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Star Trek - New Frontier 1 - Kartenhaus
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 06.11.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Peter David, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 330, Erschienen: 2011, Preis: 12,80 €


Das Star Trek Genre erfährt durch Cross Cult-Romanreihen in letzter Zeit ein erfrischendes Make-Over. Die sehr starren Plotlines jener Romane, die kurz nach den TV-Serien entstanden sind, hat das Genre Gott sei Dank längst überwunden. Zu verdanken hat man das New Frontier, einer Reihe die, wie der bedeutungsschwangere Titel schon sagt, neue Grenzen sucht – im Universum und in der Welt von Paramount. Nun erscheint dieser historische Meilenstein in einer deutschen Neuauflage bei Cross Cult – wir wagen einen Blick über den Tellerrand der Untertassensektion, der doch eigentlich ein Blick zurück ist.

Der Sektor 221-G ist weit entfernt, doch dort zerfällt das Thallonianische Imperium, was unweigerlich Begehrlichkeiten bei angrenzenden Völkern, aber auch innerpolitischer Mächte weckt. Die Föderation muss humanitäre Hilfe leisten und stellt eine neue Crew für die "Excalibur" zusammen. Soweit ist die Geschichte eigentlich klassischer Star Trek-Stoff. Doch dieses Schiff ist keinesfalls das neuste, beste, schnellste Schiff der Flotte, sondern ein renoviertes Model der Ambassador-Klasse, welches gerade einmal die Crew und vielleicht den ein oder anderen Diplomaten aufnehmen kann.
Kommandiert wird sie von Mackenzy Calhoun vom Planeten Xenex, dessen Namen eigentlich niemand korrekt aussprechen kann und der vom Autor ganz bewusst an den Charakter William Wallace angelehnt ist. Das bedeutet, Calhoun ist alles andere als ein besonnener Captain, sondern ein Heißblut aller erster Sahne, der, Zitat, "auf jede diplomatische Floskel pfeift und lieber mit einem Schwert Schädel spaltet anstatt einmal nachzugeben". Wem dies bekannt vorkommt, liegt gar nicht falsch. Denn New Frontier begründet sich selbst auf Final Frontier, sowohl was die Charaktere, als auch die Art betrifft, Geschichten zu erzählen.

Calhoun wird begleitet von einer Crew, die schon alleine zu Problemen führen könnte. Da ist Shelby, erster Offizier und ehemalige Geliebte des Captains, der Hermat Burgoyne, der bzw. die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane hat und dabei mitnichten schüchtern agiert, oder Kebron, ein Brikar, der im Roman zutreffend als Gebirgskette beschrieben wird - sowohl was seine Masse, als auch was sein Einfühlungsvermögen betrifft. Man sollte meinen, dass humanitäre Hilfe als erstes auf der "Excalibur" selbst vonnöten ist.

Da neue Schiffe im Genre immer etwas Besonderes sind, ist der Roman eigentlich nur eine Hinführung, welche durch Teil 2 Zweitfrontenkrieg vervollständigt wird. Die Crew findet sich zusammen und ihre Mitglieder werden mit viel Feingefühl und der nötigen Tiefe integriert. So wird ihnen nach und nach auch stets ein eigenes Kapitel gewidmet. Parallel dazu bekommt der Leser einen kleinen Einblick in die Welt der Thallonianer, allerdings nur soviel, dass auch die Spannung weiter hoch gehalten wird. An Brisanz gewinnt das Ganze, als sich ein geflüchteter Thallonianischer Lord auf das Schiff schmuggelt.
Mehr sollte man dazu nicht sagen. Einen richtigen Höhepunkt gibt es eigentlich nicht, dennoch wird am Ende ein Klimax durch einen Cliffhanger erzeugt. Die von der Sternenflotte losgelösten Umgangsformen und stilechte Situationskomik sorgen dennoch für reichlich Kurzweile, das Zusammenspiel der Crew und deren Vorgeschichten tun ihr Übriges.

Fazit: Peter David, der den Fans bereits bekannt sein sollte, schafft einen sehr guten Einstieg in die Serie, die vielschichtiger ist, als man es vom Genre her kennt. Die Charaktere sind auf ihre Art anders, bleiben aber glaubwürdig. Durch den Schauplatz eines weit entfernten Sektors verlässt New Frontier ausgetretene Pfade und wurde somit in den USA zu Recht als Meilenstein gefeiert. Ohne diese Serie gäbe es kein Vanguard, kein Destiny, kein Titan. Dabei ist Calhoun alles andere als eine blasse Kopie Kirks.
Das Buch macht zweifelsohne großen Spaß und Lust auf mehr, denn viel hat man bisher gar nicht erfahren. Ich für meinen Teil brenne darauf mehr zu lesen. Space, the Final Frontier? Schon möglich, aber warum diese Grenze nicht einfach ein wenig verschieben – es gibt doch noch soviel zu entdecken.




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