein sogenanntes Deck bilden. Von diesem zieht man nun Handkarten, die entweder zum Kauf neuer Karten oder zum Besiegen von ausgelegten Monsterkarten dienen. Sieger ist der Spieler, welcher die meisten bzw. schwersten Monster besiegt hat.
Was bringt nun die Erweiterung Zorn der Elemente? Zunächst einmal neue Helden, stärkere Monster und Gegenstände, welche gleichzeitig nutzen und schaden können. Hinzu kommen noch Fallenkarten und Monsterfähigkeiten mit reichlich fiesen Auswirkungen, die nicht länger nur auf den aktiven Spieler beschränkt sind. Positiv zu vermerken sind die größeren Interaktionsmöglichkeiten, so dass nicht ein jeder, wie bisher, nur für sich spielt, was den Glückfaktor reduziert und eine neue taktische Bandbreite gestattet.
Allerdings muss man die Kirche im Dorf lassen. Den führenden Spieler effektiv klein zu halten ist sehr schwer und gelingt nur auf Kosten der eigenen Erfolgschance. Insgesamt hat sich auch die durchschnittliche Spieldauer erhöht, insbesondere ist dies dann der Fall, wenn die inzwischen doch sehr kampfstarken Monster gleich zu Beginn gezogen werden. Eine nette Variante ist der Monstertyp "Horde", bei dem jedes Monster stärker ist als das vorherige. Man merkt, dass sich die Spielentwickler für ihre erste Erweiterung viele Gedanken gemacht haben, was auch zahlreiche Szenarien und der Kampagnenmodus bezeugen. Alle neuen Karten lassen sich problemlos in das Grundspiel integrieren und Wagemutige haben jetzt ein umfangreiches Spektrum für Zufallsspiele. Gerade diese Flexibilität, mit der sich auch Spielart (z.B. konfrontativ oder kooperativ), Dauer und Schwierigkeit grob steuern lassen, erzeugt ein hohes Maß an Langzeitmotivation und Wiederbespielbarkeit. Die Illustration der Karten ist nach wie vor detailliert, stimmungsvoll und klar unterscheidbar. Ein weiteres Plus, auch wenn im Spielverlauf doch eher die "inneren" Werte relevant sind.
Fazit: Thunderstone – Zorn der Elemente ist eine gelungene Erweiterung des Basisspiels. Das liegt an den nun vorhandenen Interaktionsmöglichkeiten unter den Spielern, den Überraschungsmomenten durch Spezialfähigkeiten und Fallenkarten sowie den stark erweiterten Möglichkeiten vorgefertigte, zufällige oder selber entwickelte Szenarien oder gar ganze Kampagnen zu spielen. Für Fans ein Muss!
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