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Star Trek - New Frontier 2 - Zweifrontenkrieg
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 07.11.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Peter David, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 340, Erschienen: 2011, Preis: 12,80 €


Nachdem im englischsprachigen Raum der erste Teil der New Frontier-Serie ein Testballon war, stellt Zweifrontenkrieg den abschließenden Band des "Piloten" dar. Das Buch ist dabei gleichzeitig eine Reaktion auf den Erfolg bei den Fans, denn hätten diese den neuen revolutionären Ansatz der Serie, sich weg von den eingefahrenen Pfaden des Genres wegzubewegen, nicht gemocht, so wäre in der Romanwelt von Star Trek wohl einiges anders gelaufen. Immerhin gilt diese Serie als Wegbereiter für Vanguard und Destiny.

Aber nun rein in die Geschichte. Die "Excalibur" hat es eben noch geschafft, die zusammengepferchten Flüchtlinge eines skrupellosen Schiebers aus ihrer misslichen Lage zu befreien, als wie gerufen schon gleich die Hilfe aus dem Warp fällt. Engelsgleiche Gestalten versprechen die helfende Hand zu sein, welche die Crew der "Excalibur" gerade braucht, denn die Flüchtlinge müssen irgendwo untergebracht werden. Doch irgendwas ist daran faul.

Währenddessen versucht der Thallonianer Si Cwan seine Schwester zu finden. An seiner Seite Kebron, ein Mann wie ein Berg, oder eher wie ein Gebirge. Doch Si Cwan wird von seiner Vergangenheit eingeholt und immer tiefer in den Strudel einstiger Intrigen gezogen.

Gleiches geschieht mit dem Captain selbst, Calhoun Mackenzy, der so gar nichts von dem feinen Sternenflottenschliff besitzt und lieber erst einmal austeilt um danach zu fragen was denn eigentlich vor sich ging. Diese halsbrecherische Chuzpe bringt gewaltig Feuer in die Geschichte und ist das tragende Element der Serie. Kirk lässt grüßen.

Neben diesen Hauptsträngen gibt es noch genug Platz, um auch den weiteren Mitgliedern der Crew genügend Spielraum zu lassen sich zu entwickeln. Vulkanierin und Bordärztin Selar, die ihren Partner im Pon Farr verlor, gerät in die "Fänge" Burgoynes, eines Hermaten mit sowohl weiblichen als auch männlichen Zügen, der bzw. die auch noch Chefingenieur der "Excalibur" ist. Dass diese sehr eigenwillige Kombination nicht ohne charmanten Witz auskommt, versteht sich von selbst.

Allerdings wäre es wünschenswert gewesen, zwei Vulkanierinnen auf einem Schiff nicht die sehr ähnlichen Namen "Selar" und "Soleta" zu geben und sie sich auch noch dauernd treffen zu lassen. Verwirrungen sind da vorprogrammiert. Auch die Doppelschreibweise von Artikeln (der/die; sein/ihr etc.) in Bezug auf den Hermaten Burgoynes ist sehr gewöhnungsbedürftig, aber leider auch alternativlos. Neben diesen Feinheiten ist die sprachliche Gestaltung allerdings einwandfrei.
Das Buch selbst wird durch mal kürzere, mal längere Kapitel und zügigen Sprüngen zwischen den Szenen aufgelockert, was die Spannung steigert und, wie bei einem Cliffhanger, stets Lust auf ein weiteres Kapitel macht.

Fazit: New Frontier kommt an, denn es bringt frischen Wind in ein Genre, das vor dieser Serie keinen mehr hatte. Da auf dem deutschen Markt diese Reihe erst nach Vanguard und Destiny auf den Markt kam, wird man sich der Bedeutung New Frontiers eigentlich gar nicht bewusst, aber dies ist die Mutter der Veränderung im Start Trek Universum. Und wie es sich für eine gute Mutter gehört, ebnet sie den Weg, mit Charme, harter Hand und ganz viel Humor. Also schauen wir diesem Baby beim Wachsen zu, es macht sich schon jetzt prächtig.




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