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Witchblade 1
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 13.06.2012, Serie: Belletristik, Autor(en): Yasuko Kobayashi, Kazasa Sumita, Verlag: Panini Verlags GmbH, Seiten: 208, Erschienen: 2007, Preis: 9,95 EUR


Takeru ist Highschool-Schülerin, aber keine gewöhnliche. In einem Kloster kommt sie in Kontakt mit der legendären Waffe "Witchblade", die eigentlich eine Hand ist. Diese wurde einst einer Dämonin vom Arm getrennt und wird nun vor der Öffentlichkeit versteckt. Als eine Reihe von Dämonen das Kloster angreifen, nimmt die Witchblade von Takeru Besitz und schon ist der Plot diese Mangas eigentlich abgeschlossen.

Denn sonderlich tiefgründig geht es nach den ersten paar Seiten auch nicht weiter. Eine dämonische Organisation sucht die Waffe und trifft dabei auf Takeru. Diese verliert in regelmäßigen Abständen ihre Klamotten, bekommt dafür aber eine größere Oberweite und eine Klingenhand. Zur Seite steht ihr der Sohn einer Dämonenjägerfamilie. Zwischen ihm und Takeru entwickelt sich eine latente Zuneigung, was letzten Endes natürlich zu einem Zwiespalt führen muss: Dämonenjäger trifft Dämonin, die gegen das Böse kämpft - Buffy lässt grüßen.

Da es sich hier um ein Manga handelt, dürfen anzügliche Darstellungen, die hart an der Grenze sind, natürlich nicht fehlen. Vor allem die nymphomanische Freundin Takerus, die für einen Schokoriegel so ziemlich alles macht, sorgt für reichlich Einblicke. Dass diese dann auch noch aussieht, als hätte sie gerade das 12. Lebensjahr vollendet, ist bekanntlich ebenso manga’esk, wie die Leserichtung von rechts nach links.

Natürlich wirkt ein Manga noch viel authentischer, wenn auch dieses Element mit "übersetzt" wird, aber es ist für genreferne Leser doch eine ganz schöne Umstellung. Die farblich grau gehaltenen Panels und deren chaotische Anordnung tun ihr Übriges: Einmal liest man von rechts über die ganze Seite und dann wieder nicht. Da man genug damit zu tun hat, nicht wieder links anzufangen, kommt man bei den sehr unstrukturierten Anordnungen gut ins Schlingern. Da möchte man dem Autor danken, dass wenigstens die Geschichte nicht allzu kompliziert ist.

Fazit: Mangas sind schon eine sehr eigene Stilrichtung, die man eben mag oder nicht. Ich bin sicher, dass Fans Witchblade viel abgewinnen können, da doch wirklich alle Klischees vorkommen. Ich für meinen Teil mag es aber nicht verstehen, warum in Buchhandlungen türmeweise diese kleinen weißen Bücher verkauft werden, die immer wieder die gleiche Melodie spielen und dabei hochklassige Graphic Novels gar nicht erst angeboten werden. Take it or leave it - Mangefans gerne reinschauen, wer das Genre aber noch nie mochte, wird auch hier nicht zu einem Gläubigen.




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