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Star Trek - New Frontier - Kartenhaus
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 14.08.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): David, Peter, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 310, Erschienen: 2011, Preis: 12,80 €


1966 schuf Gene Roddenberry die Serie "Star Trek", die in Deutschland unter dem Titel "Raumschiff Enterprise" vermarktet wurde. Nach den Abenteuern um Captain Kirk und dessen Crew konnten die Fans der Serie Jahre später im Fernsehen die Abenteuer der neuen Enterprise unter dem Kommando von Captain Picard bewundern, bevor schließlich die Raumstation "Deep Space Nine" in den Fokus rückte und die "Voyager" ihren Flug nach Hause antrat. Ein kurzer Abstecher zur ersten Enterprise schloss den Kreislauf in fernsehtechnischer Sicht dann erst einmal ab. Neben den Serien gab es aber auch elf Filme, unzählige Merchandise-Produkte und Spiele, die sich die Fans der Serie nach Hause holen konnten, und auch Romane, die die Geschichten der bekannten Schiffe, Örtlichkeiten und einiger Personen fortführten.

Star Trek New Frontier ist die neueste Serie, die nur in Buchformat vorliegt und zum ersten Mal alte Grenzen überschreitet. Vormals waren nur bekannte Charaktere und bekannte Örtlichkeiten und Schiffe als Hauptakteure unterwegs und man konnte deren neue Abenteuer oder Vorgeschichten nachlesen. Diese Serie ist neu. Ein neues Schiff eine neue Mannschaft und eine neue Mission mit einem festen Ziel, Erforschung eines Gebietes und Friedenssicherung. Peter David hat mit "Kartenhaus", so die deutsche Übersetzung des im Cross-Cult-Verlags, den Einstiegsroman in die New Frontier-Reihe geschrieben und damit einen gelungenen Start hingelegt.

New Frontier behandelt die Mission Captain Calhouns und seiner Crew auf der U.S.S. Excelsior, einem Schiff der Ambassador-Klasse, welches gerade runderneuert aus dem Dock kommt. Captain Mackenzie Calhoun ist ein Xenexianer, eine Rasse, die den Menschen bis auf die lilafarbenen Augen absolut ähnelt. Calhoun hat einen sehr ausgeprägten sechsten Sinn, was ihn zu einem guten Offizier der Sternenflotte macht. Sei Kommando erhält er durch Fürsprache des Botschafters Spock und durch die Freundschaft mit Captain Picard. Zusammen mit seiner Crew ist es seine Aufgabe das ehemalige Thallonianische Imperium zu erforschen, Hilfe zu leisten und das Gebiet zu sichern. Diese Aufgaben sind alles andere als leicht, denn zwei starke Gruppen streiten in diesem Gebiet um die Vorherrschaft. Calhouns Crew besteht aus seiner (Ex-)Frau (dem ersten Offizier), einem Hermaten (eine Rasse, die beide Geschlechter vereint), dem Chefingenieur (einer Vulkanierin), der Schiffsärztin und natürlich vielen weiteren Personen und Rassen, die die Excelsior am Laufen halten.

Das Buch selbst beginnt mit der Geschichte M'k'n'zy of Calhoun, der später zu Mackenzie Calhoun wird, und dessen Zeit als Anführer einer Revolutionsgruppe versklavter Xenexianer im Thallonianischen Imperium. Im Verlauf der Geschichte werden dann die weiteren wichtigen Crewmitglieder vorgestellt und erläutert auch wie diese und Calhoun selbst, ihre Posten auf der Excelsior bekommen. Intrigen scheinen in der Sternenflotte wirklich Gang und Gebe zu sein. Neben dieser Vorstellung der Protagonisten werden auch Antagonisten und die Gruppierungen im ehemaligen Thallonianischen Imperium vorgestellt und beschrieben. Am Ende, und tatsächlich erst dann, erreicht das Schiff das Gebiet, welches die Crew fortan erforschen, überwachen und beschützen soll, was bei all dem Chaos, welches dort vorherrscht keine leichte Sache ist, denn jeder Tyrann besitzt schreckliche Waffen und fast jeder Planet versinkt in Gesetzlosigkeit und Selbstzerstörung. Keine leichte Aufgabe für Calhoun und dessen Crew.

Gekonnt erzählt Pater David in diesem Buch die Hintergrundgeschichten der Protagonisten, des Gebietes, in dem die Missionen spielen, und auch die Geschichte der Missionshintergründe. Alte Gesichter tauchen dabei auf und verschwinden bald wieder von der Bildfläche, um den jungen Offizieren der Sternenflotte auf der U.S.S. Excelsior nicht die Show zu stehlen. Genau diese Offiziere haben es in sich: faszinierende Geschichten und tolle Rassen wurden ausgewählt, die Crew zu bilden und allein der Hermat, bei dem die grammatikalische Geschlechtsbezeichnung in seinen eigenen und in den Sätzen des Autoren durchaus Originalität besitzt und viel Lesespaß bringt. Der Lesespaß ist aber im ganzen Buch hoch, eine andauernd hohe Spannungskurve und eine gelungene Sprache, die nicht nur gut zu lesen ist sondern auch Bilder im Kopf auslöst, die man getrost als Kopfkino bezeichnen kann, führen eben dazu.

Fazit: "Kartenhaus" von Peter David ist der gelungene Auftakt der New Frontier-Reihe des "Star Trek" Universums. Eine tolle Hintergrundgeschichte, tolle Protagonisten und jede Menge Intrigen, das alles bietet der Einstiegsroman und macht deutlich Lust auf mehr.




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