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B.U.A.P. 8 - Die Warnung
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 18.04.2011, Serie: Comics, Autor(en): Guy Davis, John Arcudi, Mike Mignola, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 160, Erschienen: 2010, Preis: 19,80 Euro


Die Behörde zur Untersuchung und Abwehr von paranormaler Erscheinungen ist Hellboy-Lesern längst ein Begriff. Nachdem Red die Truppe um Abe Sapiens, Elizabeth Sherman und Johann Kraus verlassen hat, bekam diese ihre eigene Serie, welche Cross Cult in gewohnt hoher Qualität umsetzt.
Dabei ist anzumerken, dass Mike Mignola zwar mit an den Geschichten arbeitet, die grafische Arbeit, bis auf Cover und Teaser, anderen Künstlern überlässt. So wird die Serie auch optisch zu einem eigenständigen Werk, ohne jedoch die Stimmung von Mignolas kreierten Geschichten zu verlieren.

Nun aber zum Inhalt.

Die Warnung ist keine eigenständiger Band, sondern greift Geschichten aus vorherigen Bänden auf. Zentrale Elemente sind dabei die, nennen wir sie geistige Vergewaltigung Liz’ durch eine asiatisch anmutende, dämonische Kreatur. Parallel dazu formt Abe Sapiens eine Sondereinsatzgruppe, um ein verlorenes Teammitglied in eisigen Höhen zu bergen.
Hier verbinden sich beide Stränge zum Auftakt einer Trilogie, welche direkt auf den Anfang der Serie (Hohle Erde und Die Froschplage) zurückgreift.

Das Ganze gipfelt in einer länderübergreifenden Bedrohung, welche die Behörde direkt nach Deutschland führt – genauer gesagt nach München – die Stadt, in der Kraus aufgewachsen ist. Den Leser erwarten Kreaturen in den Traditionen Lovecrafts und H.G.Wells, wobei die Geschehnisse die Panels sprengen. Erstmals wünscht man sich, dass man einen größeren Band vor sich hätte. So trägt aber die Anordnung ungemein zu einer Beschleunigung der Geschichte bei, was sicherlich auch so gewollt ist.

Grafisch liegt der Band im gewohnt hochwertigen Rahmen. Echte Mignola-Fans werden den kantigen Stil des Altmeisters sicher vermissen, allerdings sind Davis’ Zeichnungen eine echte Alternative und treuen Lesern mittlerweile auch geläufig.

Von der Verarbeitung her kann man wie immer nichts bemängeln. Cross Cult bietet das Beste, was der deutsche Comicmarkt derzeit zu bieten hat: Feines Hardcover, astreine Bindung, hochwertige Seiten und sauberer Druck. Dazu liefert der Verlag stets nette Hintergrundextra wie Entwürfe, Artikel und Interviews.

Fazit: Cross Cult-Bände und insbesondere die Hellboy-Serie nebst dem B.U.A.P. Spin-Off kaufe ich mittlerweile blind, denn die Bücher überzeugen auf ganzer Linie. Die Geschichten sind durchdacht und vor allem in ihrer Umsetzung in Sachen Grafik und Atmosphäre einfach unschlagbar. Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Mögest Du in interessanten Zeiten leben" – diese Serie tut es. Und insgeheim weiß die Behörde sicher längst, dass es sich dabei um einen Fluch handelt.




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