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Star Trek - New Frontier 3 - Märtyer
Von Christoph Schubert

Rezension erschienen: 06.11.2011, Serie: Belletristik, Autor(en): Peter David, Verlag: Cross Cult Verlag, Seiten: 310, Erschienen: 2011, Preis: 12,80 €


Calhoun hat sich seiner ersten großen Herausforderung als Captain der "Excalibur" gestellt und sie auf seine eigene, sehr spezielle Art gemeistert. Der Anfang ist gemacht, der Leser auf die neue Serie eingestimmt - was spricht also dagegen auf Warp zu gehen und neue Grenzen zu suchen? Denn New Frontier ist genau das – ein Türöffner zu neuen Ideen innerhalb des Franchise.

Da sich Calhouns Schiff zwischen Welten bewegt, die einstmals das thallonischen Imperium bildeten, ist es von Vorteil einen "Diplomaten" in Form des Thallonianers Si Cwan an Bord zu haben, auch wenn dieser einmal Diktator war. Aber Calhoun war ja auch schon so manches: Rebellenführer, Kadett, Spion, Captain, da ist es eigentlich nur verständlich, dass er nun von den Zondarianern als Messias auserkoren wurde. Und das nur, weil sich sein Schiff zu falschen Zeit am falschen Platz befand. Aber da sich diese Welt in einem ständig andauernden Bürgerkrieg befindet, den ihrem Glauben nach nur der "Heiland" beilegen kann, feiert Calhoun die Feste wie sie fallen und macht den Spaß einfach mal mit.

Doch der genrefeste Leser weiß, dass mit großer Macht bekanntlich große Verantwortung einhergeht. Und die Macht des einen sind die Begehrlichkeiten des anderen. Diese anderen sind eine religiöse Rasse, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Vielzahl von Welt zu "erlösen" – die Kreuzzüge lassen grüßen. Und was man dabei nun gar nicht gebrauchen kann, ist ein neuer Messias.

Neben diesem äußerst intriganten Hauptplot, der durchaus ein klein wenig an Dan Browns Romane erinnert, wird auch wieder ein großer Fokus auf die Charakterentwicklungen der Crew gelegt, die sich Roman für Roman weiterentwickeln. Dies betrifft vor allem den Hermaten Burgoyne und seine/ihre "Beziehung" zur Vulkanierin Selar, die mit den Auswirkungen des Pon Farr kämpft.
Denn ähnlich wie bei anderen Serien, entsteht ein Großteil des Flairs durch die Alienrassen auf dem Schiff. Diese sehr speziellen Beziehungen werden mit viel Feingefühl, einer gehörigen Portion Humor und gänzlich ohne Hemmungen "zwischenmenschlicher" Art umgesetzt. Das Ganze bringt ordentlich Feuer zwischen Untertassensektion und Warpgondeln und ist nichts für prüde Leser.

Fazit: New Frontier bleibt sich selbst treu und geht konsequent seinen Weg – und das ist gut so. Das gefühlsduselige Herumgeeiere alter Star Trek Folgen und Roman war gestern, jetzt wird kein Blatt mehr vor den Mund genommen. Diese Serie ist forsch in jederlei Hinsicht. Mir persönlich gefällt gerade das, ging es mir doch früher beim Lesen durchaus das ein oder andere Mal wie Calhoun, der irgendwann einfach die Schnauze voll und die Sache selbst in die Hand nimmt. Entweder es klappt, oder es klappt nicht, dafür passiert endlich etwas. New Frontier ist alles, nur keine Langeweile. Die einst frische Brise wird zu einem Sturm, der dem Leser ins Gesicht peitscht – und es fühlt sich herrlich an.




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