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Angor - 1. Flucht
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 30.07.2011, Serie: Comics, Autor(en): Gaudin- Armand, Verlag: Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Seiten: 48, Erschienen: 2011, Preis: 13,80 EUR


Das Schlimme ist, dass sie Recht haben…Aber was kann man schon groß ändern?
Zitat von Gambert


Das Jungsein ist nicht immer leicht, soviel ist bekannt. Das gilt noch im besonderen Maße, wenn man aus einfachen Verhältnissen stammt und die Zukunftsaussichten trüb bis dunkelschwarz sind. Zu diesem Schluss kommen auch die drei Protagonisten des Comics Angor aus der Feder des Zeichners Dimitri Armand und des Texters Jean-Charles Gaudin. Talinn, Evrane und Lorky beschließen daher ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen zu wollen. Lorky, als jüngster der drei, Waise von Geburt an, träumt von einer Zukunft als berühmter Kämpfer. Talinn glaubt sich diesem Ziel schon näher, doch er muss erkennen, dass seine niedrige Geburt ihm fast alle Chancen zunichte macht und er wohl doch als Bauer, wie auch sein Vater, enden wird. Die Heiratspläne der Mutter wecken in Evrane den dringenden Wunsch möglichst rasch davonzulaufen. Doch wer weiß, ob aus den Fluchtplänen der dreien etwas geworden wäre oder sie sich ihrem vorgezeichneten, tristen Schicksal ergeben hätten, wenn nicht ein Mord und ein goldenes Schmuckstück den Aufbruch forciert hätten. So aber rennen unsere Helden um ihr Leben, ohne wirklich zu ahnen, in welch gefährliche Ränke sie sich begeben haben.

Nun, die Schicksale der drei jungen Leute sind uns vertraut. Eltern, die vermeintlich wissen, was das Beste für ihre Kinder ist, aber die eigene Lage, geprägt von verkrusteten Vorstellungen und überkommenen Idealen, nicht hinterfragen. Unsere jungen Abenteurer stellen jedoch ihre scheinbar alternativlosen Lebensverläufe in Frage und wagen den Ausbruch. Damit beginnt inhaltlich der zweite Teil der Geschichte, bei welcher sich nun der Fokus vermehrt auf die große Welt voller Wunder, Gefahren, aber auch neuer Freundschaften richtet. Als zentrales Element dient dabei seltsam geformtes goldenes Schmuckstück, ein Artefakt unklarer Herkunft und fraglichem Nutzen. Sein Besitz ruft die Repräsentanten großer Mächte auf den Plan und so entspinnt sich eine spannenden Flucht, auf der es die Rätsel des Artefakts zu entschlüsseln gilt.

Band 1 der Reihe, der den passenden Namen Flucht trägt, vermag anzusprechen. Gezeichnet auf hohem Niveau und mit ausdruckstarken, klaren Bildern kann die Geschichte, wenn auch per se wenig innovativ, überzeugen. Eingebettet in eine teils mittelalterliche Welt mit fantastischen Momenten und mit Bezügen zu jugendtypischen Problemlagen, zeigt sich der Comic fernab von bluttriefenden Kampforgien und leicht bekleideten Elfenmädchen, ohne dabei jedoch an Tiefgang oder Spannung zu verlieren. Doch keine Angst: Monster, Kämpfe und ein wenig Sex-Appeal, das alles gibt es dann doch auch in Angor.

Fazit:
Angor – Flucht präsentiert sich als klassische Abenteuergeschichte für Jugendliche und Erwachsene. Die Storyline zeigt sich per se als nicht besonders originell, aber durchaus mit guten Ansätzen, die auf Besseres hoffen lassen. Kurzum: ein Blick auf die Serie lohnt sich. Ob sich daraus noch Großes entwickeln wird, werden die folgenden Bände erweisen.




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