Willkommen Gast - LORP.de v2.45.00
LORP.de  
Seite drucken Seite empfehlen Leserbrief schreiben Translate into English with Google
 

Startseite » Rezensionen » Gesellschaftsspiele » Kartenspiele » Pocket Battles - Altertum #1 Kelten vs. Römer

Pocket Battles - Altertum #1 Kelten vs. Römer
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 23.05.2011, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Paolo Mori, Francesco Sirocchi, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 12,98 €


Tabletopspiele erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit. Angefangen hat alles mit den Preußen, die Miniaturkriegsspiele, die ersten "miniature wargames", spielten, um taktische Schulungen durchzuführen. Weiter ging es mit den historischen Miniaturenschlachtsimulationen, bei denen historisch bedeutende Schlachten nachgespielt wurden, und auch heute noch treffen sich regelmäßig Spieler mit großen Koffern, die bemalte Zinnminiaturen verschiedenster Genres enthalten.
Historische Tabletops werden ebenso gespielt wie Fantasy- und SciFi-Tabeltops. Diese Spiele haben meist einige Gemeinsamkeiten: Sie sind teuer, man braucht viel Platz und viel Geduld beim Bemalen der kleinen Figuren.

Paolo Mori, Francesco Sirocchi und die Brettspielfirmen Z-Man Games und Pegasus Spiele GmbH haben sich jetzt den anderen Punkten angenommen und ganz nebenbei auch noch den dritten gelöst. Pocket Battles, heißt das Prinzip. Eine kleine Box, gerade mal so groß und dick wie ein dünnes Taschenbuch ist alles, was laut den Machern benötigt wird, um Tabletopspaß, inklusive Schlachten und Strategien, für zwei Spielern zu bieten.

Den Auftakt der Pocket Battles Reihe macht ein historisches Setting, "Altertum #1 - Kelten vs. Römer". Entsprechend gespannt öffnet man die kleine Box und ist vom Inhalt doch überrascht. 60 stabile Truppenplättchen in Formen (30 Einheiten pro Armee), 20 Befehlsmarker, beidseitig bedruckt, sechs Würfel, eine dicke Spielanleitung, ein Plastikbeutel, für die Würfel und die Marker, und zwei Spielhilfen sind in der Box enthalten.
Die Truppenplättchen sind unspektakulär bemalt, einige spielrelevante Symbole, ein Bild der Einheit und die Bezeichnung sind zu sehen. Einheiten gibt es viele verschiedene und nur einige doppelt, so dass man relativ viel Auswahl hat und die Spiele sehr unterschiedlich sein können. Die Marker sind noch unspektakulärer: ein Bluttropfen auf der einen und ein Finger, der sehr nach Befehl aussieht auf der anderen Seite, einfach ausgedrückt, Befehls- und Wundmarker.

Zum Spielen kann man zwar alle Truppenplättchen verwenden, aber je nach Entscheidung, können einige Einheiten auch vor dem Spiel entfernt werden. Es kommt eben darauf an, mit wie vielen Aufstellungspunkten man spielt. Alles ganz so, wie auch bei den großen Tabletops. Der Aufbau ist dann recht einfach, gleich einem Schlachtfeld. Eingeteilt in Sektoren und Zonen, werden die ausgewählten Truppen gegenüber voneinander aufgebaut. In der Mitte ist die Gefechtszone.
Ein Würfelwurf entscheidet, welcher Spieler seine Truppen zuerst platziert. Ist dies geschehen, beginnen die Schlachtrunden. Jede Runde besteht aus zwei Phasen, Umstationierungs- und Aktionsphasen. In der ersten werden die Truppen bewegt, in der zweiten Phase führen die Truppen gemäß ihrer Truppenart beziehungsweise gemäß Befehl ihre Aktion durch. Von der taktischen Bewegung, über den Angriff bis zum Nutzen einer Spezialeigenschaft kann dies alles bedeuten.
Hier kommen die unterschiedlichen Symbole ins Spiel. Für Angriffe werden Würfel geworfen. Falls die Anzahl der Augen auf dem Würfel einem abgebildeten Würfel auf dem Truppenplättchen entspricht, verursacht die Einheit einen Treffer. Der wird von den Lebenspunkten der angegriffenen Einheit abgezogen. Der Lebenspunkt ist dabei ebenfalls als Symbol auf dem Plättchen zu finden. Neben diesen wichtigen Symbolen gibt es auch noch zwei weitere, die für die Aufstellung zu Spielbeginn wichtig sind: Aufstellungspunkte und Formationswert. Der erste Wert steht dabei für die Kosten der Einheit, der zweite gibt an, mit wie vielen Truppen sich die Einheit verbinden kann. Einige Einheiten haben besondere Symbole, die für besondere Eigenschaften stehen, wie zum Beispiel Heilung oder Fernbeschuss. Diese werden in den kleinen Regelheften erklärt. Das Hauptregelwerk deckt aber ansonsten alle Regeln und auch einige Besonderheiten ab, insbesondere zur Schlachtrunde und somit beinhaltet die kleine Box wirklich alles, was zum Spielen gebraucht wird.

Die Idee des Spiels, Tabletops zu erleichtern und günstiger machen, ist gut und genau das gelingt. Dass man natürlich keinen gleichwertigen Ersatz zu einem echten Tabletopspiel erwarten kann leuchtet ein, aber durch das Schlachtfeldsystem, ist es auch nicht wirklich vergleichbar. Pocket Battles ist anders und wenn man nicht versucht die beiden Tabletopvarianten zu vergleichen, sondern dieses Spiel als ein kleines handliches und günstiges Strategie- und Schlachtensimulationsspiel sieht, kann es durchaus überzeugen.
Strategie, Schlachten und Siegen, darum geht es nämlich und da funktioniert auch das System mit den Truppenplättchen und den kleinen Symbolen. Ohne viel Regelwissen kann man gleich loslegen und die Schlacht schlagen und bereits nach dem ersten Spiel hat man auch das Schlachtfeldsystem verinnerlicht. Die Symbole hat man schnell intus und für die Spezialfertigkeiten gibt es ja die äußerst sinnvollen und hilfreichen Spielhilfen für die Spieler. Die erste Box der Reihe mit den Armeen der Kelten und Römer ist dabei gut gewählt, denn damit kann wirklich jeder etwas anfangen und die Einheiten können aufgrund ihrer Bezeichnung auch sofort ihrem Zweck zugeordnet werden.

Fazit: Pocket Battles "Altertum #1 Kelten vs. Römer" ist der Auftakt zu einer kleinen Revolution im Tabletop-Sektor. Klein, handlich und nicht schwer zu lernen, bietet das Spiel Schlachten, Strategie und Siege für einen kleinen Preis, zumindest im Vergleich zu anderen Tabletopspielen. Der Vergleich sollte aber nicht zu häufig herangezogen werden. Das Kampfsystem wirkt nämlich im Vergleich dazu sehr einschränkend. Ansonsten ist das Spiel wirklich gut und bietet genau das, was es auch verspricht: Spielspaß für zwei Spieler.




LORP.de Copyright © 1999 - 2017 Stefan Sauerbier, Alle Rechte vorbehalten.